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Nidderau: Ein Bücherschrank für Erbstadt

Großer Bahnhof am Parkplatz der Mehrzweckhalle in Erbstadt, wo der Öffentlichkeit der neue Bücherschrank offiziell in Betrieb genommen wurde. Finanziert hat ihn die Bürgerstiftung.
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Großer Bahnhof am Parkplatz der Mehrzweckhalle in Erbstadt, wo der Öffentlichkeit der neue Bücherschrank offiziell in Betrieb genommen wurde. Finanziert hat ihn die Bürgerstiftung.

Großer Bahnhof am Bürgerhausparkplatz in Erbstadt: Dort ist am Dienstag bei feucht-kaltem Schneetreiben ein neuer Bücherschrank für die Einwohner des kleinsten Stadtteils vorgestellt worden. In dezentem Grau gestrichen, ist die ehemalige Telefonzelle der Telekom jetzt ein erster Anlaufpunkt für Bewohner von Nidderaus „Tor zur Wetterau“, wie der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) bemerkte.

Nidderau – Die Finanzierung des öffentlichen „Möbelstücks“ hat die Bürgerstiftung übernommen. Betreut wird der Bücherschrank ehrenamtlich von Ellen Neubert und Regina Wilke.

Die Idee, in der Stadt ebenso wie in vielen anderen Kommunen im Land öffentlich zugängliche Bücherschränke aufzustellen, datiert aus dem Jahr 2014 und wurde in Nidderau von Raphael Jung, dem damaligen Leiter der Stadtbücherei, propagiert, stellte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Horst Körzinger, fest. Und bereits im selben Jahr wurde ein Bücherschrank auf dem Dorfplatz in Eichen aufgestellt, ein weiterer folgte 2017 auf dem Stadtplatz in der Neuen Mitte, und im Nidderbad wurde eine Indoor-Lösung mit Mitteln der Bürgerstiftung realisiert. Bei all diesen Umsetzungen sei der Bauhof der Stadt federführend beteiligt gewesen, so auch beim Bau von Regalen und einem Fundament für den Bücherschrank in Erbstadt, lobte Körzinger.

Brücke zwischen Historie und Moderne

Schon von Beginn an war die Bürgerstiftung mit im Boot und sorgte über Sponsoren für die notwendigen Mittel, denn ein Schrank schlägt mit 1000 Euro zu Buche, berichtete der Vorsitzende. Er und seine Vorstandskollegen waren von Jungs Idee überzeugt und unterstützen dessen Konzept, in dem es unter anderem heißt, dass in der „lebendigen Stadt mit Geschichte“ – so das Motto von Nidderau – durch die Bücherschränke und ihre Inhalte „Brücken zwischen der Historie und der Moderne“ gebaut werden könnten. „Durch das Konzept, jederzeit Zugriff auf ein Buch zu haben, werden das Medium, die Kultur und die Geschichte hinter jedem einzelnen Buch bewahrt“, hieß es seinerzeit in dem Positionspapier von Jung weiter, aus dem Körzinger zitierte. Zudem, so der Vorsitzende der Bürgerstiftung, könnten Bücherschränke zu Orten der Begegnung und des Austauschs zwischen Buchliebhabern werden – gerade in Zeiten von Corona, möchte man hinzufügen. Er kündigte an, dass die Mittel vorhanden seien, um weitere Bücherschränke in Windecken, Heldenbergen und Ostheim zu finanzieren, die sukzessive aufgestellt werden sollen.

Bücher als Alternative zum WLAN

Hier ist noch Platz: Bürger können selbst Bücher einstellen oder ausleihen.

„Bücher sind eine gute Alternative zum WLAN, denn sie funktionieren immer“, bemerkte Stadtrat Vogel, der von einer „Bereicherung für den Stadtteil Erbstadt“ sprach. Er dankte besonders den beiden Patinnen, die sich ehrenamtlich um den Bücherschrank kümmern, denn die Erfahrung auch in anderen Kommunen habe gezeigt, dass eine Betreuung der Bücher notwendig sei.

„Ich hoffe, dass durch den Bücherschrank nicht nur für die Erbstädter, sondern auch für Wanderer oder Radfahrer, die durch den Stadtteil kommen, sich die Aufenthaltsqualität am Bürgerhaus verbessert“, so Vogel.

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