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Nidderau: Vertreter des KSV Eichen drängen auf Kunstrasen

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Friedhelm Gerhardt und Rainer Schlegel (rechts) vom KSV Eichen trugen im Ortsbeirat die Vorstellungen des Sportvereins für einen Kunstrasenplatz vor.
Friedhelm Gerhardt und Rainer Schlegel (rechts) vom KSV Eichen trugen im Ortsbeirat die Vorstellungen des Sportvereins für einen Kunstrasenplatz vor. © Jürgen W. Niehoff

Drei Themenkomplexe beschäftigen zurzeit den Ortsbeirat Eichen: die Zukunft des alten Feuerwehrhauses, innerörtliche Verkehrsprobleme und der Wunsch des KSV Eichen nach einem Kunstrasenplatz. Dabei nahm das Anliegen der Kultur- und Sportvereinigung, das von den KSV-Mitgliedern Friedhelm Gerhardt und Rainer Schlegel vorgetragen wurde, die meiste Zeit in Anspruch.

Nidderau – Schon 2020 hätte der Verein sämtliche Unterlagen, wie zum Beispiel Kostenermittlung und Machbarkeitsstudie für die Umwandlung des jetzigen Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz bei der Stadt eingereicht (wir berichteten). Doch unter Hinweis auf die aufwendige Entfernung des für den Kunstrasen schädlichen Laubs am Waldrand und vor allem die seit Jahren diskutierte zentrale Sportanlage, habe die Stadt bislang keine Entscheidung getroffen. „Wir hatten jedenfalls den Eindruck, als wolle man uns hinhalten“, so Schlegel.

Er hatte 2017 mit Vereinskameraden eine Initiative zur Sanierung des Vereinsheims gegründet und anschließend selbst kräftig Hand angelegt. „Für den Verein ist der Wunsch nach einem eigenen Kunstrasenplatz essenziell, denn der jetzige Tennenplatz verwandelt sich im Winterhalbjahr in eine einzige Schlammlandschaft. Und darauf will und kann keiner spielen“, bekräftigte KSV-Vorstandsmitglied Friedhelm Gerhard. Ein ganzjährig bespielbarer Sportplatz sei vor allem für die Jugend wichtig, denn sie suchten sich mittlerweile ihren Sportverein nach den Trainings- und Spielmöglichkeiten aus.

Ortsbeirat unterstützt Anliegen des KSV

Diese Argumente stießen auch bei den Mitgliedern des Ortsbeirates nicht auf taube Ohren. „So ein Sportplatz ist eine echter Treffpunkt im Ort, und das Vereinsheim ist mittlerweile auch der einzige Ort, wo man noch ein Bier ausgeschenkt bekommt. Da dürfen wir den Verein nicht hängen lassen“, forderte Ortsbeiratsmitglied Matthias Lochner (CDU).

Und auch Gabriele Roß (SPD) befürwortete das Anliegen des Sportvereins. „Wir müssen als Ortsbeirat dafür sorgen, dass der Verein endlich eine abschließende Antwort erhält.“ Deshalb wurde abschließend der einstimmige Beschluss gefasst, dass der Ortsbeirat die Forderung nach einem Kunstrasenplatz in Eichen unterstützt. Allerdings solle der Verein dem Rathaus noch einmal belastbare Zahlen vorlegen, damit anschließend ein Haushaltsantrag formuliert werden könne.

Vorschlag für Sportanlage „bis zum Sommer“

Wie Bürgermeister Andreas Bär (SPD) am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, habe sich die Stadtverwaltung erst im März auf ein Schreiben des Vereins hin mit den Verantwortlichen des KSV ausgetauscht. Dem Verein sei der Zusammenhang mit den Überlegungen zu einer zentralen Sportanlage bekannt. Bär teilte mit, dass die Verwaltung derzeit an einem Vorschlag für eine solche Sportanlage arbeite, die dann von mehreren Vereinen genutzt werden soll. Dieser Vorschlag soll den Gremien „bis zum Sommer“ vorgestellt werden, so der Rathauschef.

Der KSV Eichen hatte bereits vor längerer Zeit erklärt, sich nicht an einer zentralen Sportanlage beteiligen zu wollen. Stattdessen hatte der Verein sein eigenes Vereinsheim saniert. Bereits im Herbst 2020 hatten die KSV-Verantwortlichen der Stadtverwaltung vorgeschlagen, einen Kunstrasen nach der Methode einer belgischen Firma verlegen zu lassen, der mit der Hälfte der Kosten eines herkömmlichen Kunstrasens gebaut werden könnte. Der Verein bezifferte damals die Kosten auf rund 375 000 Euro. Auf diesem Untergrund wären dann nicht nur optimale Bedingungen für einen Ganzjahrestrainingsbetrieb für die Fußballteams des KSV und der Jugend-Spiel-Gemeinschaft Nidderau gegeben, sondern der Platz könnte auch von der Paul-Maar-Schule und den Wettkampfmannschaften der Feuerwehr Eichen benutzt werden, so die Argumentation. Hinzu käme eine Wassereinsparung von etwa 15 000 Liter pro Jahr. Der damalige Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) verwies auf die Zuständigkeit des neuen Stadtparlaments nach der Kommunalwahl im März 2021. (Von Jan-Otto Weber)

Keine Rückmeldung zu Umgestaltung der alten Feuerwache

Keine Neuigkeiten und auch keine weitere Anregung gab es an dem Abend zur weiteren Nutzung des alten Feuerwehrhauses. Zwar hatte Ortsvorsteher Sam Pfeifer (SPD) am Ende des kürzlich abgehaltenen Workshops zu diesem Themenbereich alle Interessierten zu der Sitzung des Ortsbeirats noch einmal eingeladen, um dann weiter diskutieren zu können. Doch scheint das Interesse dafür nicht all zu groß zu sein, denn von diesem Angebot machte kein Bürger Gebrauch. Allerdings fasste der Ortsbeirat nach kurzer Diskussion dann doch den Beschluss, dass die alte Feuerwehrwache kurzfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden solle, mittelfristig aber nach Ermittlung von Kostenschätzungen die Stadt eine Wohnbebauung ins Auge nehmen solle.

Zustimmung fanden anschließend auch alle Vorschläge zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrssituation. So soll die Stadt erneut Gespräche mit der Kreisverkehrsbehörde und dem Straßenbaulastträger Hessen Mobil aufnehmen, um zum einen die Vorfahrtsregelung beim Engpass auf der Höchster Straße mit Hinweisschildern wieder herstellen zu lassen. Zum anderen soll das Tempolimit auf der gesamten Durchfahrtsstraße durch Eichen auf 30 Kilometer pro Stunde festgeschrieben werden sowie auf der Niddertalstraße wegen des Schülerverkehrs für sichere Fußgängerüberwege gesorgt werden.

Wiederwahl von Schiedsmann Frank Hens befürwortet

Abschließend äußerte der Ortsbeirat einstimmig noch die Bitte, dass er bei Gesprächen zu eventuellen Nahversorgern oder Nahversorgerautomaten vorzeitig mit hinzugezogen werden will. Schließlich gehe es um eine wichtige Einrichtung des Ortsteils. Ohne weitere Diskussion wurde dann noch der Wiederwahl des Schiedsmanns Frank Hens für den Schiedsamtsbezirk III Eichen/Erbstadt zugestimmt. (Von Jürgen W. Niehoff)

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