Alten- und Pflegeheim

„Runder Tisch“ zum APZ im Parlament: SPD und Grüne stellen Antrag und konkretisieren Vorschlag zur Besetzung

Unterschriftenübergabe in „kleiner Runde“: Die IG „Gemeinsam für alle Generationen“, die ein Alten- und Pflegezentrum an der Höchster Straße befürwortet, traf sich bereits vor Weihnachten mit Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD, Dritter von links), dem designierten Bürgermeister Andreas Bär (SPD, Mitte) und Stadtrat Rainer Vogel (Grüne, links).
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Unterschriftenübergabe in „kleiner Runde“: Die IG „Gemeinsam für alle Generationen“, die ein Alten- und Pflegezentrum an der Höchster Straße befürwortet, traf sich bereits vor Weihnachten mit Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD, Dritter von links), dem designierten Bürgermeister Andreas Bär (SPD, Mitte) und Stadtrat Rainer Vogel (Grüne, links).

Das Thema „Alten- und Pflegezentrum in Eichen“ erregt weiter die Gemüter. Ungeachtet der ablehnenden Reaktionen vonseiten der Opposition und der Initiative „Rettet unseren Abenteuerspielplatz“, wollen SPD und Grüne in der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag, 28. Januar, einen „Runden Tisch“ zum Thema beantragen. „Unter Einbeziehung von Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen, des Eicher Ortsbeirats, des AK Dorferneuerung, des städtischen Bauamts, der Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig sowie der beiden örtlichen Initiativen sollen alle Beteiligten an einen Tisch kommen und sich jenseits der konkreten Beschlussvorlagen mit den vorliegenden Fakten beschäftigen“, heißt es in den Unterlagen.

„Ziel soll es sein, die aktuelle Diskussion zu versachlichen, die Positionen der Beteiligten wechselseitig nachvollziehen zu können und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Das Wunschziel wäre für uns eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung hinsichtlich der Entwicklung eines APZ in Eichen.“

Wie berichtet, können FWG, CDU und Spielplatz-Initiative wenig Sinn in einem „Runden Tisch“ erkennen. Zum einen sehen sie die Kritiker des avisierten APZ-Standorts Höchster Straße in der vorgeschlagenen Besetzung unterrepräsentiert. Zum anderen sind sie der Ansicht, das Hauptargument für den Standort – die Anmietung von Räumen zur Erweiterung der benachbarten Kindertagesstätte – habe sich mit der im Bauausschuss empfohlenen weiteren Planung eines Kita-Anbaus und der in Aussicht stehenden Fördergelder erledigt. Die Beauftragung der weiteren Planung für 150 000 Euro soll ebenfalls am kommenden vom Stadtparlament beschlossen werden.

Großteil der Unterschriften stammen aus Eichen

Inzwischen hat sich auch die Interessengemeinschaft (IG) „Gemeinsam für alle Generationen“ zu Wort gemeldet, die ein Alten- und Pflegezentrum an der Höchster Straße befürwortet. „Dahinter steht der Wunsch nach einer kleinen Pflegeeinrichtung – entsprechend der Gesamtentwicklung zu generell kleineren Pflegeeinheiten – innerörtlich und konkret an diesem Standort an den Nidderauen, der nicht zuletzt durch die Nähe zu Kita, Spielplatz und Nidderhalle eine generationsübergreifende Begegnung ermöglicht wie auch die fußläufige und auch ebenerdige Erreichbarkeit zum alten Ortskern und der Kirche“, fasst die IG ihre Argumente zusammen.

Am 17. Dezember 2020 sei „bewusst in kleiner Runde“ eine Unterschriftenliste von Befürwortern eines APZ an der Höchster Straße an Bürgermeister Gerhard Schultheiß, dessen designierten Nachfolger Andreas Bär und Rainer Vogel als Ersten Stadtrat übergeben worden. „215 der 236 Unterschriften stammen hierbei von Eicher Bürgerinnen und Bürgern.“

Thema auch bei den Nidderauer Parteien nicht unumstritten

Dieter Heinbuch, Vorsitzender des ehemaligen Arbeitskreises (AK) Dorferneuerung, fasst das Anliegen mit wenigen Worten zusammen: „Im Sinne der weiteren Entwicklung dieses Stadtteils muss auch für die ältere Generation etwas Innerörtliches geschaffen werden.“ Und Romy Nickel führt aus: „Nun muss eine weitere kommunale Daseinsaufgabe vorangetrieben werden – die Betreuung, Pflege und Versorgung von alten Menschen. Die Erfahrung aus sozialen Einrichtungen zeigt, dass Qualität und Erfolg sehr von ganzheitlichen Konzepten und wohnortnaher Anbringung sowie überschaubaren Ausmaßen abhängig sind. Das APZ in der Höchster Straße bietet die Versorgung und Integration älterer Menschen im vertrauten Wohnumfeld.“

Bei der weiteren und konkreten Planung sei „die Ausgestaltung des Spielplatzes allein durch den unumstritten notwendigen Ausbau der Kita – in welcher Form auch immer – ebenso wie die freie Nutzung selbstverständlich und gleichberechtigt mit zu betrachten“, schreibt die IG. „Es geht um die Suche nach einer gemeinschaftlichen Lösung für das gelingende Miteinander aller Generationen, das sich viele Mitmenschen in Eichen mit diesem innerörtlichen Standort wünschen – nicht nur die Älteren.“

Dass das Thema nicht nur die Dorfgemeinschaft spaltet, sondern auch innerhalb der Nidderauer Parteien nicht unumstritten ist, zeigt ein Leserbrief von Hans-Joachim Klöppel aus Erbstadt. Das ehemalige SPD-Mitglied kandidiert für die Kommunalwahl am 14. März auf der Liste der Freien Wähler. „Hier darf ich wenigstens meine Meinung kundtun, ohne als ‘Lügner’ bezeichnet zu werden“, schreibt Klöppel. (Von Jan-Otto Weber)

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