Kommunalwahl

Nidderau: Heldenbergens Ortsvorsteher Erich Lauer hofft auf faire Zusammenarbeit in den Ortsbeiräten

Die Wappen der fünf Stadtteile prangen auf einem Schild am Nidderauer Rathaus.
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Die Wappen der fünf Stadtteile prangen auf einem Schild am Nidderauer Rathaus.

Die Stimmen sind ausgezählt, trotzdem ist die Kommunalwahl 2021 noch nicht beendet, denn nun müssen sich die Gremien konstituieren. Dazu gehört unter anderem die Wahl des Vorsitzenden des jeweiligen Gremiums. Bei den Ortsbeiräten ist dies der Ortsvorsteher. „Da wurde beispielsweise am Anfang der letzten Sitzungsperiode in Erbstadt der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen durch ein Bündnis der unterlegenen Parteien einfach bei Seite geschoben“, erinnert sich Erich Lauer (CDU), der bisherige Ortsvorsteher von Heldenbergen.

Nidderau – Auch in diesem Jahr sieht er den Wahlen des Ortsvorstehers in den jeweiligen Ortsbeiräten mit Spannung entgegen. Denn in den fünf Stadtteilen hat bei den Ortsbeiratswahlen dreimal die CDU – in den Stadtteilen Erbstadt (44,74 Prozent), in Eichen (43,36 Prozent) und in Heldenbergen (40,66 Prozent) – den größeren Zuspruch aus der Bevölkerung gewonnen. In den beiden anderen Stadtteilen Windecken (36,36 Prozent) und Ostheim (44,66 Prozent) sammelte die SPD die meisten Stimmen.

Nach einer ungeschriebenen Regel stelle die Partei mit den meisten Stimmen den Ortsvorsteher, so Lauer. Aber diese Regel sei nirgends verbrieft und werde dann im Einzelfall schon einmal übergangen. „Ich bin sehr gespannt, wie das dieses Mal ausgeht.“ Der zukünftige Bürgermeister Andreas Bär (SPD) habe alle zu einem fairen Umgang miteinander und zur Zusammenarbeit aufgerufen. „Die Wahlen der Ortsvorsteher stellen dabei eine erste Bewährungsprobe dar“, meint der erfahrene Lokalpolitiker Lauer.

In Erbstadt gibt es auf jeden Fall einen neuen Ortsvorsteher

In Erbstadt wird es ohnehin ein neues Gesicht an der Spitze des Ortsbeirats geben. Denn der bisherige Ortsvorsteher Peter Hens ist zur Kommunalwahl nicht mehr angetreten. Nach der von Lauer zitierten „ungeschriebenen Regel“ würde ihm Jürgen Frech folgen, der nicht nur die CDU als stärkste Partei im Stadtteil vertritt, sondern nach 2016 erneut die meisten Stimmen bekommen hat.

Auch in Eichen würde demnach ein Wechsel anstehen. Auch dort ist die CDU stärkste Kraft, die meisten Stimmen hat Matthias Lochner von den Christdemokraten. Der bisherige Ortsvorsteher Sam Pfeifer von der SPD erhielt 38 Stimmen weniger.

Die Zusammensetzung der fünf Ortsbeiräte in Nidderau

Heldenbergen: CDU: 2 Sitze (40,66 Prozent), SPD: 1 Sitz (27,03), Grüne: 1 Sitz (18,1), FWG: 1 Sitz (14,21). Gewählt wurden Erich Lauer, CDU (1670 Stimmen), Charlotte Gäckle, CDU (1122), Walter Hagen, SPD (829), Beate Kanzler, Grüne (1397) und Anette Abel, FWG (1154).

Windecken: SPD: 2 Sitze (36,36 Prozent), CDU: 2 Sitze (30,61), Grüne: 1 Sitz (26,52). Gewählt wurden Stefan Hotz, SPD (1496 Stimmen), Heinz Homeyer, SPD (1137), Werner Traudt, CDU (1040), René Staubach, CDU (990), Nicole Stahlberg, Grüne (1212 Stimmen).

Erbstadt: CDU: 2 Sitze (44,74 Prozent), SPD: 2 Sitze (36,57), Grüne: 1 Sitz. Gewählt wurden Jürgen Frech, CDU (366 Stimmen), Benjamin Warlich, CDU (320), Frank Hens, SPD (321), Markus Maier, SPD (288) und Helmut Gockert, Grüne (251).

Eichen: CDU: 2 Sitze (43,36 Prozent), SPD: 2 Sitze (37,71), Grüne: 1 Sitz (10,97). Gewählt wurden Matthias Lochner, CDU (648 Stimmen), Lucia Wörner-Böning, CDU (426), Sam Pfeifer, SPD (610), Gabriele Roß, SPD (364) und Jürgen Jung, Grüne (279).

Ostheim: SPD: 2 Sitze (44,66 Prozent), CDU: 2 Sitze (38,31), Grüne: 1 Sitz (17,03). Gewählt wurden: Klaus Mehrling, SPD (1131 Stimmen), Markus Dillmann, SPD (1087), Kurt Heißig, CDU (859), Hans-Günter Frech, CDU (756), Otto Löber, Grüne (911). jow

Lauer erhält bei Ortsbeiratswahl mit Abstand die meisten Stimmen

Den Aufruf des designierten Bürgermeisters zu mehr Fairness und weniger Krawall lässt Lauer für seinen Ortsbeirat nicht gelten. „Ich bin seit 2011 Ortsvorsteher von Heldenbergen, und ich kann mich an keine Sitzung in unserem Ortsbeirat erinnern, in der wir uns persönlich angegangen sind oder in der es Krawall gab.“ Seine Devise sei von Anfang an gewesen, die Parteipolitik aus der Ortsbeiratsarbeit herauszuhalten. Denn mit Ideologien schaffe man keinen Fußgängerüberweg und keine neuen Spielplatzgeräte. Und so geht Lauer davon aus, als Ortsvorsteher wiedergewählt zu werden. „Wir haben uns über Parteigrenzen hinweg bislang immer gut verstanden“, so Lauer, der mit 1670 Stimmen nicht nur in Heldenbergen, sondern stadtweit den größten Zuspruch aller Ortsbeiratskandidaten erhielt.

Und deshalb schmiedet er auch schon Pläne für die zukünftige Arbeit des Ortsbeirates Heldenbergen. Beispielsweise will er gegen Leerstand im Ortskern vorgehen und sich für ein Verkehrskonzept mit einer sinnvollen Fahrradwegeplanung einsetzen. Zudem möchte er dafür sorgen, dass neue Wohngebiete über das ganze Stadtgebiet verteilt würden und nicht nur für Heldenbergen geplant werden. Weitere Anregungen erwartet er von den vier Kollegen in seinem Gremium, die allesamt neu sind. Jürgen W. Niehoff und Jan-Otto Weber

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