Soziales Angebot

Nidderau: Im virtuellen Elterncafé können sich Mütter und Väter austauschen

Valentina Weißgerber
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Valentina Weißgerber

Pandemiebedingt muss der Drop In(klusive)-Treff für Eltern mit Kindern bis zu drei Jahren seit Monaten pausieren. Als Alternative gibt es seit Kurzem ein virtuelles Elterncafé. Die Diplom-Sozialpädagogin Valentina Weißgerber leitet es.

Nidderau – Das Elterncafé in Nidderau gibt es mit Veranstaltungen seit August 2017. Doch schon 2012 wurde das Angebot drei- bis viermal jährlich aufgelegt. Weißgerber zog 2012 nach Nidderau, in dem Jahr, in dem ihre Tochter geboren wurde. Sie nahm das Angebot der Stadt wahr, da sie damals kaum über Kontakte zu anderen Eltern verfügte. Die 33-Jährige kann viel Positives berichten.

Weißgerber lernte eine Mutter kennen, zu der heute noch Freundschaft besteht. Ihre Töchter gehen mittlerweile in die gleiche Klasse. „Ich habe das als tolles Angebot für junge, zugezogene Mütter empfunden“, sagt Weißgerber. Zu Beginn habe man viele Fragen und möchte sich mit anderen Eltern austauschen. Ratgeber vermittelten zwar viel Wissen, doch sehe die Realität oft anders aus. „Es ist schöner, sich mit Eltern auszutauschen, die die gleichen Probleme haben“, sagt Weißgerber.

Vor vier Jahren habe die Karl-Kübel-Stiftung dann ein Drop in (klusive) wöchentliches Elterncafé als Projekt gestartet, um Willkommens- und Begegnungsorte zu schaffen. Die Stadt Nidderau habe sich beworben und den Zuschlag erhalten. Das Projekt wird außer in der Pandemie mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Familienzentrum angeboten.

Weißgerber bewarb sich im März 2018 als Gastgeberin für das Elterncafé. Ihre Tochter ist mittlerweile acht, ihr Sohn fünf Jahre alt. „Das Elterncafé ist ein komplett offenes Angebot. Die Mütter müssen sich im Vorfeld nicht anmelden“, sagt sie. Eltern seien so zeitlich unabhängig. Das Angebot richte sich an Eltern mit Kindern bis drei Jahre. Zum Angebot zählt auch ein Frühstück in Büffetform. Alle drei Monate werden die Eltern von Neugeborenen der Stadt Nidderau eingeladen.

Ziel der Stiftung sei es, einen Willkommensort zu schaffen, der sich von der Zeit nach der Geburt bis hin zur Kindertagespflege erstreckt. Bis zur Corona-Krise nahmen 15 bis 20 Elternteile mit Kindern im Familienzentrum das Angebot an. Aufgrund von Kontaktbeschränkungen startete Weißgerber eine Elternumfrage per Fragebogen, die sich auf zukünftige Angebote bezog. Die Eltern wünschten sich eine Online-Plattform zum weiteren Austausch.

Nach umfangreicher Recherche und dem Austausch mit ihrer Kollegin Eugenia Pellegrini in Altenstadt, die das dortige Drop in (klusive) Angebot betreut, entschied sich Weißgerber für ein deutsches Startup-Unternehmen, das die Plattform www.wonderme.de gegründet hat. Nach der Registrierung auf der Internetseite ist es möglich, einen virtuellen Raum zu eröffnen. Für den Raum gibt es einen speziellen Link, der an die Eltern weitergegeben wird.

Diese können so ein Foto von sich oder einem Kuscheltier einstellen und den Raum virtuell als so genannter Avatar betreten. Wenn Avatare virtuell aufeinandertreffen, können Gesprächskreise gebildet werden. Im Gesprächskreis ist die Unterhaltung per Videochat möglich. Gesprächskreise können auch nach Ortsteilen gebildet werden. „In der aktuellen Testphase haben neun Mütter darüber kommuniziert“, sagt Weißgerber.

Das Angebot richtet sich auch an Eltern aus umliegenden Ortschaften. Die WhatsApp Gruppe „Familientreff Nidder-Forum“ gründeten Eltern in Eigenregie. Zusätzlich erstellte Weißgerber eine virtuelle Pinnwand über die Internetseite „Padlet“ mit Basteltipps, Fingerspielen, Hilfsangeboten und der Rubrik „Wonderme“. Der QR-Code von „Wonderme“ und „Padlet“ befindet sich auch in dem Brief an Eltern Neugeborener. Eltern berichten über vielfältige Themen, zum Beispiel wie sie passende erste Schuhe für ihre Schützlinge bei geschlossenen Geschäften finden. Georgia Lori

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