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Nidderau: Bahnhofsvorplatz Ostheim wird umgebaut / Investition der Bahn für Barrierefreiheit offen

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Die Stadt Nidderau hat Ende März das Bahnhofsgelände in Ostheim von der Deutschen Bahn gekauft. Das Gebäude ist in Privatbesitz.
Die Stadt Nidderau hat Ende März das Bahnhofsgelände in Ostheim von der Deutschen Bahn gekauft. Das Gebäude ist in Privatbesitz. © Jürgen W. Niehoff

Ist die Zeit für die Umgestaltung des Umfeldes für den Bahnhof Ostheim bereits gekommen, wie dies der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) gegenüber der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag ankündigte, oder sind dafür zunächst noch weitere Schritte notwendig?

Nidderau – Der Kauf des Geländes rund um den Ostheimer Bahnhof durch die Stadt Nidderau ist bereits im März dieses Jahres erfolgt. Dabei hat die Deutsche Bahn darauf bestanden, nur das ganze Gelände – allerdings ohne das Bahnhofsgebäude, das schon seit längerem einer Privatperson gehört – zu verkaufen. Schon im Vorfeld hatte die Stadt gemeinsam mit dem RMV eine Machbarkeitsstudie über den Umbau des Bahnhofvorplatzes mit einer Wendeschleife für die Busse und barrierefreien Zugang zu diesen anfertigen lassen. Rund 1,7 Millionen Euro soll die Umgestaltung kosten.

Nicht dabei enthalten ist allerdings der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen. Denn das ist Aufgabe der Bahn. Auch wenn Stadtrat Vogel letzten Donnerstag im Parlament davon sprach, dass die Bahn nach Vorlage der Planungsunterlagen nun endlich auch dem Umbau ihrer Anlage in Ostheim näher trete, so steht das im krassen Gegensatz zu den früheren Aussagen der Bahn. Danach sei die Akzeptanz des Ostheimer Bahnhofs viel zu gering für einen Umbau durch die Bahn. Gefordert wird nämlich ein Mindestverkehr von 300 Fahrgästen pro Tag, und davon sei der Bahnhof weit entfernt. Die Bahn will nicht einmal zusagen, dass der Heldenberger Bahnhof barrierefrei umgebaut wird. Trotzdem will Vogel vernommen haben, dass die Bahn den Ostheimer Bahnhof in den nächsten fünf Jahren vielleicht ebenfalls umbauen will.

Der Bahnhof soll barrierefrei werden. Momentan ist der mittlere Bahnsteig nur über Treppen zu erreichen.
Der Bahnhof soll barrierefrei werden. Momentan ist der mittlere Bahnsteig nur über Treppen zu erreichen. © Jürgen W. Niehoff

Opposition reagiert mit Kopfschütteln

Aufseiten der Opposition lösten der Antrag auf Umbau des Vorplatzes und die Mitteilungen des Stadtrates Kopfschütteln aus. „Sie gehen hier wieder einmal den zweiten Schritt vor dem ersten. Am wichtigsten ist doch der barrierefreie Zugang zu den Zügen. Ein vorzeigbarer Vorplatz dagegen ist doch nur zweitrangig“, bat CDU-Vertreter Klaus Knapp die rot-grüne Koalition, dem Verwaltungsantrag noch nicht zuzustimmen. Doch am Ende gab es eine überzeugende Mehrheit für den Umbau des Vorplatzes.

Auf den barrierefreien Zugang zu den Zügen werden die Ostheimer hingegen wohl noch warten müssen, auch wenn die Verwaltung den Auftrag erhielt, mit der Bahn auf Basis der Machbarkeitsstudie weiter zu verhandeln.

„Haushaltsklarheit“: Kulturetat wird mehr als verdoppelt

Der anschließende Antrag auf Erhöhung des städtischen Kulturetats von 17.300 Euro auf 40.000 Euro pro Jahr löste zwar ebenfalls kurz eine Diskussion aus. Dabei ging es aber lediglich um die Tatsache, dass die Stadt durch das Hinzuaddieren interner Kosten das Bild nur äußerlich verändern würde, „denn tatsächlich fließt ja gar kein Geld“, argumentierte die FWG-Fraktionsvorsitzende Anette Abel. Doch Bürgermeister Andreas Bär (SPD) bestand nach dem Grundsatz „Haushaltswahrheit bedeutet auch Haushaltsklarheit“ auf dem Antrag. Der Antrag wurde schließlich einstimmig bei nur einer Stimmenthaltung angenommen.

Beantwortet wurde auch die Anfrage der CDU-Fraktion nach dem Sachstand für ein Altenpflegezentrum in Erbstadt. Nachdem die Pläne für ein APZ an der Höchster Straße in Eichen zugunsten der Errichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums von Hausarzt Dr. Henrik Schumann aufgegeben wurden, war nach einer Alternative gesucht worden. Die Gesellschaft für Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises hat sich inzwischen bereit erklärt, den Standort Erbstadt für eine neue Einrichtung zu prüfen. Auch ein Grundstück ist bereits ins Auge gefasst, nämlich innerhalb des Baugebiets Specke 4 unterhalb des Friedhofs. Allerdings gibt es noch keine abschließenden Vereinbarungen zu dem Projekt.

Von Jürgen W. Niehoff

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