Bahnhof Ostheim

Nidderau: Bürgerinitiative will denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude kaufen und sanieren

Der Ostheimer Jörg Heppding will sich mit der jahrelangen Hängepartie um das leerstehende Bahnhofsgebäude in seiner Heimatgemeinde nicht länger abfinden. Er gründete vor Kurzem eine Bürgerinitiative.
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Der Ostheimer Jörg Heppding will sich mit der jahrelangen Hängepartie um das leerstehende Bahnhofsgebäude in seiner Heimatgemeinde nicht länger abfinden. Er gründete vor Kurzem eine Bürgerinitiative.

Weil sich der Ostheimer Jörg Heppding mit dem ewigen Hin und Her um das seit knapp 40 Jahren leerstehende Bahnhofsgebäude in seiner Heimatgemeinde nicht länger abfinden möchte, hat er vor Kurzem eine Bürgerinitiative zur Rettung der Immobilie gegründet.

Nidderau – „Es kann doch nicht sein, dass ein so zentrales Gebäude mitten in Ostheim mehr und mehr verfällt und keiner tut etwas dagegen“, beklagt der 57-Jährige den Zustand des fast 100 Jahre alten Bahnhofsgebäudes aus der Jugendstilzeit an der Bahnstrecke Friedberg–Hanau. Nun will er – mithilfe vieler Ostheimer Bürger und hoffentlich, wie er sagt, auch unter Mitwirkung der Stadt – den Schandfleck wieder der Öffentlichkeit zuführen.

Das Bahnhofsgelände in Ostheim steht schon länger im Augenmerk der städtischen Planer. Die Bushaltestelle, die zwischenzeitlich an der Ringstraße vor dem Bahnhofsgelände angesiedelt war, nach Protesten der Anwohner aber wieder in die Eisenbahnstraße verlegt wurde, soll künftig direkt auf dem Bahnhofsgelände Platz finden. Dafür will die Stadt das Gelände von der Bahn kaufen. Und die Chancen dafür stehen gut, denn die Bahn hat mittlerweile Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Privater Besitzer lässt Gebäude verfallen

Beim Bahnhofsgebäude sieht die Sache anders aus. Im Frühjahr 2017 hatte die Bahn die Immobilie über ein Berliner Auktionshaus versteigern lassen. Den Zuschlag erhielt für 77 000 Euro ein Privatmann aus Hanau. Bisher sind jedoch noch keine baulichen Maßnahmen zum Erhalt oder gar der Sanierung des Gebäudes erkennbar.

Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, dürfte eine fachgerechte Sanierung aufwendig und teuer sein. Auf jeden Fall habe der Eigentümer nun gegenüber Heppding Verkaufsbereitschaft signalisiert. Es soll nur noch eine Frage des Preises sein. Und da kommt wieder die Stadt ins Spiel. Doch bei der Vorstellung der Pläne für einen mobilitätsgerechten Umbau des Bahnhofsgeländes in den politischen Gremien vor der Sommerpause spielte das Gebäude selbst bislang keine Rolle.

Auch Magistratsmitglieder stehen hinter Initiative

Nun jedoch gehören der Gruppe um Jörg Heppding neben Bürgermeister Andreas Bär (SPD) auch die beiden Magistratsmitglieder Markus Dillmann (SPD) und Phil Studebaker (CDU) an. Damit kennt die Rathausspitze die ersten Kaufpreisvorstellungen des Eigentümers, der sich zurzeit allerdings im Urlaub befindet. Für die Politik dürfte die Entscheidung umso leichter fallen, weil der Kauf möglicherweise gefördert wird. Bis zu 85 Prozent wären demnach im besten Falle denkbar.

Heppding selbst hat derweil schon sehr genaue Vorstellungen. Natürlich möchte er, dass die Stadt das Gebäude kauft und die Bürgerinitiative, dann umgewandelt in einen Verein, das Gebäude mit viel Eigenleistungen saniert. Ihm schwebt dabei der Bürgerhof in Ostheim vor, der ebenfalls mit viel Bürgerunterstützung von Grund auf überholt wurde. Mit sachkundigen Bürgern hat sich Heppding bereits einen ersten Überblick über erforderliche Sanierungsmaßnahmen und mögliche Kosten gemacht. „Neues Dach und Innenausbau, neue Fester und Sanitäranlagen sind notwendig und werden voraussichtlich um die 350 000 Euro verschlingen – abzüglich der sehr hohen Förderung durch das Land, jedoch ohne Kaufpreis des eigentlichen Gebäudes“, schätzt Heppding schon mal vorsichtig. Genauere Kalkulationen seien erst möglich, wenn man das Gebäude betreten und fachmännisch begutachten könne.

Im Gebäude könnten Wohnungen und Vereinsräume entstehen

Auch über die zukünftige Nutzung hat sich der Ostheimer Postbeamte bereits Gedanken gemacht. „Im Obergeschoss können zwei bis drei Wohnungen entstehen. Und das Erdgeschoss eignet sich gut für ein Café sowie für eine Versammlungsstätte Ostheimer Vereine.“

Damit nach einem Verkauf des unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäudes sein Plan wahr wird und es bis zum Jahr 2023, dann wird das Jugendstilgebäude 100 Jahre alt, saniert werden kann, sucht Heppding weitere Unterstützer, sei es als Mitglieder in der Bürgerinitiative, sei es als Sponsoren zur Deckung der Sanierungskosten.

Unterstützer willkommen

Wer die Initiative zu Ankauf und Sanierung des denkmalgeschützten Ostheimer Bahnhofgebäudes finanziell oder durch persönliches Engagement unterstützen möchte, kann sich bei Jörg Heppding unter 0177 9147807 melden. Von Jürgen W. Niehoff

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