Bundestagswahl

Nidderau: Unternehmensberater Dr. Peter Rehbein bereitet seine Kandidatur vor

Hat große Pläne: Der Nidderauer Unternehmensberater Dr. Peter Rehbein will in den Bundestag.
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Hat große Pläne: Der Nidderauer Unternehmensberater Dr. Peter Rehbein will in den Bundestag.

Ohne Parteizugehörigkeit bewirbt sich der Nidderauer Unternehmensberater Dr. Peter Rehbein aktuell im Wahlkreis 180 (Hanau) für ein Direktmandat als Abgeordneter für den 20. Deutschen Bundestag.

Nidderau – Der 36-Jährige ist Vater von drei Kindern und war bisher ein, wie er selbst sagt, an Politik nur passiv interessierter Bürger. Das änderte sich erst in den letzten beiden Jahren, als sich seiner Ansicht nach „politische Skandale und Fehlentscheidungen derart häuften“, dass er „nicht mehr am Spielfeldrand stehen bleiben konnte und wollte“.

Der promovierte Chemiker und Unternehmensberater hat bisher noch nie einer politischen Partei angehört, lehnt die, wie er meint, Vorherrschaft der Parteien in der Politik auch grundsätzlich ab. „Parteien sind durch ihre hierarchischen Strukturen äußerst anfällig für Korruption und Inkompetenz. Ich komme beruflich aus dem Projektmanagement und weiß aus Erfahrung: Kleine, dynamische Teams führen schneller zu besseren Resultaten.“

Idee von „direkter Demokratie ganz ohne Parteien“

Der gebürtige Hanauer spricht sich deshalb für ein anderes Modell aus. „Im deutschen Wahlrecht ist eine Form der direkten Demokratie vorgesehen, die ganz ohne Parteien auskommt: Die Menschen eines Wahlkreises haben die Möglichkeit, neben der Listenwahl für Parteien auch eine/n von Ihnen direkt in den Bundestag zu schicken – das geht über die sogenannten Direktkandidaten, auch ‚Erststimme‘ genannt“, erklärt Rehbein. „Auch in den frühen Demokratien traten einzelne Bürger aus der Gemeinde hervor und bewarben sich um einen Sitz im Parlament – diese Idee von direkter Demokratie möchte ich leben.“

Jeder einzelne Bürger könne so Politik machen, nicht nur Berufspolitiker, und zwar auf Augenhöhe mit den scheinbar übermächtigen Parteien. „Die vorgesehene Rolle eines Abgeordneten ist es einzig und allein, den Willen der Bürger in das Parlament zu tragen. Und nicht, ein von einer Partei oder einer anderen Organisation vorgegebenes Konzept umzusetzen.“ Rehbein würde es daher begrüßen, wenn in möglichst vielen der 299 Wahlkreise in der Bundesrepublik Direktmandate von parteiunabhängigen Kandidaten gewonnen würden. Die Bundestagswahl am 26. September sei ein guter Augenblick dafür.

Menschen im Wahlkreis sollen über Gesetzesvorschläge abstimmen

Auch wenn die Abgeordneten rechtlich nur ihrem Gewissen verpflichtet sein sollten, so kämen sie doch nicht gegen den in allen Parteien praktizierten Fraktionszwang an. „So entsteht nicht selten die Situation, dass Abgeordnete einer Partei für einen Gesetzesentwurf stimmen, den sie persönlich eigentlich nicht vertreten“, empört sich Rehbein. Würde er als Direktkandidat für den Wahlkreis 180 (Hanau) in den Bundestag einziehen, dann will er jeden Gesetzesvorschlag vor der Abstimmung seinen Wählern im Wahlkreis präsentieren und sie um ihre Meinung befragen.

„Echte Demokratie funktioniert nur mit absoluter Transparenz. Das ist im Jahr 2021 auf digitalem Wege problemlos möglich“, so Rehbein. So möchte er verhindern, dass die Politik in Berlin jeden Bezug zu den Bürgern und deren alltäglicher Lebenswelt verliert. Rehbein hat deshalb auch kein starr definiertes politisches Programm. „Ich mache mit meiner Bewerbung vielmehr den Bürgerinnen und Bürgern das Angebot, im neuen Bundestag als ihr Sprachrohr und Berichterstatter zu fungieren, mich dabei von keinem Parteiprogramm, keiner Ideologie und keiner Lobbygruppe beeinflussen zu lassen“, erklärt Rehbein weiter.

Keine Spenden, um Unabhängigkeit zu bewahren

„Meine Hauptanliegen sind Bildung, Infrastruktur, Umweltschutz und Frieden. Und diese Themen sind nicht ideologisch belegt, sind im Interesse jedes Bürgers. Debattieren kann man dann natürlich, auf welchem Wege genau Verbesserungen erreicht werden sollen. Fakt ist aber, dass unser Land angesichts seiner Ressourcen in diesen Bereichen weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt.“

Bisher standen Beruf und Familie für ihn immer im Vordergrund. Nun bietet er seinen Mitbürgern an, auch für sie tätig werden zu wollen. Rehbein betont, keine Spenden anzunehmen, freut sich aber über jede Form der ideellen Unterstützung. „Sponsoren handeln in den meisten Fällen nicht selbstlos, erwarten früher oder später eine Gegenleistung – ich achte darauf, meine Unabhängigkeit zu bewahren“, verrät Rehbein. Er will deshalb gegebenenfalls auf Plakate verzichten und setzt voll auf die digitale Welt, pflegt ein Profil bei Facebook und Twitter, um seine Bewerbung bekannt zu machen.

Es fehlen noch 53 Unterschriften

Zuspruch findet er dabei insbesondere bei seiner Familie, aber auch bei den zahlreichen Unterstützern, die er bereits in vielen Teilen des Wahlkreises gewinnen konnte. Damit die Bewerbung für die Kandidatur offiziell akzeptiert wird, muss Rehbein 200 Unterschriften von Bürgern einsammeln, die ihn in seinem Vorhaben unterstützen wollen. Ihm fehlen zurzeit noch 53.

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