Ortsbeirat

Nidderau: Bei der konstituierenden Sitzung in Heldenbergen gibt es harsche Kritik an der Verwaltung

Blumen für den alten und neuen Ortsvorsteher: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Warlich (links) gratuliert Erich Lauer.
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Blumen für den alten und neuen Ortsvorsteher: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Warlich (links) gratuliert Erich Lauer.

Der Ortsbeirat Heldenbergen hat sich zu Beginn der Sitzungsperiode parteiübergreifend aufgestellt, denn jede Fraktion hat einen Posten erhalten. Altersvorsitzende Charlotte Gäckle (CDU) hatte zu Beginn der Sitzung appelliert, doch möglichst parteiunabhängig die Interessen der Bürger zu vertreten, denn von ihnen seien sie schließlich in den Ortsbeirat gewählt worden.

Nidderau – Drei der fünf Ortsbeiräte sind neu im Gremium: Anette Abel (FWG), Beate Kanzler (Grüne) und Hagen Walter (SPD). Die Wahlen in der Sport- und Kulturhalle fielen einstimmig. So wurde der bisherige Ortsvorsteher Erich Lauer (CDU) in seinem Amt bestätigt. Auf seinen Vorschlag hin wurde die Vertreterin der Grünen, Beate Kanzler, zur stellvertretenden Ortsvorsitzenden und Hagen Walter (SPD) zum zweiten Stellvertreter gewählt. Schriftführerin ist die Vertreterin der FWG Anette Abel.

Bevor Lauer mit der Tagesordnung fortfuhr, dankte er zunächst noch einmal den drei ausgeschiedenen Ortsbeiratsmitgliedern Manfred Grzan (SPD), Robert Racky sowie Herbert Deckenbach (beide CDU) für die gute Zusammenarbeit. Deckenbach sah dies jedoch etwas kritischer. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Rathausspitze und der Verwaltung sei alles andere als optimal verlaufen. Den Bürgermeister habe er in den vergangenen fünf Jahren nie in der Ortsbeiratssitzung gesehen und auch die Verwaltung habe sich fast immer mit der Ausrede der „Nicht-Zuständigkeit“ vor der Anwesenheit im Beirat gedrückt, so Deckenbach sichtlich enttäuscht.

Scheidender Ortsbeirat Deckenbach spricht von Lügen und Diffamierung

Die fünf Jahre Ortsbeiratsmitgliedschaft hätten ihm die Augen geöffnet. Als er 2016 in den Ortsbeirat Heldenbergen gewählt worden sei, da habe er noch geglaubt, etwas für die Bürger bewegen zu können. „Aber was ich dann erlebte, das hätte ich mir auf dieser kommunalen Ebene nicht zu träumen gewagt“, so Deckenbach weiter. Da sei gelogen und diffamiert worden, und bei unbequemen Themen sei der Ortsbeirat einfach durch Abwesenheit des Magistrats ignoriert worden.

Er schloss mit dem Appell, doch wieder zur Sachdebatte zurückfinden zu wollen und das Parteibuch an der Eingangstür zurückzulassen. Nur so könne es zu einem gedeihlichen Miteinander kommen. Deckenbach erhielt dafür von den Zuschauern kräftigen Applaus.

Kritik an Gestaltung der Gedenkstätte für Sternenkinder

Nach den Wahlen und der Kritik hieß es dann jedoch wieder zurück zur Sacharbeit. So zeigte sich beispielsweise der Heldenberger Bürger Reinhard Berck entsetzt über den neu geschaffenen Gedenkort auf dem Heldenberger Friedhof für Sternenkinder, also Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. In dieser Form sei es sicherlich kein Ort des Gedenkens. Die CDU-Stadtverordnete Sibilla Deckenbach, auf deren Initiative die Stätte errichtet wurde, zeigte Verständnis für die Kritik, versprach jedoch, dass darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. „Das kann zurzeit nur eher als ein Provisorium angesehen werden, da wird sich noch Einiges ändern müssen“, versprach Deckenbach. Vor allem der Briefkasten, in den die Eltern der verstorbenen Kinder Briefe einwerfen können, die dann einmal im Jahr gemeinsam während einer stillen Gedenkfeier in einer Feuerschale verbrannt werden sollen, habe noch nicht den richtigen Standort.

Zur Sprache kam dann auch das Gassigehen vieler Hundebesitzer in der freien Natur ohne Leine. Zwar gebe es laut Satzung keinen Leinenzwang in Nidderau, doch sollten die Hundebesitzer gerade während der Brut- und Setzzeit mehr Rücksicht auf die Bodenbrüter nehmen. Die Verwaltung soll deshalb gebeten werden, mit dem nächsten Hundesteuerbescheid noch einmal alle Hundehalter zu mehr Rücksichtnahme anzuhalten und sie darauf hinzuweisen, dass ein Verstoß gegen die Schonzeit auch Bußgelder nach sich ziehen können.  jwn

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