Nidderau

Ärger bei den Sportfischern: Darum musste dringend ein Zaun her

Zaun am Anglerteich Erbstadt
+
Ein Zaun leitet Fußgänger und Radfahrer um den Fischteich in Erbstadt herum, sodass die Vereinsmitglieder in Ruhe angeln können.

Lange gab es Konflikte zwischen Mitgliedern der Sportfischergemeinschaft Windecken und diversen Passanten. Nun wurde eine Lösung gefunden.

Nidderau – Die Querelen zwischen Mitgliedern der Sportfischergemeinschaft Windecken, dem Eigentümer des Angelteichs in Erbstadt, und uneinsichtigen Spaziergängern, Gassigehern und Radfahrern, die trotz eindeutiger Schilder immer wieder die Abkürzung über das als Privateigentum ausgeschilderte Vereinsgelände nehmen, sind nicht neu. Die Angler fühlten sich in der für ihr Hobby nötigen Ruhe gestört. Jetzt hat die Stadt einen Zaun gebaut und so den Weg rund um den Angelteich eindeutig geregelt.

Mitglieder der Sportfischergemeinschaft – auch aus Erbstadt – berichteten bereits vor einigen Monaten bei einem Termin vor Ort mit dem HANAUER ANZEIGER von sehr unfreundlichen Zeitgenossen, die nicht nur die Angler massiv störten, sondern nach dem Hinweis auf das Privatgelände auch noch „pampig und frech geworden sind, Mitgliedern sogar Schläge angedroht haben“.

Vereinsmitglieder baten die Stadt um Hilfe

Das wollten sich die Vereinsmitglieder nicht mehr bieten lassen und wurden bei der Stadt vorstellig, um zu erreichen, dass die Brücke über den Krebsbach so verlegt wird, dass Spaziergänger und Radfahrer vor dem Vereinsgelände in Richtung Erbstädter Bebauung das Gewässer queren könnten.

Thomas Euler, Vorsitzender der Sportfischergemeinschaft Windecken, ist mit der Lösung zufrieden, die das Privatgelände des Vereins nun vor unbefugtem Betreten schützt.

Denn „die Querung des Krebsbaches erfolgt seit Jahrzehnten über eine kleine Brücke im hinteren Bereich der Teichanlage und ist bei den Erbstädtern aber auch vielen Wanderern und Radfahrern beliebt, da man von dort auf den Krebsbachweg gelangt, der über die Hainmühle nach Kaichen und bis nach Heldenbergen oder über einen kurzen Rundweg wieder zurück nach Erbstadt führt“, fügt Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) auf Anfrage des HA hinzu.

Verlegung der Brücke war nicht zeitnah umsetzbar

Die Verlegung der Brücke erwies sich aber auf die Schnelle als undurchführbar, weil eine ganze Reihe von Ämtern angehört werden müssten, berichtete der Vorsitzende der Sportfischergemeinschaft, Thomas Euler. Deshalb habe man die Stadt aus Verkehrssicherungsgründen gebeten, den Fuß- und Radverkehr von der Teichanlage wegzuleiten, da von dort eigentlich kein öffentlicher Weg zu der Brücke führt.

Die nun umgesetzte Lösung habe sich angeboten, so Vogel weiter, da der angrenzende Feldweg instandgesetzt worden sei und nun das Teichgelände einfach umgangen werden könne. Um die Regelung klar erkennbar zu gestalten, habe der Bauhof die Wegeführung mithilfe des Lattenzauns klar dargestellt.

Stabiler Lattenzaun wurde nach zwei Tagen fertiggestellt

„Da auf der angrenzenden Wiese in der Weidesaison Rinder gehalten werden, fiel die Entscheidung für den stabilen Lattenzaun, um hier eine Gefährdung der Spaziergänger und Radfahrer auszuschließen. Reine Materialkosten lagen bei rund 3500 Euro, der Bauhof hat zwei Tage zur Fertigstellung gebraucht. Da Fichtenstangen aus unserem Wald als nicht dauerhaft angesehen wurden, hat man sich für die formschönere, haltbarere Variante aus geschältem, imprägnierten Holz entschieden“, berichtet der Stadtrat und fügt hinzu: „Im Rahmen des Landesprogramms ‘100 wilde Bäche’ streben wir von Seiten der Stadt eine Erneuerung und Verlegung der Krebsbachquerung an, sodass die Zuwegung nicht mehr über das Grundstück der Sportfischergemeinschaft erfolgen muss. Hier ist mit einer Umsetzung aber nicht vor 2022/23 zu rechnen.“

Thomas Euler und seine Vereinsmitglieder sind mit der gefundenen Lösung zufrieden. „Es war nicht mehr hinzunehmen, dass sich Spaziergänger und Radfahrer nicht an die Schilder hielten und weiterhin quer über das Gelände gingen oder fuhren. Die Pöbeleien wurden auch nicht weniger, das ging schon an die Nerven“, meint ein Erbstädter Vereinsmitglied.

Weg ist nun eindeutig geregelt

Jetzt sei der Weg um den Angelteich eindeutig geregelt und nur wenig länger als quer über das Privatgelände. „Wer spazieren geht, den Hund ausführt oder mit dem Rad unterwegs ist, dem ist der kleine Umweg zuzumuten. Und diejenigen, die sich am lautesten beschwerten und ausfallend wurden, würden vermutlich Zeter und Mordio schreien, wenn man so mit deren Privatgrundstück verfahren würde“, fügt der Angler hinzu.

„Auf dem Ufer gegenüber dem Vereinsheim, wo der offizielle Weg vorbeiführt, sind Bänke, die von allen gerne genutzt werden können, um in Ruhe einen Blick auf den Teich zu werfen“, fasst Euler zusammen. „Wir haben den Angelteich ja nicht abgesperrt, sondern nur den Teil des Areals, das unser Vereinseigentum ist, vor unbefugtem Betreten geschützt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare