Ortsbeirat

Nidderau: Jugendliche aus Eichen sollen wieder einen Treffpunkt bekommen

Der Abenteuerspielplatz an der Höchster Straße in Eichen gehört zu den größeren Anlagen in der Stadt. Durch die anstehenden Baumaßnahmen soll er entsprechend angepasst werden. Ganz in der Nähe, hinter der Nidderhalle (Bildhintergrund) soll ein Treffpunkt für Jugendliche entstehen. Archiv
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Der Abenteuerspielplatz an der Höchster Straße in Eichen gehört zu den größeren Anlagen in der Stadt. Durch die anstehenden Baumaßnahmen soll er entsprechend angepasst werden. Ganz in der Nähe, hinter der Nidderhalle (Bildhintergrund) soll ein Treffpunkt für Jugendliche entstehen. Archiv

Die Jugendförderung in Eichen ist ein Kapitel, das erst wieder aufgeschlagen werden muss. Der Ortsbeirat machte in seiner jüngsten Sitzung einen Versuch.

Nidderau – Es sind zwei Punkte, die die Jugend in Eichen wieder auf die Tagesordnung eines politischen Gremiums führten. Zum einen hat die Deutsche Reihenhaus AG, die am Junkernwald in Eichen mittlerweile ein zweites Wohnprojekt mit mehreren Wohneinheiten verwirklicht, einen Unterstand als neuen Treffpunkt für die Jugend in Eichen gestiftet, für den noch ein Standort gefunden werden musste. Zum anderen fehlt dem Ortsteil ein Raum, in dem junge Menschen feiern oder Veranstaltungen abgehalten werden können.

Bei einer Befragung unter rund 150 Nidderauer Jugendlichen, darunter zwölf aus Eichen, zu ihren Wünschen und Aktivitäten stand die Freizeitgestaltung ganz oben an. Das Ergebnis der Befragung war kürzlich im Sozialausschuss vorgestellt worden. Erstaunt zeigten sich die Gremienmitglieder darüber, dass nicht die Jugendhäusern in den Stadtteilen Windecken und Ostheim ganz oben auf der Wunschliste als gewünschte Aufenthaltsorte standen, sondern der Aufenthalt in der Natur. Weil es in Eichen aber weder die eine noch die andere Variante gibt, also weder einen geeigneten Treffpunkt im Freien noch einen Clubraum, will sich nun der Ortsbeirat darum kümmern.

Ortsbeirat will Kirchengemeinde und Stadt an einen Tisch bringen

Der Standort für den gestifteten Unterstand ist schnell gefunden, nämlich direkt hinter der Nidderhalle. Das Gelände liegt abseits genug für die Jugendlichen, um sich ungestört aufhalten zu können, und birgt auch keine Gefahr wegen eventueller Ruhestörungen.

In Sachen Clubraum will der Ortsbeirat die evangelische Kirchengemeinde und die Stadt an einen Tisch bringen, um über die Nutzung der Kellerräume im Gemeindehaus erneut zu beraten. Der Jugendtreff dort war eingeschlafen, weil sich Kirche und Stadt nicht über die Länge der Aufsicht einigen konnten und deshalb der Treff bereits beispielsweise freitags schon um 18 Uhr geschlossen wurde. Sollte es zu einer Einigung kommen, dann sollen die Jugendlichen allein über die Einrichtung und die Veranstaltungen entscheiden. Dieser Vorschlag wird vom Ortsbeirat einstimmig angenommen.

Beratung über Spielplatzkonzept

Auch der zweite Tagesordnungspunkt an diesem Abend dreht sich um die Jugend. In gleich mehreren Ausschüssen der Stadt wird derzeit über die Überarbeitung des Spielplatzkonzeptes beraten. 23 öffentliche Spielplätze, elf Spielplätze an Kindertagesstätten, sieben Bolzplätze und mehrere Spielgeräte an der Hohen Straße stehen in Nidderau für die Jugend bereit.

Zwei Spielplätze gibt es in Eichen. Mit über 9200 Quadratmetern zählt das Gelände an der Höchster Straße zu den größeren Spielplätzen der Stadt. Er gilt als Abenteuerspielplatz und aufgrund des hohen Anteils von Senioren im Einzugsgebiet zugleich auch als generationsübergreifendes Freizeitareal. Erste Geräte für die ältere Generation stehen bereits dort.

Wegen der nun aber bevorstehenden Umnutzung eines Teils der Fläche durch die Erweiterung der benachbarten Kindertagesstätte einerseits und durch den geplanten Bau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) von Hausarzt Dr. Henrik Schumann muss dieser Platz umgestaltet werden. Der Ortsbeirat ist der Meinung, dass die generationsübergreifende Nutzung auch in Zukunft und nach Umgestaltung beibehalten werden soll.

Für den Spielplatz Wehrstraße will der Ortsbeirat durch den Magistrat prüfen lassen, ob eine Erweiterung in Richtung Bolzplatz mit Mehrgenerationen-Spielgeräten erfolgen kann, allerdings erst nach vorheriger Untersuchung des Untergrundes und auf mögliche Hochwassergefahr. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Verträge für Ärztehaus sind in Arbeit

Am Ende der Sitzung gibt der Ortsvorsteher Sam Pfeifer (SPD) noch einen Überblick über den aktuellen Sachstand zur Entwicklung des Medizinischen Versorgungszentrums an der Höchster Straße. Anfang November hatte die Verwaltung dazu weitere Gespräche mit Dr. Schumann geführt, die nach Aussage der Verwaltung positiv verlaufen sind. Auf Basis dieser Gesprächsergebnisse wird nun aktuell ein konkreter Vertragsentwurf erstellt. Parallel dazu wird durch ein Sachverständigenbüro ein Bodengutachten erstellt, das in die Beschlussfassung einfließen soll. Sobald Vertrag und Gutachten vorliegen, soll die finale Beschlussfassung über die Veräußerung des Grundstücks in der Stadtverordnetenversammlung erfolgen.

Das alte Feuerwehrhaus in Eichen soll nach der Übergabe des neu gebauten Gerätehauses im Wiesengrund kommende Woche neu genutzt werden. Dazu soll eine Bürgerversammlung stattfinden.

Des Weiteren wird beschlossen, dass eine der nächsten Ortsbeiratssitzungen im dann ehemaligen Feuerwehrhaus in der Obergasse mit Beteiligung der Bürger stattfinden soll, um gemeinsam über die Zukunft der Liegenschaft zu beraten. Erste Ideen, wie beispielsweise Um- oder Neubau für betreutes Wohnen oder sozialer Wohnungsbau werden bereits genannt.

Jürgen W. Niehoff

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