Jahresbericht

Nidderau: Freiwillige Feuerwehr leistet trotz Corona fast 10000 Stunden Ehrenamt

Sie setzen auf Teamarbeit: Stadtbrandinspektor Christopher Leidner (links) und sein Stellvertreter Markus Müller vor dem Feuerwehrhaus in Heldenbergen. Foto: Jan-Otto Weber
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Sie setzen auf Teamarbeit: Stadtbrandinspektor Christopher Leidner (links) und sein Stellvertreter Markus Müller kurz nach Amtsantritt im Februar 2020 vor dem Feuerwehrhaus in Heldenbergen. Foto: Jan-Otto Weber

Dass ihr erstes Jahr im Amt große Aufgaben bereithalten würde, war Christopher Leidner bei seiner Wahl zum Stadtbrandinspektor am 7. Februar 2020 und Markus Müller als dessen Stellvertreter bewusst. Die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie an sie stellen würde, konnten sie jedoch nicht erahnen.

Nidderau – Dennoch: „Die Feuerwehr Nidderau existiert, funktioniert und läuft auch trotz Corona weiter“, so ihre kämpferische Feststellung im kürzlich vorgelegten Jahresbericht. Da die Pandemie eine Jahreshauptversammlung in Präsenzform nach wie vor verbietet, stellen die beiden auf diese Weise vor, was die Feuerwehr Nidderau im Jahr 2020 umgesetzt und geleistet hat. Etwa, dass die Feuerwehr Nidderau als eine der ersten Feuerwehren in ganz Hessen ihren praktischen Ausbildungsbetrieb unter strengen Hygienevorschriften bereits Mitte Mai 2020 wieder zugelassen hat. Theoretischer Unterricht fand überwiegend online statt. „Glücklicherweise erkrankten im Jahr 2020 nur zwei (von 195 in der Einsatzabteilung) Mitglieder und ein Mitglied (von 58) der Jugendfeuerwehr mit dem Corona-Virus“, so das positive Fazit der Wehr zu ihrem Hygienekonzept.

Auch auf die Einsätze nahm Corona keine Rücksicht. Im Jahr 2020 musste die Feuerwehr Nidderau insgesamt 193-mal ausrücken. Es wurden 22 Brandsicherheitsdienste und vier Brandschutzerziehungen durchgeführt. Die Hilfeleistungseinsätze waren mit 41,97 Prozent aller Einsätze die Hauptaufgabe. Die rechtlich vorgeschriebene Hilfsfrist (innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung wirksame Hilfe leisten) konnte im Jahr 2020 bei allen Einsätzen eingehalten werden.

„Fast die Hälfte aller Einsätze (ca. 47,2 Prozent) fanden tagsüber unter der Woche, also zu den allgemeinen Arbeitszeiten der berufstätigen Einsatzkräfte, statt“, betonen Leidner und Müller in ihrem Bericht. „Dies verdeutlicht noch einmal, dass die Sicherstellung der Tagesalarmbereitschaft ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender Punkt ist und bleiben wird. Die Nachtruhe war in 13,5 Prozent aller Einsätze gestört.“

Vier Einsätze heben die Stadtbrandinspektoren gesondert hervor: Am Abend des 24. Januar wurde die Feuerwehr zu einem vermeintlichen Bombenfund an die Tankstelle in Heldenbergen alarmiert. Der verdächtige Gegenstand wurde durch die Spezialkräfte der Polizei untersucht und als ungefährlich eingestuft.

Am frühen Abend des 30. Juli brannte an der Ostheimer Straße in Windecken die Holzfassade eines ehemaligen Supermarkts. Insgesamt wurden sechs Trupps unter schwerem Atemschutz eingesetzt. Hilfsbereit zeigten sich einige Anwohner und der nahe gelegene Getränkemarkt Euler.

„Kellerbrand – Menschenleben in Gefahr“ lautete die Alarmierung am Abend des 4. Augusts. Der gefährliche Brandrauch hatte sich bereits im Zweifamilienhaus ausgebreitet. Vier Bewohner, darunter zwei Kinder, konnten auf einen Balkon flüchten. Sie wurden mit einer Steckleiter durch die Feuerwehr gerettet und in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.

Am 2. Dezember gegen 15 Uhr brannte es in einer Firma an der Daimlerstraße in Heldenbergen in einem Heizungsraum. Die Rauchentwicklung war weithin sichtbar. Verletzt wurde diesmal niemand.

Insgesamt leisteten die aktiven Mitglieder der Feuerwehr Nidderau im Jahr 2020 9913 Stunden an ehrenamtlicher Tätigkeit. Mit Stand zum 31. Dezember verfügte die Feuerwehr Nidderau über insgesamt 195 Einsatzkräfte in ihrer Einsatzabteilung. Es gab zehn Neuaufnahmen, davon alleine sechs Übertritte aus der Jugendfeuerwehr, und zwölf Austritte. Der Anteil weiblicher Mitglieder lag bei 13,33 Prozent.

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