Hoher bürokratischer Aufwand für Pilotprojekt

Praxis am Pfarrgarten in Nidderau startet mit Corona-Impfungen

Seit Freitag wird gepikst: Marion Levy (links) ist die erste Patientin von Dr. Susanne Beyer (rechts), die in der Nidderauer Praxis ihre Corona-Impfung bekommt.
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Seit Freitag wird gepikst: Marion Levy (links) ist die erste Patientin von Dr. Susanne Beyer (rechts), die in der Nidderauer Praxis ihre Corona-Impfung bekommt.

Bei all der berechtigten Kritik am Krisenmanagement in Deutschland gibt es auch Nachrichten, die etwas Hoffnung verbreiten. So wurde am Freitag um 11.33 Uhr die erste Corona-Impfung in der Praxis für Allgemeinmedizin von Dr. Susanne Beyer und Dr. Annette Friedrich durchgeführt. Die Praxis Am Pfarrgarten gegenüber dem Rathaus, die Anfang Januar eröffnet hat, ist eine von 50 ausgewählten Hausarztpraxen in Hessen, die an einem Pilotprojekt teilnehmen.

Nidderau – „Wir haben am Donnerstag zunächst 100 Dosen des Impfstoffs Astra Zeneca erhalten“, berichtet Bert Beyer, der seine Frau bei der Bürokratie in der Praxis unterstützt. Acht Seiten an Formularen seien pro Impfung auszufüllen. Die Patienten müssten gewissenhaft aufgeklärt werden und bräuchten zum Teil Hilfe beim Ausfüllen der Anamnesebögen. Die Menschen, die gemäß der allgemein geltenden Vorschriften für die Impfreihenfolge infrage kämen, müssten abtelefoniert werden. Einige hätten die Impfung allerdings bereits in einem der zentralen Impfzentren erhalten.

Freude, an Bekämpfung der Pandemie teilnehmen zu können

„Es ist ein großer Arbeitsaufwand“, fasst Beyer zusammen. „Die Praxis wurde seit Eröffnung sehr gut angenommen, es ist viel zu tun. Nebenher können die Impfungen nicht laufen.“

Natürlich seien auch die beiden Nidderauer Hausärztinnen froh, nun aktiv ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten zu können. Inwieweit die Kosten durch die Pauschalvergütung gedeckt würden, sei noch nicht abzuschätzen. „Danach fragt bei uns jedoch momentan niemand“, so Beyer. „Die Impfungen werden nachmittags in der Zeit durchgeführt, die sonst für administrative Aufgaben genutzt wurde. Die Arzthelferinnen leisten zum Teil ehrenamtliche Arbeit.“ (Jan-Otto Weber)

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