Konstituierende Sitzungen

Nidderau: Neue Fraktionsspitzen bei SPD und CDU

Die Wahlurnen, die zur Bürgermeisterwahl im November 2020 in den Nidderauer Wahllokalen wie hier im Familienzentrum im Einsatz waren, werden am 14. März zur Kommunalwahl wieder gebraucht.
+
Nach der Kommunalwahl vom 14. März haben sich nun in Nidderau alle Fraktionen aufgestellt. Die konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist am 21. April.

Mit neuen Gesichtern an der Fraktionsspitze gehen sowohl die SPD als auch die CDU in die neue Wahlperiode. Beide Parteien hielten am Montagabend ihre konstituierenden Sitzungen ab.

Nidderau – Wie in der vorangegangenen Berichterstattung dieser Zeitung bereits vermutet, übernimmt bei den Sozialdemokraten Vinzenz Bailey die Führung der Fraktion. Er wird damit Nachfolger von Andreas Bär, der ab dem 15. Mai das Amt des Nidderauer Bürgermeisters übernimmt.

In der CDU rückt der bisherige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Warlich an die Stelle von Andreas Frenzel, der aus beruflichen Gründen den Fraktionsvorsitz abgibt. Zudem wird Frenzel sein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung zurückgeben.

Thomas Warlich ist neuer Fraktionsvorsitzender der CDU

Wie Warlich in einem Telefonat mit unserer Zeitung weiter berichtet, wurden Christina Schneider und Lucia Wörner-Böning, mit denen die CDU im Kommunalwahlkampf auf ihren Plakaten geworben hatte, zu seinen Stellvertreterinnen gewählt. Stefanie Birnbaum – wie Schneider und Wörner-Böning neu in der Fraktion – übernimmt das Amt der Schriftführerin, Hans-Günter Frech wird Kassierer.

Ex-Bürgermeisterkandidat Phil Studebaker soll CDU-Stadtrat werden

Als Magistratsmitglieder hat die CDU erneut ihren Nidderauer Stadtverbandsvorsitzenden Otmar Wörner vorgesehen. Zudem soll Phil Studebaker ehrenamtlicher Stadtrat werden. Der Ex-Bürgermeisterkandidat hatte bei seiner Kommunalwahlpremiere mit 5279 Stimmen das beste Ergebnis seiner Partei erzielt. Während der neue Fraktionsvorsitzende Thomas Warlich für seinen ausscheidenden Vorgänger Andreas Frenzel in die Fraktion rückt, würden Günter Brandt und René Staubach die Plätze der für den Magistrat nominierten Wörner und Studebaker einnehmen.

„Wir sind zufrieden mit den 13 Mandaten und fühlen uns durch den gewonnenen Sitz im Parlament gestärkt“, erklärt Warlich für die CDU, die nach Anzahl der Sitze mit der SPD gleich auf liegt. „Unsere Fraktion ist jünger und weiblicher und bietet damit eine hervorragende Perspektive für die Zukunft.“

CDU erwartet Entgegenkommen von Rot-Grün

Die Entscheidungen seien am Montagabend in der Nidderhalle in Eichen in großem Einvernehmen und nahezu komplett einstimmig getroffen worden, so Warlich weiter. Man hoffe nun auf ein gutes Miteinander und eine Beruhigung im Parlament nach der aufreibenden Zeit des Bürgermeister- und Kommunalwahlkampfes.

„Wir sind bereit, Gräben zuzuschütten“, beteuert Warlich, der in der abgelaufenen Wahlperiode selbst einige scharfe Redebeiträge geliefert hatte. „Allerdings liegt es auch an Rot-Grün. Wir haben schon den Anspruch, dass wir als stärkste Partei bei den Ortsbeiratswahlen in Heldenbergen, Eichen und Erbstadt und mit 13 Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung auch bei der Besetzung der Ortsbeirats- und Ausschussvorsitze entsprechend zum Zug kommen.“

Parteichef Bailey führt auch Fraktion

Während an der Spitze der CDU-Fraktion ein Erbstädter auf einen Erbstädter folgt, tritt bei der SPD der Windecker Bailey die Nachfolge für den Windecker Bär an. Der 30-jährige Grundschullehrer ist seit 2016 Parteivorsitzender der Nidderauer SPD und Kreistagsabgeordneter. Bei der Kommunalwahl wurde er erstmals zum Stadtverordneten gewählt und rückte auf der Liste von Platz drei auf Platz zwei hinter Bär. Als Fraktionsvorsitzender wurde er am Montag einstimmig gewählt, ebenso wie seine Stellvertreterin Melanie Jung, die wie er neu im Parlament ist. Die Windeckerin ist 41 Jahre alt und engagiert sich seit 2014 als Vorsitzende des Behindertenrats Main-Kinzig für mehr Inklusion und Teilhabe in der Gesellschaft.

Sie führen die SPD-Fraktion: Vinzenz Bailey, Melanie Jung und Sam Pfeifer.

Komplettiert wird der Fraktionsvorstand durch die einstimmige Wahl Sam Pfeifers zum Geschäftsführer. Der 24-Jährige aus Eichen tritt die Nachfolge von Fanny Withofs an, die bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidierte.

„Die neue Fraktion weist eine gute Mischung aus neuen Gesichtern und erfahrenen Kommunalpolitikern auf. Mit den beiden parteilosen Fraktionsmitgliedern Dr. Horst Maurer und Romy Nickel findet zudem die engagierte Bürgerschaft eine starke Stimme in der SPD-Fraktion“, erklärt Bailey. „Insbesondere freut es mich, dass der Generationenwechsel auch in der Fraktion gelungen ist und wir mit einem kompetenten und gut durchmischten Team an die Arbeit für die nächsten fünf Jahre gehen können.“

SPD schlägt Jan Jakobi als Stadtverordnetenvorsteher vor

Als Stadtverordnetenvorsteher, den Ersten Bürger der Stadt, hat die SPD als stärkste politische Kraft (zwei Prozent mehr als die CDU) den Ostheimer Jan Jakobi nominiert, der bei einer Wahl durch das Parlament auf den ebenfalls aus Ostheim stammenden Gunther Reibert folgen würde. „Jan Jakobi ist seit 2013 Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses“, erläutert Bailey. „Dort hat er über die Parteigrenzen hinweg für seine ausgewogene Moderierung und Kenntnisse im Verwaltungshandeln Anerkennung erhalten. Wir sind uns sicher, dass er ein hervorragender Kandidat für das überparteiliche Amt des Stadtverordnetenvorstehers ist.“

Für den Magistrat wurden die bisherigen ehrenamtlichen Stadträte Markus Dillmann und Rosemarie Czekalla sowie der Vorsitzende der SPD-Eichen-Erbstadt Herbert (Harry) Bischoff nominiert. Soweit diese Vorschläge umgesetzt werden, könnte ein weiterer Nachrücker als Stadtverordneter seine Arbeit aufnehmen. Jan-Otto Weber

Die Fraktionen von SPD und CDU

Nachfolgende Stadtverordnete wurden bei der Kommunalwahl am 14. März in folgender Reihenfolge nach Stimmergebnissen gewählt:

SPD (13 Sitze): Andreas Bär (künftiger Bürgermeister, lehnt Mandat ab), Vinzenz Bailey, Melanie Jung, Gerhard Schultheiß (noch Bürgermeister, lehnt Mandat ab), Sam Pfeifer, Dr. Horst Maurer, Jan Jakobi, Gabriele Roß, Werner Schättler, Markus Dillmann (für Magistrat nominiert), Lennard Oehl, Michael Bär, Romy Nickel. Für Andreas Bär und Gerhard Schultheiß rücken Rembert Huneke und Markus Maier nach, bei einer Wahl von Markus Dillmann zum ehrenamtlichen Stadtrat käme Helmut Brück zum Zuge. Weitere Nachrücker für die SPD-Fraktion sind Nathalie Döring und Manfred Seib.

CDU (13 Sitze): Phil Studebaker, Otmar Wörner (beide für Magistrat nominiert), Sibilla Deckenbach, Erich Lauer, Christina Schneider, Lucia Wörner-Böning, Andreas Frenzel (gibt Mandat zurück), Klaus Knapp, Stefanie Birnbaum, Rolf Schmid, Hans-Günter Frech, Ulrike Hübner, Matthias Lochner. Für Andreas Frenzel rückt Thomas Warlich nach. Nachrücker für Studebaker und Wörner wären Günter Brandt und René Staubach. (jow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare