Ortsbeirat

Nidderau: Unzufriedenheit über Informationen zu Ansiedlung von Entsorgungsunternehmen

Weithin sichtbar ist die neue Halle mit dem weißen „Zeltdach“ der Frankfurter Entsorgungsfirma Greiner im Gewerbegebiet Am Lindenbäumchen in Heldenbergen. Ortsvorsteher Erich Lauer (CDU) und seine Ortsbeiratskollegen sowie einige Bürger würden gern wissen, wie das Areal genau genutzt wird.
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Weithin sichtbar ist die neue Halle mit dem weißen „Zeltdach“ der Frankfurter Entsorgungsfirma Greiner im Gewerbegebiet Am Lindenbäumchen in Heldenbergen. Ortsvorsteher Erich Lauer (CDU) und seine Ortsbeiratskollegen sowie einige Bürger würden gern wissen, wie das Areal genau genutzt wird.

Staunen und auch Missstimmung über die Informationspolitik der Rathausspitze beherrschte die erste Sitzung des Ortbeirates Heldenbergen im neuen Jahr. „Wissen Sie es nicht oder wollen Sie es uns nur nicht verraten?“, diese an Bürgermeister Andreas Bär (SPD) und Ersten Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) gerichtete Frage war im Lauf der Sitzung am Donnerstagabend mehrfach zu hören.

Nidderau – „Es kann doch nicht sein, dass Sie uns die Antworten auf unsere Fragen aus der Homepage des betreffenden Unternehmens aus dem Internet vorlesen“, erregte sich vor allem das Ortsbeiratsmitglied Anette Abel (Freie Wähler). Eigentlich wollte der Ortsbeirat Auskunft über die zukünftige Verkehrslenkung im Gewerbegebiet „Am Lindenbäumchen“ in Heldenbergen haben. Denn dort errichtet nicht nur das Frankfurter Recyclingunternehmen Greiner eine neue Abfallentsorgungsanlage, sondern in derselben Straße eröffnet demnächst auch die neue Wertstoffsammelstelle der Stadt ihre Tore.

Außerdem sind in unmittelbarer Nähe eine Kfz-Prüfstelle und eine Tankstelle geplant. Der Ortsbeirat befürchtet deshalb in naher Zukunft ohne die entsprechenden Verkehrslenkungsmaßnahmen ein größeres Verkehrschaos in diesem Bereich. Das sei alles von übergeordneter Stelle geprüft und entschieden worden, verwiesen Bürgermeister und Erster Stadtrat auf das Kreisbauamt des Main-Kinzig-Kreises und das Regierungspräsidium Darmstadt.

Keine Infos zu Materialien

Auf die Nachfrage, was in dem Recyclingunternehmen denn eigentlich alles entsorgt werde, las Bürgermeister Bär aus der Homepage der Firma Greiner den entsprechenden Text vor (siehe dazu auch diesen Artikel). „Das ist viel zu vage“, befand FWG-Vertreterin Abel. „Hat die Stadt im Rahmen des Bauantragsverfahren nicht genauere Kenntnisse über die zu verwertenden Materialen erlangt, beispielsweise, ob Bauschutt oder Gefahrengut wie Farben und Lacke entsorgt werden?“ Erneut verwies der Bürgermeister auf die Prüfung durch Kreisbauamt und Regierungspräsidium gemäß der entsprechenden Vorschriften.

„Wenn Sie damit zufrieden sind, dann scheinen Sie die Sorgen vieler Bürger nicht zu interessieren“, lautete die entgeisterte Antwort Abels, die auch überwiegende Zustimmung bei Ortsbeiratsmitgliedern und den rund 15 Zuhörern stieß. Das änderte auch nicht die abschließende Feststellung von Stadtrat Vogel: „Wir jedenfalls gehen davon aus, dass mit der Entsorgung alles in Ordnung geht und auch die Verkehrsregelung über die Philipp-Reis-Straße funktionieren wird.“ Im Übrigen beobachte die Verwaltung die Verkehrssituation in diesem Bereich und werde notfalls sofort reagieren.

Baugebiet Allee Mitte 2 wird verschoben

Ähnlich aufgebracht reagierte ein Teil der Ortsbeiratsmitglieder beim Tagesordnungspunkt Kita-Neubau und Baugebiet Allee Mitte 2. Dazu gebe es keine Neuigkeiten, so Vogel. Die Fördermittel für die Kita seien bewilligt. Demnach müsse der Neubau bis 2024 fertiggestellt sein. Auf die Nachfrage, wann denn mit dem Planungsbeginn für das sich anschließende Neubaugebiet zu rechnen sei, meinte der Bürgermeister: „Nicht in naher Zukunft. Das kann man aus der Finanzplanung der Stadt entnehmen.“

Als Abel auch hier nachfragte, was denn mit dem Haushaltsbeschluss von 2019 sei, der die Planung, Erschließung und Errichtung eines Neubaugebietes in diesem Bereich vorsehe und auf dem auch der Neubau der Kita fuße, lautete die Antwort von Vogel, dass für die Auslastung der Kita gesorgt sei und dass ein Neubaugebiet Allee Mitte 2 vorerst keine allzu große Priorität mehr habe. Da habe sich die Politik umorientiert und gebe nun den Bauvorhaben in Ostheim Vorrang. Die Frage des Ortsvorstehers Erich Lauer (CDU), ob mit dem Vorhaben dann nach dem Investitionszeitraum 2026 zu rechnen sei, blieb unbeantwortet.

Geländeankauf am Bahnhof Heldenbergen

Auf Grün stehen die Ampeln hingegen beim Geländeankauf am Bahnhof Heldenbergen. Die Verhandlungen mit der Bahn seien im Endstadium, so Vogel. Das Areal werde bereits vermessen. Danach werde entschieden, ob zur Buswendespur noch zusätzliche Parkplätze für Pkw eingerichtet werden können. (Von Jürgen W. Niehoff)

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