Kommunalwahl 2021

Wahlen in Nidderau: FDP ist die einzige neue Liste

Das Familienzentrum in der Neuen Mitte diente bereits zur Bürgermeisterwahl am 29. November 2020 als Wahllokal.
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Das Familienzentrum in der Neuen Mitte diente bereits zur Bürgermeisterwahl am 29. November 2020 als Wahllokal.

Es bleibt bei fünf Parteien: Neben den bereits in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen von CDU, Freien Wählern, Grünen und SPD wird zur Kommunalwahl am 14. März die FDP neu auf dem Wahlzettel auftauchen.

Nidderau – Die durch eine Flugblattaktion angefachte Befürchtung, es könnte sich diesmal erstmals auch eine rechtspopulistische Gruppierung formieren, hat sich damit nicht bestätigt. Auch die Initiative Zukunft Nidderau tritt wie berichtet nicht als unabhängige Wählergruppe zur Kommunalwahl an. „Die Coronavirus-Pandemie hat uns ausgebremst“, hatten die Initiatoren Dr. Ralf Grünke und Christian Maiwald im August erklärt.

„Es sind bei uns keine weiteren Wahlvorschläge eingegangen“, bestätigten Beate Weisbecker und Meike Wenk am Montag auf Anfrage des HA. „Alle fünf vorliegenden Wahlvorschläge sind gültig und wurden am Freitag zugelassen.“ Auch die Ortsbeiräte werden am 14. März von den Wählern bestimmt. CDU, Grüne und SPD treten dabei in allen fünf Stadtteilen an. Die Freien Wähler stellen bis auf Ostheim ebenfalls überall Kandidaten.

Dieter Tien ist Spitzenkandidat der Liberalen

Die FDP Nidderau, die im Mai 2020 einen neuen Ortsverband gegründet hat, konzentriert sich zu ihrer Premiere auf die Bewerbung für das Stadtparlament. Die Liste wird vom Parteivorsitzenden Dieter Tien (63 Jahre) aus Heldenbergen angeführt. Der Diplom-Kaufmann und Unternehmer ist verheiratet, hat drei Kinder und einen Enkel und ist beim TV Windecken und in der evangelischen Kirchengemeinde aktiv. Ihm folgt der stellvertretende Vorsitzende David Marohn (20) aus Windecken. Dort wohnt auch Lukas Rollmann (21). Mit René Klaus (41) aus Heldenbergen sowie Maurice Wehler (20) und Frauke Müller (48) aus Ostheim finden sich auch drei parteilose Kandidaten auf der Liste.

CDU: Die CDU Nidderau gibt sich innovativ und weiblich. Christina Schneider und Lucia Wörner-Böning sind die Gesichter des Wahlkampfes auf den Plakaten. Auf den 37 Listenplätzen für die Stadtverordnetenversammlung tummeln sich nicht nur Alteingesessene, sondern auch junge Familien und Zugezogene. Von Erstwählern bis Senioren sind alle Gesellschaftsgruppen vertreten. „Ausgehend von einer hervorragenden Oppositionsarbeit in den letzten Jahren und einem immensen Zuwachs an Mitgliedern, ist die CDU die Partei, die wie keine andere in Nidderau für Aufbruch und Veränderung steht“, wirbt die CDU. Die Partei sieht ihr Programm im Zeichen einer „bürgerfreundlichen, transparenten und nachhaltigen Politik“. Abgesehen von den übergeordneten Themen wie der Wirtschaftsentwicklung gibt es für die einzelnen Stadtteile jeweils konkrete Ziele der Christdemokraten.

Grüne: Die Grünen in Nidderau wollen ihr Ergebnis deutlich steigern. Zur Kommunalwahl treten sie mit insgesamt 25 Kandidaten aus allen Generationen und Stadtteilen an. Die Liste wird angeführt von Silke Vogel, der Frau des Ersten Stadtrats. Ihr folgt auf Platz 2 der aktuelle Fraktionsvorsitzende Gerrit Rippen. Auf der Stadtverordnetenliste kandidieren zudem vier parteilose Bewerber. „Die Liste zeigt schon mit ihrer ganzen Vielfalt an Geschlechtern, Altersgruppen, Alt- und Neubürgern und kulturellem Hintergrund die Identität und den politischen Anspruch der Nidderauer Grünen: Eine Liste für alle Bürger*innen zu bieten“, so die Partei, die nach eigener Einschätzung „eine starke Leistungsbilanz“ vorweisen kann und die Arbeit des Kämmerers Rainer Vogel bei der Konsolidierung der Finanzen lobt. „Wir wollen den Wahlkampf fair und konstruktiv gestalten“, sagt Silke Vogel.

Designierter Bürgermeister Bär als „Zugpferd“ für SPD

SPD: Die Partei, die bislang die stärkste Fraktion im Stadtparlament und ab Mai mit dem jetzigen Fraktionsvorsitzenden Andreas Bär auch den neuen Bürgermeister stellt, tritt mit insgesamt 54 Personen an. Angeführt wird die Liste durch Bär selbst, der freilich nicht zeitgleich ins Parlament einziehen kann, „als Zugpferd“, wie die Partei mitteilte. Auch die SPD betont die vielfältigen Generationen, Biografien, Berufe und Expertisen, die die Kandidaten auszeichnen. Mit vier parteilosen Kandidaten zeige man sich offen für aktive und engagierte Bürger. „Gemeinsam werden wir neue Wege in der Stadtpolitik gehen“, kündigt die SPD an. „In Nidderau lässt es sich gut leben. Dies verdanken wir einer engagierten Bürgerschaft einerseits, klugen politischen Entscheidungen andererseits“, so Bär, der die parlamentarische Mehrheit als Unterstützung für sein Bürgermeisteramt erhalten will.

FDP: Die FDP ist bislang noch nicht durch öffentliche Verlautbarungen in Erscheinung getreten. „Unsere Leitidee ist, Nidderau von der Schlafstadt zum Wirtschaftszentrum zu machen“, verrät der Parteivorsitzende und Spitzenkandidat Dieter Tien im Gespräch mit dem HANAUER. Viele qualifizierte Fachkräfte würden vor Ort wohnen oder an Nidderau vorbei nach Frankfurt fahren. „Die Botschaft an die Unternehmen lautet: Hier findet Ihr Fachkräfte.“ Für die Arbeitnehmer bedeuteten die kürzeren Arbeitswege im Gegenzug eine höhere Lebensqualität. Als zweites Thema wollen sich die Liberalen mit der Wirtschaftlichkeitsprüfung einer zentralen Sportanlage befassen, der sie offen gegenüber stehen. Drittes Thema ist der demografische Wandel. „Wie können wir die Potenziale der rüstigen Senioren in den Ortsteilen nutzen?“, fragt Tien und denkt an Treffs und Selbsthilfeinitiativen.

Transparenz und Sachlichkeit als Wahlziel

FWG: Die freien Wähler gehen mit der Stadtverordneten Anette Abel und Neueinsteiger Dirk Kapfenberger an der Spitze ins Rennen. Insgesamt kandidieren 14 Bürger aus allen Stadtteilen, von denen sich einige zuletzt auch rege an den Diskussionen um das geplante Seniorenzentrum in Eichen oder der Finanzlage der Stadt beteiligt hatten. Auch Moni Wukasch, die Ehefrau von Gerhard Wukasch, dem verstorbenen und über die Parteigrenzen hinweg geschätzten Fraktionsvorsitzenden der FWG, tritt an. „Mit Blick auf das Wahlprogramm, dessen Schwerpunkte unter anderem Transparenz und die sachliche Betrachtung jeglicher Vorgänge frei von Parteiinteressen sein werden, können so die Interessen aller Bürger der Stadt vertreten werden“, befindet der Nidderauer FWG-Vorsitzende Walter Bretthauer. Die FWG freue sich jederzeit über interessierte Bürger jeden Alters.

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