Zentrale Sportanlage

Nidderau: Neue Studie für kleineres Projekt geplant

Der Hartplatz in Heldenbergen bleibt, zumindest vorerst: Die Haushaltsanträge des Ortsbeirats Heldenbergen und der CDU-Fraktion auf Mittel für einen Kunstrasenplatz und eine Tartanbahn wurden abgelehnt. Stattdessen soll es eine neue Studie für ein Sportanlagenkonzept geben.
+
Der Hartplatz in Heldenbergen bleibt, zumindest vorerst: Die Haushaltsanträge des Ortsbeirats Heldenbergen und der CDU-Fraktion auf Mittel für einen Kunstrasenplatz und eine Tartanbahn wurden abgelehnt. Stattdessen soll es eine neue Studie für ein Sportanlagenkonzept geben.

Groß war die Aufregung, als im Mai 2019 die BPG-Landschaftsarchitekten aus Biebertal ihre Machbarkeitsstudie zu einer zentralen Sportanlage für Nidderau im Sport- und Kulturausschuss vorstellten. 18,65 Millionen Euro sollte das Projekt unter Berücksichtigung aller von Vereinen und Verwaltung angemeldeten Wünsche kosten. Inzwischen wird wesentlich kleiner gedacht.

Nidderau – Die Planer sahen seinerzeit an der B45 Richtung Kaichen auf 10,5 Hektar eine Leichtathletik-Arena mit Laufbahnen rund um ein Naturrasen-Großspielfeld vor, dazu einen weiterer Naturrasenplatz und zwei Kunstrasen-Großspielfelder, ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen – etwa für Feldhockey – sowie Basket- und Volleyball-Spielfelder, Trainings- und sechs bis acht Tennisplätze. Schnell war klar, dass diese Variante kaum finanzierbar wäre und mit zehn Jahren auch zu lange dauern würde. Stattdessen beschlossen der Sport- und Kultur- sowie der Bau- und Strukturausschuss im Januar 2020 nach einer gemeinsamen Sitzung unter Zuladung des eigens eingerichteten Arbeitskreises unter Beteiligung der Vereine, die Planung einer „Grundvariante“ weiter zu verfolgen. Diese sah im Kern eine Leichtathletik-Arena mit Rasenplatz und extra Kunstrasenplatz für etwa 7,1 Millionen Euro vor – diesmal an der B521 in Richtung Büdesheim gelegen.

Vereine sollten auf alte Sportgelände verzichten

Voraussetzung: Die interessierten Fußballvereine – damals der SV Victoria Heldenbergen sowie die Sportfreunde aus Ostheim und Windecken – müssten ihre bisherigen Sportstätten zur Refinanzierung aufgeben. Der Main-Kinzig-Kreis wolle eine finanzielle Beteiligung an der Anlage prüfen, die auch dem Schulsport der Bertha-von-Suttner-Schule dienen könnte, so Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) damals. Auch die Tennisclubs und vor allem der Turnverein Windecken zeigten großes Interesse. Doch dann wurde es still um das Thema – Corona bestimmte die Agenda, der Sportbetrieb litt erheblich unter der Pandemie.

Nun, ein Jahr später, scheint das Projekt keine Mehrheiten mehr zu finden, wie sich in dieser Woche in den Beratungen zum Doppelhaushalt 2021/2022 im Haupt- und Finanzausschuss herauskristallisierte.

Anträge für Ausbau des Sportplatzes Heldenbergen abgelehnt

Hatte sich CDU-Kandidat Phil Studebaker bereits vergangenen Sommer im Bürgermeisterwahlkampf gegen eine zentrale Anlage ausgesprochen, beantragte die CDU-Fraktion nun für den kommenden Doppelhaushalt zusätzliche Mittel von 100 000 Euro „für die Planung eines Kunstrasenplatzes sowie einer Tartanbahn“. „Den langjährigen Forderungen im sportlichen Bereich sollte angesichts der unverhofften Gewerbesteuereinnahmen nun endlich nachgekommen werden, um die notwendige Konkurrenzfähigkeit der Nidderauer Sportler im Vergleich zu unseren Nachbargemeinden sicherzustellen“, so die Begründung. Parallel dazu meldete auch der Ortsbeirat Heldenbergen 50 000 Euro zur Planung einer Tartanbahn sowie eines Kunstrasenplatzes auf der Sportanlage in Heldenbergen an.

Doch auch die rot-grüne Koalition hatte das Thema auf der Antragsliste. „Für das Jahr 2021 sind 25 000 Euro für eine erneute Machbarkeitsstudie einzuplanen und der Titel in ‘Planung und Grunderwerb Sportanlagen’ umzubenennen.“ Auf Nachfrage der FWG-Vertreterin Anette Abel, wozu denn eine weitere Machbarkeitsstudie nötig sei, erklärte SPD-Vertreterin Fanny Withofs: „Wir wollen das Projekt kleiner haben.“ Bürgermeister Schultheiß sprang bei und erläuterte, es habe in der Vergangenheit immer wieder Ideen von den Vereinen gegeben, auch eine Halle sei genannt worden. „Nach den letzten Gesprächen scheint eine zentrale Sportanlage so nicht mehr möglich.“

Bürgermeister: Vereinen kann man keinen Vorwurf machen

CDU-Vertreter Uwe Richter zeigte wenig Verständnis für die Situation: „Wir laufen den Vereinen seit Jahren hinterher, doch es kommt keine konkrete Rückmeldung. Warum sollen wir dann zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt Planungsmittel einstellen?“ Die Erststudie sei dem Sportentwicklungsplan entsprungen, verwies Schultheiß. „Das ist schon einige Jahre her. Manch einer ist erschrocken, als er die Summe gehört hat, Corona trug zur Verunsicherung bei. Man kann den Vereinen da keinen Vorwurf machen.“

Die Anträge des Ortsbeirats Heldenbergen und der CDU auf Mittel für Tartanbahn und Kunstrasenplatz wurden abgelehnt, der Koalitionsantrag auf Mittel für eine erneute Machbarkeitsstudie gegen die CDU und bei Enthaltung der FWG beschlossen. (Jan-otto Weber)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare