Schultheiß nimmt Abschied

Nidderau: Bürgermeister war insgesamt über 40 Jahre im Dienst der Stadt

Mit stehenden Ovationen wurde der scheidende Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD, links) vom Ersten Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) und der Versammlung in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen verabschiedet.
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Mit stehenden Ovationen wurde der scheidende Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD, links) vom Ersten Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) und der Versammlung in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen verabschiedet.

„Nach einundvierzigdreiviertel Jahren im Dienst der Stadt Nidderau darf ich mich heute auf der politischen Bühne von Ihnen verabschieden“, eröffnete der frühere Azubi der Stadt Nidderau und heutige Bürgermeister Gerhard Schultheiß, der am 14. Mai aus dem Amt scheidet, am Ende der Stadtverordnetensitzung am Mittwochabend seine Abschiedsrede.

Nidderau - „Ich blicke heute auf knapp 25 Jahre als Wahlbeamter zurück, kaum zu glauben, dass ich derzeit der dienstälteste Leiter einer Verwaltung im Main-Kinzig-Kreis bin.“

Schultheiß, der als erster direkt gewählter Bürgermeister der Stadt 24 Jahre im Amt war, war bereits im Jahr 2018 zum Ehrenbürgermeister ernannt worden. Er dankte allen politischen Weggefährten und Parteien, man könne gemeinsam stolz auf 50 Jahre Stadtentwicklung in Nidderau zurückschauen. Für verschiedene „Epochen der Stadtpolitik“ dankte Schultheiß stellvertretend seinen Amtsvorgängern Willi Salzmann und Otfried Betz sowie Bernd und Manfred Reuter, Willi Baumann, Heinz Thomas, Georg Franz, Helmut Weider, Monika Rölling, Günter Vollbrecht und Gerhard Wukasch.

Vom Azubi über den Verwaltungsangestellten zum Ersten Stadtrat und Bürgermeister

„Gerade die ehrenamtlichen Kräfte sind es, die in ihrer Freizeit ein funktionierendes Gemeinwesen sicherstellen“, so der Rathauschef. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung. Nicht ohne Grund gilt die Kommune als Keimzelle der Demokratie, hier spürt man die Auswirkungen seines Handelns durch die Reaktion der Bürgerschaft hautnah.“

Zudem dankte Schultheiß den städtischen Mitarbeitern und mahnte ihnen gegenüber den nötigen Respekt an, den er in der politischen Auseinandersetzung oder in sozialen Medien zuweilen vermisse.

Lob und Dank an politische Weggefährten, Ehrenamtler und Familie

„Ein Füllhorn positiver Eindrücke“ habe er durch die Veranstaltungen von Vereinen, Kirchen und anderen Institutionen der „lebendigen Stadt mit Geschichte“ gewonnen, von den zahlreichen sozialen Initiativen und dem großen ehrenamtlichen Engagement in der Stadt, auch im Bereich Rettungsdienst und Feuerwehr. Seinem Nachfolger Andreas Bär wünschte er viel Erfolg.

Ein größerer Abschied sei wegen Corona nicht möglich, es gebe in dieser Zeit Wichtigeres, sagte Schultheiß mit Respekt vor den Leistungen der Menschen in Alten- und Krankenpflege.

Zuletzt dankte Schultheiß seiner Tochter Sandra und seiner Frau Kerstin für die Unterstützung in all den Jahren. „Das Leben ist ein ewiger Abschied“, sagte er mit dem römischen Dichter Martial. „Wer aber von seinen Erinnerungen genießen kann, lebt zweimal.“ Es sei ihm eine Ehre und Freude zugleich gewesen, Nidderau über einen so langen Zeitraum dienen zu dürfen. Die Anwesenden dankten es Schultheiß mit stehendem Applaus. Jan-Otto Weber

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