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Nidderau: Hausarzt Dr. Schumann stellt Bauvorhaben in Eichen im Ausschuss vor

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Von: Jan-Otto Weber

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So könnte die Lösung aussehen: Das Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Henrik Schumann (graues Element in der Mitte) würde mit 30 eigenen Parkplätzen direkt neben der Nidderhalle (rechts) an der Höchster Straße (unten) gebaut. Die Grünfläche des Spielplatzes bliebe weitgehend unberührt. Links ist die Kita mit dem geplanten Anbau und dem neuen Grenzverlauf skizziert. ENTWURFSSKIZZE: Privat/Dr. Henrik Schumann
So könnte die Lösung aussehen: Das Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Henrik Schumann (graues Element in der Mitte) würde mit 30 eigenen Parkplätzen direkt neben der Nidderhalle (rechts) an der Höchster Straße (unten) gebaut. Die Grünfläche des Spielplatzes bliebe weitgehend unberührt. Links ist die Kita mit dem geplanten Anbau und dem neuen Grenzverlauf skizziert. ENTWURFSSKIZZE: Privat/Dr. Henrik Schumann © Privat

Darüber, dass es ein Gewinn für Eichen und Nidderau wäre, wenn der örtliche Hausarzt Dr. Henrik Schumann sein medizinisches Versorgungszentrum an der Höchster Straße in Eichen bauen würde, besteht durch die Fraktionen hinweg Einigkeit. Vor allem die FWG-Abgeordnete Anette Abel hatte am Montagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Klimaschutz und Infrastruktur aber noch einige Fragen zu dem Projekt.

Nidderau – Zudem wollte sie dem Magistrat gern noch eine „Schiene“ für die Vertragsverhandlungen zum Verkauf des betreffenden Grundstücks neben der Nidderhalle legen. Ihren Antrag, zur Beratung vertraglicher Details die Nichtöffentlichkeit herzustellen, lehnte der Ausschuss jedoch ab. „Mir fehlt offen gesagt die Fantasie, welche Leitplanken ein solcher Vertrag haben soll“, so Bürgermeister Andreas Bär (SPD). „Wir verkaufen ein Baugrundstück. Über die Genehmigung des Gebäudes entscheidet die Bauaufsicht des Main-Kinzig-Kreises.“

Aber eben diese Bauaufsicht sei ja die Beklagte im Fall des seit Jahren anhängigen Gerichtsverfahrens um den Bau der Nidderhalle, so Abel. Sie kritisierte, dass erneut ohne Bebauungsplan, sondern nach §34 gebaut werden solle, was auch für Dr. Schumann als Investor ein Risiko darstelle. Der Bürgermeister verwies auf das noch laufende Mediationsverfahren, das nach Corona-Unterbrechung noch dieses Jahr fortgesetzt werden solle.

Hausarzt beantwortet Fragen

Der zugeladene Dr. Schumann äußerte sich zu diesem Punkt nicht. Dafür beantwortete er geduldig die Fragen des Ausschusses, etwa nach der Zahl der Parkplätze. Die orientiere sich an der Verordnung, so der Mediziner. Es würden wohl etwa um die 40. Die 54 Parkplätze, die im Entwurf skizziert seien, sollten lediglich die Größenordnung des Bauvorhabens darstellen.

„Ich bin ein gebranntes Kind“, erläuterte Schumann. „Wir haben an der Wehrstraße öfter die Ordnungshüter da, weil da eine grausame Parksituation herrscht.“ Die Praxis habe zwölf Mitarbeiter. Deshalb wolle er die Parkplätze an der Höchster Straße auch selbst besitzen. Ein Parkdeck, wie von Anette Abel angeregt, sei jedoch nicht in seinem Etat enthalten.

Momentan stünden ihm an der Wehrstraße 300 Quadratmeter Fläche auf drei Etagen zur Verfügung. An der Höchster Straße möchte er gern dreieinhalb Geschosse mit 1100 Quadratmetern Fläche für medizinische Nutzung errichten, darunter im oberen Geschoss eine Glaskonstruktion für ein Reha-Zentrum mit Fitnessgeräten (wir berichteten).

Platz für Ladenfläche oder Gastronomie

„Es geht nicht nur um neue Räume für unsere Hausarztpraxis“, machte Schumann klar, „wir wollen unser Angebot ausweiten.“ In seinem medizinischen Versorgungszentrum, das als GmbH geführt sei, arbeiteten schon jetzt drei Hausärzte. Ab Oktober kommt eine Kinderärztin hinzu. Seine Frau betreibe eine Physiotherapie. Neben dem Reha-Zentrum wolle er sich um eine weitere medizinische Disziplin bemühen. Im Erdgeschoss gebe es außerdem die Option für einen Bäcker, ein Café oder eine sonstige gewerbliche Einrichtung. Der Gesamtflächenbedarf belaufe sich auf 2000 Quadratmeter.

Auf eine Vertragsklausel, in der der Hausarzt auch im Falle eines Immobilienverkaufs der Stadt langfristig einen medizinischen Betrieb in dem Gebäude zusichert, will sich Schumann nicht festlegen – auch wenn Ausschussvorsitzender Helmut Brück für diesen Fall ein mögliches Entgegenkommen der Stadt beim Kaufpreis für das Grundstück signalisierte.

Ausschuss empfiehlt Verkaufsverhandlungen

Bei einer Gesamtinvestition von drei Millionen Euro könne ihn ein Nachlass von vielleicht 50 000 Euro auf den Grundstückskauf nicht locken, machte Schumann klar, der im Nebensatz auch noch einmal die Option erwähnte, sein Projekt im benachbarten Altenstadt zu realisieren. „Gut möglich, dass ich wie mein Vater noch mit 70 praktiziere. Aber ich lasse mich nicht dazu zwingen.“

Bürgermeister und Ausschuss dankten Schumann und betonten noch einmal, wie wichtig das Projekt für Nidderau sei. Bei Enthaltung von FWG-Vertreterin Abel wurden Verkaufsverhandlungen mit dem Hausarzt empfohlen. Zugleich soll der Beschluss zum Bau eines Alten- und Pflegezentrums an der Höchster Straße aufgehoben werden. Zum neu angestrebten Standort für das Seniorenzentrum am Erbstädter Friedhof verkündete Bär, dass sowohl die APZ als auch das Regierungspräsidium grundsätzlich keine Bedenken geäußert hätten. Von Jan-Otto Weber

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