Stadt will Studie abwarten

Nidderau: Sportplatz des KSV Eichen muss saniert werden

Projektleiter Reiner Schlegel (links) und Friedhelm Gerhardt vom geschäftsführenden Vorstand auf dem sanierungsbedürftigen Hartplatz des KSV Eichen.
+
Projektleiter Reiner Schlegel (links) und Friedhelm Gerhardt vom geschäftsführenden Vorstand auf dem sanierungsbedürftigen Hartplatz des KSV Eichen.

Nicht so schnell, wie es der KSV Eichen vielleicht erwartet oder erhofft hatte, wird es eine Lösung für den sanierungsbedürftigen Aschenplatz geben. Das geht aus einem Zwischenbescheid hervor, den die Verwaltung dieser Tage an den Verein geschickt hat.

Nidderau – Die Vereinsverantwortlichen fühlen sich von den örtlichen Politikern in der Corona-Pandemie laut einer Pressemitteilung, unterschrieben vom Vorsitzenden Oliver Schneider und dessen Stellvertreter Kai Gerhardt, „im Stich gelassen“. Der KSV habe in Eigenregie sein vereinseigenes Clubhaus am Waldsportplatz auf Vordermann gebracht, die inzwischen einzig übrig gebliebene Gastronomie im Stadtteil. Nun wollte man das nächste Projekt angehen, die Sanierung des etwa 30 Jahre alten Hartplatzes, die überfällig sei, so Projektleiter Reiner Schlegel und das Mitglied des geschäftsführenden Vorstands Friedhelm Gerhardt bei einem Besuch des HA vor Ort.

„Das grobe Geröll kommt zum Vorschein, die Oberschicht ist nahezu gar nicht mehr vorhanden, sodass die Verletzungsgefahr sehr groß und der Platz derzeit praktisch nicht mehr bespielbar ist“, sagt Schlegel. „Zudem dürfen F- und E-Jugendmannschaften den Bestimmungen des Hessischen Fußballverbands zufolge auf solchem Geläuf gar nicht mehr trainieren oder gar spielen. Außerdem verfügt der Ascheplatz über Flutlicht, das Rasenspielfeld nicht“, fügt Gerhardt hinzu.

Da eine herkömmliche Sanierung des Hartplatzes für die Stadt teuer wäre, hatten sich die Verantwortlichen eine Alternative ausgedacht. Sie schlugen der Verwaltung bereits im Herbst vor, einen Kunstrasen nach der Methode einer belgischen Firma verlegen zu lassen, der mit der Hälfte der Kosten eines herkömmlichen Kunstrasens gebaut werden könnte. Statt 750 000 bis 800 000 Euro lägen die Kosten bei dieser Variante bei rund 375 000 Euro. Auf diesem Untergrund wären dann nicht nur optimale Bedingungen für einen Ganzjahrestrainingsbetrieb für die Fußballteams des KSV und der Jugend-Spiel-Gemeinschaft Nidderau gegeben, sondern der Platz könnte auch von der Paul-Maar-Schule und den Wettkampfmannschaften der Feuerwehr Eichen benutzt werden, so die Argumentation. Hinzu käme eine Wassereinsparung von etwa 15 000 Liter pro Jahr, haben die KSV-Verantwortlichen ausgerechnet und die Platzpflege wäre bedeutend einfacher.

„Bei ersten Gesprächen im Herbst vergangenen Jahres waren Vertreter der Stadt von der kostengünstigen Sanierungsvariante sehr angetan. Es gab Ermunterungen für den Verein, diesen Weg weiterzuverfolgen. Doch dann kamen bald auch erste Einwände“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Entfernung von Laub und der mögliche Bau einer zentralen Sportanlage – in diese Gespräche sei der KSV allerdings nicht mehr einbezogen – seien als Argumente vorgebracht worden. Nun sei schon seit Wochen Funkstille und die Vereinsverantwortlichen befürchten, dass die Politik vor der Kommunalwahl keine Entscheidung mehr treffen will. Man hoffe aber bei den KSV-Verantwortlichen auf schnellstmögliche konstruktive Gespräche, heißt es in der Mitteilung weiter.

Dem KSV Eichen ist dieser Tage ein Zwischenbescheid zugegangen, in dem erläutert wird, „dass erst das neue Parlament und die dann neu zusammengesetzten Gremien solche Beschlüsse fassen können“, gab Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) zu Protokoll. Im Haushalt der Stadt seien 25 000 Euro für eine Studie vorgesehen, in der dem Gleichheitsgrundsatz folgend die Platzsituation aller fußballtreibenden Vereine in der Stadt analysiert werden sollen, nachdem die Idee einer zentralen Sportanlage für alle Stadtteilvereine nicht mehr weiterverfolgt werde. Das Ergebnis dieser Studie könne dann als Grundlage für weitere Planungen dienen. (Von Thomas Seifert)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare