Nominierungen bei HR-Wettbewerb

Nidderau: Suttner-Schüler drehen Videos zum Thema Ausbildung

Die Schüler der Klasse 9B1 der Bertha-von-Suttner-Schule freuen sich mit Projektleiterin Suzan Özcan und Schulleiter Harald Klose (rechts) über die gute Leistung beim HR-Videowettbewerb.
+
Die Schüler der Klasse 9B1 der Bertha-von-Suttner-Schule freuen sich mit Projektleiterin Suzan Özcan und Schulleiter Harald Klose (rechts) über die gute Leistung beim HR-Videowettbewerb.

Was geht in Jugendlichen vor, die vor dem Schulabschluss stehen und nicht zuletzt aufgrund der Pandemie einer ungewissen Zukunft entgegenblicken? Über 50 Schulen hatten sich für die mittlerweile 13. Auflage des hr-Videowettbewerbs „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ beworben. 19 Filme wurden für die Endrunde am 9. Juli nominiert. Ausgerüstet mit Kamera und Mikrofon sollten die Jugendlichen einen rund siebenminütigen Film zum Thema Ausbildung drehen, der ihre Ängste, Träume, Wünsche zum Thema filmisch greifbar macht.

Nidderau – Auch und gerade vor dem Hintergrund der Pandemie geriet dies zu einer großen Herausforderung – auch für die 14- bis 16-jährigen der Bertha-von-Suttner-Schule.

Die Schüler der Klasse 9B1 sprachen mit ihrer Projektleiterin Suzan Özcan über den Wettbewerb. Präsenz zeigten Schulleiter Harald Klose und dessen Stellvertreter Thomas Kurz. „Im Oktober wurden wir auf das Projekt aufmerksam durch Andreas Dotzauer, der für die Berufsorientierung an der Schule verantwortlich ist. Im Januar haben die Schüler mit den Arbeiten am Projekt begonnen“, sagt Özcan. Wegen der Pandemie mussten die Schüler das Projekt im Homeschooling erledigen. Özcan konnte nur bedingt Unterstützung anbieten.

Preisverleihung am 9. Juli

„Es sind 25 Schüler. Sechs Gruppen haben sich beteiligt. Der Einsendeschluss war Ende Mai“, sagt Özcan. Die Schule habe sich erstmals an dem Wettbewerb beteiligt. Die Schüler dachten sich zunächst eine Geschichte aus und schrieben ein Drehbuch. Die eingereichten Beiträge wurden in unterschiedlichen Kategorien nominiert. In welcher Kategorie die Schüler der Bertha überzeugten, wissen diese erst zur Preisverleihung am 9. Juli, die online stattfindet.

Auch von der 9C-Klasse im Hauptschulzweig seien Filme eingereicht worden. Die Klasse wird von Andrea Sinn betreut. In Zeiten von Distanzunterricht war das Projekt eine besondere Herausforderung. So trafen sich die Schüler im Freien auf dem Parkplatz der Schule. Özcan sammelte immer wieder die Filme der Schüler ein und schaute sich diese an. Doch vor Ort wäre die Unterstützung zweifelsfrei besser gewesen, da sind sich die Beteiligten einig.

In Betriebe schnuppern

Cheyenne Gilford (15) berichtete, dass ihre Gruppe versucht habe, Szenen auf einem I-Pad wie in einem Zeichentrickfilm zu gestalten. Das habe jedoch nicht funktioniert. „Ich fand es toll, dass wir in Betriebe schnuppern durften. Es war mal etwas anderes als Unterrichtsstoff“, sagt sie. Huzeyme Koc dazu: „Die Umsetzung war nicht so einfach. Drehen ist anders, als Dinge aufzuschreiben.“. Auf die Idee, einen Film in einer podologischen Praxis zu drehen, sei ihr Team gestoßen, da der Vater ihrer Freundin eine solche Fußpflege-Praxis führe. „Wir wollten etwas, was die Leute nicht so kennen. Wir haben zunächst Fragen vorbereitet, einen Termin vereinbart und die Praxis besichtigt“, sagt Huzeyme. „Die Schüler hat besonders fasziniert, dass man mit einer Kameraeinstellung Gefühle einfangen kann“, ergänzt Özcan.

Die Schüler hätten mit ihrem Smartphone gearbeitet, einige mit einer Kamera. Jibrail Muslim sagt, dass seine Gruppe Probleme gehabt habe, den Film zu beschneiden, da dieser eine maximale Begrenzung hatte. Sie hätten wichtige Informationen filtern müssen.

Schulleiter Harald Klose freut es sehr, dass sich Kollegen an der Schule an derartigen Wettbewerben und unter erschwerten Bedingungen der Krise beteiligen und Schüler dazu motivieren konnten, daran teilzunehmen. „Ich finde es ein tolles Ergebnis, dass Filme dabei sind, die nominiert wurden“, sagt Klose.

Breites Angebot zur Berufsorientierung

Özcan nennt als besondere Herausforderung den Schnitt, da die Programme nur eine gewisse Zeit verfügbar waren. Bei Änderungen habe dies zu Problemen in der Programmbearbeitung geführt. Özcan monierte besonders fehlende rechtliche Vorgaben wie Bildrechte, fehlende Übereinstimmungen zwischen Bild und Inhalt. Manchmal musste die Szene noch einmal gedreht werden.

Thomas Kurz, stellvertretender Schulleiter, sagt, dass die Schule ein breites Angebot zur Berufsorientierung bietet. „Dies ist ein Baustein, den wir in das Konzept mit einbinden“, sagt er. Er könne sich eine Fortsetzung des Wettbewerbs vorstellen, wenn die Motivation vom Lehrer ausginge, um die Schüler zu gewinnen.

Weitere Themen für die Filme waren Abläufe im Verlagswesen, die Arbeit eines Lifecoachs, die Berufe des Mediengestalters und Baristas, sowie Vor- und Nachteile eines Bewerbungsgesprächs. Ezo Demir (15) rechnete nicht damit, bei der Rangliste der eingereichten Bewerber weit oben zu sein, und freut sich nun umso mehr.

Wechsel der Perspektive

Die Teilnehmerurkunde, die die Schüler zur Preisverleihung erhalten werden, werde sich positiv bei einer späteren Bewerbung bemerkbar machen, sagt Özcan, weil sich die Schüler viele Kompetenzen erworben hätten.

Die Gespräche in den Betrieben, das Bewerbungsgespräch und der Wechsel der Perspektive in den Räumen der podologischen Praxis mit Einweisung in die Arbeitsabläufe wurden von den Schülern als besonders spannend bewertet. Bemerkenswert seien die unzähligen Arbeitsstunden für letztlich eine siebenminütige Essenz gewesen. Auch das Drehbuch durfte nur eine Seite umfassen.

„Das Ergebnis soll für alle Schüler präsent gemacht werden. Eine Präsentation im Jahrgang und ein Klassenlehrertag sind am 9. Juli angedacht“, sagt Kurz. Die Schüler könnten auch im nächsten Jahr erneut teilnehmen. Der Wettbewerb ist ab Jahrgang acht ausgeschrieben. „Ziel ist, dass sich Schüler mit ihrem beruflichen Werdegang beschäftigen“, so Özcan. (Georgia Lori)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare