Nidderauer Rathaus wird umgebaut

Stadtwerke ziehen in Container

Zwischenlösung: Um die Raumsituation für die Mitarbeiter der Stadtwerke zu entschärfen, wurden in Sichtweite des Rathauses auf dem Parkplatz am Nidderbad Container aufgestellt.
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Zwischenlösung: Um die Raumsituation für die Mitarbeiter der Stadtwerke zu entschärfen, wurden in Sichtweite des Rathauses auf dem Parkplatz am Nidderbad Container aufgestellt.

Das Nidderauer Rathaus Am Steinweg wird im Herbst dieses Jahres 30 Jahre alt. Seither ist die Zahl der Mitarbeiter  gestiegen – es wird über eine Aufstockung oder einen Anbau nachgedacht. Ausschlaggebend ist die ungenügende Raumsituation bei den Stadtwerken. Eine Containerlösung soll dort die ärgsten Raumprobleme provisorisch überbrücken.

Nidderau – „Als das Rathaus gebaut wurde, war ich Erster Stadtrat und verantwortlich für den Umzug aus den vorherigen, über die Stadtteile verteilten Amtsstuben in das neue Gebäude“, erinnert sich Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) beim Gespräch mit dieser Zeitung. In diesen drei Jahrzehnten hat sich in der Verwaltung viel getan, im Rathaus wurde personell wie räumlich umstrukturiert und neu geordnet. Unter anderem wurde das Magistratszimmer verkleinert, um einen weiteren Büroraum zu schaffen.

Familienzentrum am Nidder Forum sorgt für Entlastung

Auch in den einzelnen Fachbereichen gab es Umbesetzungen. Ein größerer Einschnitt war der Umzug des Fachbereichs Soziales vor einigen Jahren in das Nidder Forum mit Zugang am Stadtplatz. „Dort haben die acht Mitarbeiter nun optimale Räume zur Verfügung und der Besucherverkehr kann viel besser geregelt werden“, erklärt Schultheiß. „Zudem gibt es dort Möglichkeiten, Kurse, Seminare und Sitzungen für Gremien mit barrierefreiem Zugang abzuhalten.“ Dies habe zwar im Rathaus Raum geschaffen, aber ein Sorgenkind ist geblieben: die Stadtwerke.

Die Mitarbeiter sind in sehr beengten Verhältnissen im ehemaligen Hausmeisterhaus direkt neben dem Rathaus untergebracht. „Neun Mitarbeiter müssen sich die begrenzten Flächen teilen, die Arbeitssituation ist alles andere als positiv“, räumt der Rathauschef ein. Kurzfristig hat man nun mit der Aufstellung eines Containers auf dem Parkplatz um die Ecke am Nidderbad eine Übergangslösung geschaffen, das Grundproblem ist damit aber nicht aus der Welt.

Eingeschränkte Möglichkeiten durch nötige Internetanbindung

Auf dem Gelände der Kläranlage in Windecken wäre genügend Platz für einen Neubau, so Schultheiß. Dort gibt es aber keine Anbindung an schnelles Internet. Für die sensiblen Daten in großer Menge, mit denen es die Mitarbeiter der Stadtwerke aber zu tun haben, ist eine solche Anbindung, die es im Rathaus wiederum gibt, unerlässlich“, beschreibt Schultheiß das Dilemma. Das heißt aber auch, dass die Büros der Stadtwerke entweder im oder in unmittelbarer Nähe des Rathauses eingerichtet werden müssen.

Um in naher Zukunft hier eine dauerhafte Lösung schaffen zu können, sind in den Haushalt für 2021 zunächst 175 000 Euro für eine Planung und im Jahr 2022 weitere 850 000 Euro für die Umsetzung eingestellt.

Mittel im Haushalt eingestellt

„Ob man dann über eine Aufstockung, einen Anbau oder über einen Neubau am Rathaus diskutiert, werden die Ideen der Planer ergeben. Vermutlich muss man sich aber bei einer Veränderung des jetzigen Rathausbaukörpers das Okay des damaligen Architekten holen“, gibt Schultheiß zu bedenken. Es wird also noch etwas Wasser die Nidder hinabfließen, bis für die künftige „Heimat“ der Stadtwerke eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Einblick in den Umbau: Bürgermeister Gerhard Schultheiß zeigt, wo im Erdgeschoss des Nidderauer Rathauses der neue Empfangsbereich für die Besucher eingerichtet wird.

„Allerdings setzen wir derzeit eine Idee aus dem Haus bereits um, denn der Eingangsbereich zum Bürgerbüro wird zum Haupteingang verlegt“, kündigte der Rathauschef an. Bislang befindet sich am Haupteingang der Empfang rechts vor dem Foyer, dieser wird nun auf die gegenüberliegende Seite verlegt und soll mehr den Charakter eines Servicebereichs bekommen. Die bisherigen zwei Büros des Ordnungsamts wurden zu einem Raum zusammengelegt und die drei Mitarbeiter haben das ehemalige große Trauzimmer bezogen, das wiederum in den rechten Rathausflügel in einen kleineren Raum umgezogen wird. „Außer im Rathaus können sich Paare ja noch sehr stilecht im ehemaligen Hospital – dem Windecker Heimatmuseum – und im Bürgerhof Ostheim im dortigen Heimatmuseum trauen lassen“, so Bürgermeister Schultheiß.

Die Mitarbeiterin aus dem künftigen Trauzimmer bekommt ihr neues Büro in dem frei gewordenen Empfang mit angeschlossenem kleinen Postraum. „Der Umbau wird rund 17 000 Euro vor allem für Schreinerarbeiten kosten. Einen Großteil der restlichen Arbeit erledigt der Bauhof“, fügt der Rathauschef hinzu, der sich von der dann neuen Eingangssituation im Rathaus einen noch besseren Service für Besucher sowie angenehmere Arbeitsbedingungen am Empfang verspricht. (Thomas Seifert)

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