Ärztehaus statt Seniorenzentrum

Nidderau: Bürgermeister Bär und Hausarzt Dr. Schumann machen Vorschlag für Verbleib der Praxis in Eichen

Erste Skizzen liegen auf dem Tisch: Der Eicher Hausarzt Dr. Henrik Schumann (links) ist bereit, an dem von Bürgermeister Andreas Bär (SPD) vorgeschlagenen Standort Höchster Straße sein Medizinisches Versorgungszentrum zu errichten. Für das bislang dort geplante Alten- und Pflegezentrum (APZ) müsste ein neuer Standort in einem anderen Stadtteil gefunden werden.
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Erste Skizzen liegen auf dem Tisch: Der Eicher Hausarzt Dr. Henrik Schumann (links) ist bereit, an dem von Bürgermeister Andreas Bär (SPD) vorgeschlagenen Standort Höchster Straße sein Medizinisches Versorgungszentrum zu errichten. Für das bislang dort geplante Alten- und Pflegezentrum (APZ) müsste ein neuer Standort in einem anderen Stadtteil gefunden werden.

Für Dr. Henrik Schumann ist es zwar einerseits ein Kompromiss, andererseits bringe dieser aber auch Vorteile mit sich: Auf Vorschlag von Bürgermeister Andreas Bär (SPD) wäre der Eicher Hausarzt bereit, das von ihm seit Jahren angestrebte Medizinische Versorgungszentrum nicht in Altenstadt, sondern an der Höchster Straße zu errichten, dort, wo bislang ein Alten- und Pflegezentrum geplant war.

Nidderau – „Der größte Vorteil ist natürlich, dass wir schon im kommenden Jahr bauen könnten“, erklärt der Mediziner am Donnerstag bei einem Treffen in seiner Praxis. „Ich möchte ja nicht von Eichen weggehen, aber ich will auch beruflich weiterkommen.“

Schumann würde das Grundstück erwerben und in einem mehrstöckigen Gebäude Hausarzt-, Facharzt- und physiotherapeutische Praxen einrichten. Im Erdgeschoss wäre Platz für Handel, Gastronomie oder Dienstleister. Zudem sind 30 eigene Parkplätze vorgesehen.

Keine Alternative zu Grundstück an Höchster Straße

„Wir haben nach intensiver Prüfung kein anderes Grundstück gefunden, das ein solches Projekt im Ort ermöglicht“, berichtet Bürgermeister Bär. „Wir würden dadurch aber nicht nur den Hausarzt in Eichen halten, sondern zusätzliche Angebote für ganz Nidderau und umliegende Gemeinden gewinnen. Ich bin Herrn Dr. Schumann sehr dankbar, dass er sich meinem Vorschlag gegenüber offen zeigt. Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung genießt dabei größte Priorität.“

Deshalb wäre Bär auch bereit, vom Standort Höchster Straße für ein Seniorenzentrum abzurücken, für den er sich als SPD-Fraktionsvorsitzender noch stark gemacht hatte. Er habe darüber bereits mit der zuständigen Sozialdezernentin des Main-Kinzig-Kreises und Aufsichtsratsvorsitzenden der Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig Susanne Simmler gesprochen. Diese stünde einer Verlegung des Standorts offen gegenüber. Bei der Suche nach Alternativen setze Simmler nach den aufreibenden Diskussionen in der Vergangenheit jedoch auf Gründlichkeit vor Schnelligkeit und eine möglichst breite Akzeptanz. „Die Alten- und Pflegezentren sehen sich als Partner der Kommunen und der Bürgerinnen und Bürger“, betont Simmler in einer Stellungnahme zu dem Thema.

Spielplatz könnte erhalten bleiben

Akzeptanz ist auch für Schumann ein zentraler Punkt: „Der Vorschlag kam vom Bürgermeister. Ich bin ausdrücklich nicht gegen das APZ, sondern hatte es als Bereicherung gesehen. Ebenso wichtig ist mir, dass der Spielplatz beim jetzigen Lösungsvorschlag weitgehend erhalten bleiben kann.“

So könnte die Lösung aussehen: Das Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Henrik Schumann (graues Element in der Mitte) würde mit 30 eigenen Parkplätzen direkt neben der Nidderhalle (rechts) an der Höchster Straße (unten) gebaut. Die Grünfläche des Spielplatzes bliebe weitgehend unberührt. Links ist die Kita mit dem geplanten Anbau und dem neuen Grenzverlauf skizziert. ENTWURFSSKIZZE: Privat/Dr. Henrik Schumann

Denn nach einer ersten Entwurfsskizze würde lediglich die Rollschuhbahn zum Parkplatz umgewandelt. Der mit Bäumen und Büschen bewachsene Hügel sowie die Seilbahn und andere Spielgeräte blieben unangetastet. Das Gebäude selbst plant Schumann mit 15 mal 24 Metern. Es soll 600 bis 800 Quadratmeter Bürofläche bereitstellen. Das jetzige Praxisgebäude an der Wehrstraße biete auf drei Geschossen insgesamt 300 Quadratmeter und stoße längst an seine Grenzen.

Bär setzt auf Runden Tisch, um Details zu beraten

„Die Details sind offen und verhandelbar“, betont Bär. Aus seiner Sicht könnte der für September geplante „Runde Tisch“ sowohl einen möglichen neuen Standort für das APZ, als auch die Umsetzung des Medizinischen Versorgungszentrums an der Höchster Straße thematisieren. „Uns ist es wichtig, dass der Vorschlag gemeinsam sachlich diskutiert wird, um eine generationenübergreifende Lösung zu finden“, betonen Bär und Schumann unisono und hoffen darauf, dass bis Weihnachten eine Entscheidung in der Sache getroffen wird. „Nach der langen Wartezeit, in der Dr. Schumann schon viel Geduld aufgebracht hat, soll es nicht erneut zu einer Hängepartie kommen“, appelliert Bär. (Von Jan-Otto Weber)

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