Sanierung Bürgerhof Ostheim

Nidderau: Trägerverein bittet um Spenden

Hoffen auf Unterstützung der Ostheimer: Horst Dillmann (rechts), Vorsitzender des Trägervereins Bürgerhof, und sein Stellvertreter Reinhard Weider.
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Hoffen auf Unterstützung der Ostheimer: Horst Dillmann (rechts), Vorsitzender des Trägervereins Bürgerhof, und sein Stellvertreter Reinhard Weider.

Seniorenfrühstück, Mittagstisch und Dämmerschoppen. Bunte Abende, private Feiern und Vereinsfeste. Heimatmuseum, Vorträge und sogar standesamtliche Trauungen: Der Bürgerhof Ostheim hat sich seit seiner offiziellen Eröffnung im Oktober 2014 zum Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens entwickelt. Doch Schäden am Fachwerk machen dringend eine Sanierung nötig.

Nidderau - Zahlreiche Vereine haben hier an der Limesstraße im alten Ortskern ihr Domizil, führen Sitzungen durch oder nutzen Räumlichkeiten rund um den ehemaligen „Weider-Hof“ als Lagerstätten. Allen voran der Heimat- und Geschichtsverein, der bereits lange vor dem Umbau der Hofreite zur Seniorenbegegnungsstätte die ehemaligen Stallungen nutzte und inzwischen auch die Räume im Vorderhaus mit zahlreichen historischen Exponaten und Möbeln „wie in alten Zeiten“ eingerichtet hat.

Durch dieses Loch im Balken an der Fassade kann man die Hand stecken. Der Putz bröckelt, Bleche sind lose.

Doch nun, da das Darlehen für die aufwändige Sanierung und die Umbauten des Hofes noch nicht abbezahlt ist, stehen der Trägerverein und die quasi als „Mutter“ fungierende Vereinsgemeinschaft Ostheim (VGO) mitten in der Corona-Krise vor einer neuen großen Herausforderung. Denn die malerische Fachwerkfassade, die den Schriftzug des Bürgerhofs mit dem Ortswappen ziert, bröckelt – in übertragenem Sinn. Genauer gesagt faulen einige Balken. Feuchtigkeit dringt ein. Die Bausubstanz ist massiv gefährdet.

An manchen Stellen passen die Finger durchs Gebälk

„Die Schäden sind bereits so groß, dass man an einigen Stellen die Finger durchs Gebälk stecken kann“, erläutern Horst Dillmann, Vorsitzender des Trägerverein Bürgerhof, und sein Stellvertreter Reinhard Weider beim Ortstermin am Montagvormittag. Die beiden Männer bilden in umgekehrter Funktion auch die Spitze der Vereinsgemeinschaft und waren gemeinsam mit den weiteren Vorstandsmitgliedern Heinrich Pieh und Markus Dillmann der Motor der Planung und Umsetzung des Projekts Bürgerhof.

Finger in die „Wunde“: Reinhard Weider zeigt die morschen Stellen am Schwellenbalken auf der Nordseite.

Der Heimat- und Geschichtsverein habe bereits vor zwei Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass die Räume zur Straßenseite hin feucht seien. Nach Rücksprache mit mehreren auch ortsansässigen Handwerkern entschied sich der Trägerverein schließlich, das Fachbüro Frischmuth GmbH aus Gelnhausen mit der Begutachtung zu beauftragen. „Das Büro stellte an mehreren Stellen des Giebels Schäden an Balken und Gefachen sowie eine abgelöste Blechabdeckung fest“, erläutert Dillmann. „An der Nordseite, wir sagen an der Bach, ist der Schwellenbalken über im Sockel aufsteigende Feuchtigkeit geschädigt.“

Verkleidung des Giebels kommt nicht infrage

Seinerzeit habe man das Hauptaugenmerk auf den Umbau des früheren Kuhstalls zur Seniorenbegegnungsstätte gelegt, für den das Land 150 000 Euro Fördergelder bereitgestellt hatte, erklären Weider und Dillmann. Im Vorderhaus mussten nach einem jahrzehntealten Wasserschaden mit hohem Aufwand tragende Holzteile im Wand- und Deckenbereich der früheren Küche ersetzt werden. „Die Schäden an der Fassade hatte damals niemand im Blick“, erklären Weider und Dillmann.

Eine Verkleidung des Giebels mit Holzschindeln oder Schiefer, so wie vom Fachbüro empfohlen, kommt für Dillmann nicht infrage. „Da könnten wir uns im Ort was anhören.“ Stattdessen soll das Fachwerk sichtbar bleiben. Die faulen Stellen werden Stück für Stück herausgeschnitten und durch neue Balkenköpfe ersetzt. Auch die Gefache werden mit dem jeweiligen Material, das vorgefunden wird, neu ausgefüllt, um Diffusionsschäden zu vermeiden. Zuvor müssen die Zimmer vom Heimat- und Geschichtsverein geräumt und die innenseitige Verschalung mit Gipskartonplatten abgebrochen werden. „Wir wollen im Mai starten“, stellen Dillmann und Weider den ehrgeizigen Zeitplan vor. „Die Arbeiten sind natürlich wetterabhängig, aber wir denken, dass wir es in zwei Monaten schaffen können. Allerdings können wir erst loslegen, wenn wir eine ausreichende finanzielle Deckung haben.“

Bei genauem Hinsehen kann man zahlreiche Schäden am Fachwerk des Vorderhauses entdecken.

Sanierung wird 60.000 Euro kosten

Rund 60 000 Euro wird die Sanierung kosten. „Der Bericht im HANAUER soll der Auftakt sein“, berichtet Weider, der sich als Bankkaufmann mit Geschick um die Finanzen und den Schriftverkehr kümmert. „Erste Spenden sind schon eingegangen. Wir werden auch unsere 140 Mitglieder anschreiben und Gewerbetreibende ansprechen. Zudem hoffen wir auf öffentliche Fördergelder – mit dem Landrat haben wir schon Kontakt aufgenommen.“

Natürlich wissen Dillmann und Weider, dass die Menschen zurzeit durch die Pandemie auch andere Sorgen haben. Doch die Rettung des repräsentativen Gebäudes könnte auch ein Weckruf aus der allgemeinen Lethargie sein. „Wir setzen da ganz auf den starken Zusammenhalt in unserer Dorfgemeinschaft“, erklären die beiden. „Denn im Gegensatz zu manch anderem Stadtteil ziehen wir in Ostheim alle an einem Strang, wenn es um das Wohl des Dorfes geht.“

Spenden gefragt

Der Trägerverein Bürgerhof bittet um Spenden, um die dringenden Sanierungsarbeiten am Fachwerkhaus an der Limesstraße durchführen zu können. Rund 60 000 Euro muss der Verein dafür aufbringen. Doch auch helfende Hände sind willkommen. Bankverbindung: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG. IBAN: DE16 5066 1639 0001 1720 26.

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