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Nidderauer Vereine drängen auf Kunstrasen und fordern politische Entscheidung

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Bei der Sportplatzbegehung machte die Gruppe um Bürgermeister Andreas Bär (rechts) und den Ausschussvorsitzenden Sam Pfeifer (links) auch im Vereinsheim der Sportfreunde Windecken mit dem zweiten Vorsitzenden Wolfgang Möller (Dritter von rechts) Station.
Bei der Sportplatzbegehung machte die Gruppe um Bürgermeister Andreas Bär (rechts) und den Ausschussvorsitzenden Sam Pfeifer (links) auch im Vereinsheim der Sportfreunde Windecken mit dem zweiten Vorsitzenden Wolfgang Möller (Dritter von rechts) Station. © Jürgen W. Niehoff

Fünf Sportvereine, fünfmal derselbe Wunsch: „Wir wollen einen Kunstrasenplatz und wenn möglich, dann sofort.“ Das war eine der Erkenntnisse, die der Ausschuss für Sport, Kultur und Gesundheit bei der Begehung der fünf Sportplätze Nidderaus am Donnerstagabend sammeln konnte.

Nidderau - Und auf die immer gleichen Wünsche folgten die immer gleichen Ausflüchte von Bürgermeister Andreas Bär (SPD) und des Ausschussvorsitzenden Sam Pfeifer (SPD): „ Wir müssen erst einmal die Entwicklung abwarten.“

Hintergrund ist, dass die Frage einer zentralen Sportanlage an der B 521 zwischen Heldenbergen und Büdesheim immer noch ungeklärt ist. „Die Politik muss sich endlich mal entscheiden. Hier geht es auch um die Zukunft der Vereine. Denn die Jugendlichen suchen sich schon jetzt den Verein aus, bei dem sie auf Kunstrasen spielen können“, klagte ein Vereinsmitglied der Sportfreunde Windecken das Hinhalten der politischen Gremien an. Ähnlich kritische Äußerungen waren hinter vorgehaltener Hand auch in den übrigen Vereinen zu hören.

Die diesjährige Sportplatzbegehung, im vergangenen Jahr war sie wegen Corona ausgefallen, startete bei der Victoria Heldenbergen. Ihr Vereinsvorsitzender Andreas Koffler hatte gleich eine ganze Latte von Wünschen und Verbesserungsvorschlägen für die Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof. „Die Einfriedung und Zäune rund um das Vereinsgelände sind defekt, die Randsteine um den Hartplatz durch Frost hochgedrückt und nun Stolperfallen und die Bäume, insbesondere um den Rasenplatz, reichen bis in das Spielfeld und müssen entweder beschnitten oder entfernt werden“, zählte Koffler die Mängel auf. Auch die Sperrung des Rasenplatzes zum Winter hin wollte der Vereinsvorstand erklärt wissen. „Die geschieht oftmals ohne Vorwarnung“, so Koffler.

Die Antwort von Bauhofleiter Werner Christiansen folgte umgehend. „Seit 2004 gibt es eine genaue Aufgabenverteilung zwischen Stadt und den Vereinen. Danach sind auch die Vereine verpflichtet, Hand anzulegen und gewisse Arbeiten selber zu machen.“

Dazu zählt auch die Unterhaltung der Zaunanlagen oder der Heckenschnitt innerhalb der Anlage sowie die Beseitigung von Wildwuchs auf den Wegen und die Bewässerung des Rasenplatzes. Es gab aber auch Dank an den Bauhof für die geleistete Arbeit. Vor allem die Installation der neuen Flutlichtanlage sei sehr zufriedenstellend.

Eine nicht ganz so lange Wunschliste für seine Sportanlage präsentierte anschließend der zweite Vereinsvorsitzende Wolfgang Möller bei den Sportfreunden Windecken: „Kunstrasen und Erneuerung der defekten Zaunanlage. Davon stehen allenfalls noch 50 Prozent.“ Das Vereinsheim und die übrige Anlage bringt der Verein derzeit selbst auf Vordermann.

Eigeninitiative ist auch das Zauberwort beim Fußballclub Ostheim. „Natürlich hätten auch wir gern einen Kunstrasenplatz vor allem für unsere Jugend, weil die ansonsten abzuwandern droht zu anderen Vereinen“, klagte auch Vereinspräsident Jörg Duckwitz das dem Ausschuss inzwischen schon bekannte Lied. Neben einem defekten Hinweisschild an der Straße und einem dringend erforderlichen Baumschnitt wünscht sich Duckwitz vor allem neue Tore für einen seiner Plätze. „Am liebsten mobile Tore“, ergänzt Rainer Brodt, zuständig für Platzpflege und alle Dinge rund um die Plätze. Dabei kommt auch ein Aspekt zur Rede, der alle Vereine gleichermaßen betrifft: Ihnen gehen die ehrenamtlichen Helfer aus. „Es packen nur noch die Rentner freiwillig zu und helfen bei der Pflege. Doch denen sind manche Arbeiten körperlich einfach nicht mehr zuzumuten“, erklärt Duckwitz. In Eichen äußern Friedhelm Gerhard und Reiner Schlegel ähnliche Wünsche: Kunstrasenplatz und Rückschnitt der Bäume rund um das Spielfeld. In Eichen hat der Verein zum Thema Kunstrasenplatz sogar schon Eigeninitiative ergriffen und will eine besonders kostengünstige Anlage herausgefunden haben (wir berichteten). Im Gespräch zeigte sich dann doch noch ein eventueller Verbesserungsvorschlag. Statt des Wasserpumpenwagens, mit dem im Sommer der Rasen bewässert wird, soll eine automatische Bewässerungsanlage dem Verein zur Verfügung gestellt werden. Das spare auf die Dauer viel Geld und teures Trinkwasser.

Der Rundgang des Ausschusses endete in diesem Jahr in Erbstadt, wo in den Abendstunden noch ein Spiel stattfand. Deshalb war das Gespräch dort auch nur kurz und die Wünsche überschaubar. Neben – natürlich – einem Kunstrasen, wünscht sich der Verein einen kräftigen Rückschnitt der um den Platz stehenden Bäume wegen Schattenwurfs, ein oder zwei Unterstellhäuschen oder wenigstens Auswechselbänke sowie einen Ballfangzaun im Eck am „Grünhaus“. Darum bitten vor allem die Spieler der Baseballabteilung, weil die bisher immer weite Wege gehen müssen, um ihre Bälle zurückzuholen.

Fast vier Stunden dauerte der Rundgang im Regen. Durch eine Entscheidung zur seit Jahren diskutierten zentralen Sportanlage würde manches erleichtert. (Von Jürgen W. Niehoff)

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