Zentrale Sportanlage

Nidderauer Vereine drücken bei Stadt aufs Tempo

Bruchköbel und andere Kommunen machen es vor: Im November wurde der Kunstrasenplatz von Eintracht Oberissigheim und TSV Niederissigheim fertiggestellt. Auch die Nidderauer Vereine wollen endlich eine Lösung zur Modernisierung ihrer Sportstätten.
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Bruchköbel und andere Kommunen machen es vor: Im November wurde der Kunstrasenplatz von Eintracht Oberissigheim und TSV Niederissigheim fertiggestellt. Auch die Nidderauer Vereine wollen endlich eine Lösung zur Modernisierung ihrer Sportstätten.

Die Fußballvereine in Heldenbergen, Windecken und Ostheim sowie der TV Windecken zeigen sich weiter offen für eine stadtweite Lösung für die Modernisierung oder den Neubau von Sportstätten. Dies ergibt eine Anfrage des HANAUER an die genannten Klubs. Der KSV Eichen und die SKG Erbstadt haben in jüngerer Vergangenheit ihre Vereinsheime saniert und zeigten zuletzt kein Interesse an einer zentralen Lösung.

Nidderau – Oberste Priorität für die angefragten Vereine ist, dass angesichts der sanierungsbedürftigen bestehenden Anlagen möglichst bald eine Lösung gefunden wird. Schon im Mai 2019 wurde eine Machbarkeitsstudie für eine zentrale Sportanlage vorgestellt, die den Bedürfnissen aller Vereine und auch Sportarten wie Leichtathletik oder Tennis gerecht werden sollte. Kosten von über 18 Millionen Euro und ein Platzbedarf von über zehn Hektar veranlassten die Gremien jedoch zu einer deutlich abgespeckteren Variante. Doch auch diese ist nun vom Tisch, wie die jüngsten Haushaltsberatungen im Finanzausschuss zeigten (wir berichteten). Stattdessen soll es eine neue Studie für eine kleinere Lösung geben.

Wir dokumentieren die Stellungnahmen der Vereine zu den jüngsten Entwicklungen im Einzelnen:

Vereine wünschen sich dringend Kunstrasenplätze

TV Windecken: „Der Turnverein Windecken befürwortet grundsätzlich Maßnahmen, welche helfen, das Sportangebot in Nidderau zu festigen und auszubauen, wenn diese mit Sachverstand und Augenmaß erfolgen. Zur Idee der neuen zentralen Sportanlage scheint es noch eine ganze Reihe von offenen Fragen zu geben. Die Politik ist jetzt in der Pflicht diese zu klären.“ Die geschäftsführenden Vorstände Roland Beck, Dr. Konrad Baier und Marion Koschel

SC Eintracht Sortfreunde Windecken: „Wir als Verein SC Eintracht Sportfreunde Windecken hätten es begrüßt, wenn eine zentrale Sportstätte für die Nidderauer Vereine entstanden wäre. Natürlich muss man dabei auch immer den Kostenfaktor bedenken und welche Sportstätten wirklich benötigt werden. Allerdings sind die vorhandenen Sportstätten zum Beispiel in Heldenbergen und Windecken dringend sanierungsbedürftig und es müsste in der nächsten Zeit investiert werden, um die Anlagen zu erhalten. Nachdem wir von der Stadt Nidderau bereits die Nachricht erhalten hatten, dass die Umsetzung einer zentralen Sportanlage schwierig ist und mit immensen Kosten verbunden wäre und eine kleinere Sportstätte sinnvoller wäre, haben wir uns mit Viktoria Heldenbergen zusammen gesetzt, um auch über eine kleinere Lösung nachzudenken. Auch die Stadt hat signalisiert, dass ein Umbau des Sportplatzes Heldenbergen beziehungsweise Windecken wesentlich sinnvoller wäre. Der SC Eintracht Sportfreunde Windecken ist flexibel, standortneutral und kooperationsbereit auch in Hinblick auf Turnen und Leichtathletik. In dieser Angelegenheit waren wir schon immer gesprächsbereit, da es absolut notwendig ist, die Anlagen zu sanieren und vor allem, dass Kunstrasenplätze entstehen. Gerade im Jugendbereich wechseln leider viele den Verein, da sie lieber auf einem Kunstrasen spielen als auf einem Hartplatz. Die Aussage, wir als Verein wären nicht gesprächsbereit gewesen, weise ich massiv zurück. Wir müssen in Nidderau dringend gemeinsam an einer vernünftigen Lösung arbeiten, damit wir wieder junge Leute anlocken und sie für unseren Sport begeistern können. Je länger wir warten, desto schwieriger wird es auf Dauer, die Jugend zu halten. Viele Gemeinden im Kreis Hanau können auf einen Kunstrasenplatz zurückgreifen, und wir fänden es sehr wichtig, wenn die Stadt Nidderau da endlich nachzieht.“ Frank Wehowsky, Vorstandsvorsitzender SC Eintracht Sportfreunde Windecken

FC Sportfreunde Ostheim: „Das Thema zentrale Sportanlage ist für uns als Verein kein leichtes Thema. Unser primäres Interesse ist es, für das Heute und für die Zukunft gewappnet zu sein. Hierzu gehören gute Trainingsmöglichkeiten, die auch ganzjährig genutzt werden können. Aus unserer Sicht benötigen wir hierfür Kunstrasenplätze. Eine zentrale Sportanlage ist eine Möglichkeit, dies zu realisieren. Neben den Kunstrasenplätzen bietet eine neue zentrale Sportanlage neue und moderne Räumlichkeiten (Kabinen, Duschen usw.). Aber eine zentrale Sportanlage hat auch nicht zu vernachlässigende Nachteile. Die geplante Sportanlage ist räumlich weit entfernt von Ostheim. Es besteht die Gefahr, dass die Identität des Vereins darunter leidet. Was für einen Verein, der in einem Stadtteil ansässig ist, und dessen Mitglieder zu 95 Prozent aus diesem Stadtteil stammen, auch nicht zu vernachlässigen ist, ist die Tatsache, dass mit der Umwandlung des alten Sportplatzes in ein Neubaugebiet, der Festplatz in Ostheim nicht mehr existieren würde. Aus meiner Sicht muss etwas passieren und das zeitnah. Andere Vereine im Kreis erhalten Kunstrasenplätze (oder haben bereits welche) und haben damit uns gegenüber einen Vorteil. Betonen möchte ich auch an dieser Stelle, sollte es zu der Frage kommen, ob die Sportfreunde Ostheim ihr Sportgelände aufgeben für eine zentrale Sportanlage, dann wird das keine alleinige Entscheidung des Vorstands sein, sondern über einen Mitgliederentscheid entschieden.“ Jörg Duckwitz, Vorsitzender FC Sportfreunde Ostheim

SV Victoria Heldenbergen: „Der SV Victoria 1910 Heldenbergen steht mit der Stadt Nidderau seit 2012 zum Thema Sportstätten im Austausch und hat sich über die vergangenen Jahre aktiv in diverse Arbeitsgruppen zum Thema Sportentwicklung eingebracht. Im Dezember 2016 haben wir eine Eingabe bei der Stadt Nidderau gemacht. Darin hat die Victoria aus Heldenbergen die Errichtung einer zentralen Sportanlage befürwortet und die Rückabwicklung der heutigen Sportplätze an der Büdinger Straße angeboten. In der Arbeitskreissitzung vom 30.07.2019 haben wir unsere Position erneut bestätigt. Die letzte Abfrage der Stadt Nidderau haben wir im November 2020 mit dem Hinweis versehen, dass uns die Überzeugung auf eine zeitnahe Lösung mit wettbewerbsfähigen Bedingungen abhandengekommen ist. Wir haben bemängelt, dass eine richtungsweisende Entscheidung nach wie vor nicht absehbar ist. Nichtsdestotrotz hat der Vorstand sein Votum für eine zentrale Sportanlage bestätigt. Natürlich verschließen wir im Vorstand nicht die Augen vor den aktuellen Herausforderungen, denen sich auch die Stadt Nidderau stellen muss. Wir können nachvollziehen, dass die große zentrale Lösung schlecht zu vermitteln ist und eine Aufwertung oder ein stufenweiser Ausbauplan einfach zeitgemäßer ist. Es ist unseren Kindern, Jugendlichen, Senioren und Alten Herren aber auch schlecht zu vermitteln, dass wir mit den aktuellen Gegebenheiten noch fünf oder sechs Jahre weitermachen – insbesondere mit Blick auf die Kommunen im Fußballkreis Hanau oder Karben. Insofern brauchen wir eine Lösung im Zeithorizont von zwei Jahren. Die Victoria ist flexibel, standortneutral und kooperationsbereit, auch im Hinblick auf Turnen und Leichtathletik. Natürlich bietet sich die Sportanlage an der Büdinger Straße und angrenzende Flächen als Lösung an. Wir wollen der Stadt Nidderau bei einer zukunftsfähigen Entscheidung aber bewusst nicht vorgreifen und würden uns freuen, wenn wir endlich wüssten was kommt.“ Andreas Koffler Vorsitzender SV Victoria Heldenbergen. Jan-Otto Weber

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