Victoria Scholz will die Branche verändern

Nidderauerin kreiert nachhaltige Mode

„Kleidung soll sich den Menschen anpassen und nicht umgekehrt“: Das ist einer der Kernsätze der 22-Jährigen Studentin Victoria Scholz aus Heldenbergen (rechts). Tanja Woltz von der Wirtschaftsförderung der Stadt Nidderau zeigte sich vom Unternehmergeist der Designerin begeistert.
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„Kleidung soll sich den Menschen anpassen und nicht umgekehrt“: Das ist einer der Kernsätze der 22-Jährigen Studentin Victoria Scholz aus Heldenbergen (rechts). Tanja Woltz von der Wirtschaftsförderung der Stadt Nidderau zeigte sich vom Unternehmergeist der Designerin begeistert.

Nidderau – Nachhaltigkeit, schonender Umgang mit Ressourcen und Verantwortung sind Victoria Scholz wichtig. Damit steht sie nicht allein, immer mehr Menschen werben für ein Umdenken – auch in der Modebranche. Mit ihrer Modemarke „Dodo Scholz“ tritt die Studentin gegen Umweltverschmutzung, unmenschliche Arbeitsbedingungen, kapitalistisches und unmoralisches Verhalten in der Modeindustrie an.

„Es fängt bei der Kleidung an. Ich glaube an eine faire Behandlung aller Menschen und nicht an Profitgier. Stellen wir ab sofort nicht biologisch abbaubare Kleidung her, ertrinken wir in unseren Altkleiderbergen“, erklärt die 22-Jährige. Um in der Praxis zu zeigen, wie es geht, hat sie ein Jahr geplant. Und dann im März ihre Marke registrieren lassen. Ihr Label steht für Kleidung aus biologisch abbaubarem Gewebe, eine nachhaltige und faire Alternative der Herstellung.

„Es spielt keine Rolle, woher wir kommen, wie wir aussehen, welche Größe wir tragen, es hängt davon ab, was in uns steckt, wer wir sind, wie wir uns verhalten und woran wir glauben“, sagt Victoria Scholz. Die Frau weiß, was sie will und verfolgt ihre Ziele konsequent. Sie studiert Mode-Management. Ihr „Brand- und Fashion Management Studium“ an der Frankfurter International School of Management finanziert sie mit drei Jobs. Das Studium verbindet die Bereiche Management, Marketing und Mode. „Ich studiere Management, weil ich nicht die neue Muse eines Designers sein will“, sagt Scholz, die im fünften Semester im BA-Studiengang ist.

Faire Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung

Bereits während des Fachabiturs an der Frankfurter Schule für Mode- und Bekleidung und im Jahr danach arbeitete sie als Assistentin bei einer Frankfurter Designerin. Bei ihr lernte sie von der Pike auf das Nähen, das Anfertigen und Verkaufen von Maßkleidung. Die einzig auf die Maximierung des Profits ausgerichtete Modebranche setze auf Massenproduktion unter katastrophalen Umwelt- und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, weiß Scholz. „Unter diesen Bedingungen lassen nicht nur Fast-Fashion-Anbieter ihre Waren produzieren, sondern auch Luxuslabels.“ Alles fange bereits bei der Stofffaser an. „Es ist unverantwortlich, dass wir uns als Verbraucher nicht über den Anbau und die Herstellung unserer Kleidung informieren, Farmer nicht über den Umgang mit Pestiziden und deren Folgen für die Umwelt aufklären“, sagt die 22-Jährige. „Ich möchte anregen, sich Gedanken darüber zu machen, woher die Kleidung kommt, unter welchen Bedingungen die Materialien angebaut und verarbeitet werden.“ Deshalb setzt sie mit ihrem Label auf nachhaltige, abbaubare Kleidung aus Lyocell. „Das ist eine Zellulosefaser“, erklärt die Studentin. Ihre Waren würden unter fairen Arbeitsbedingungen und einer umweltfreundlichen Produktion entstehen. Stoff aus Portugal, genäht in Ungarn. „Mir ist wichtig, keinen Müll zu produzieren. Ich kann alle Ressourcen, die ich verarbeite, durch Aufforstung wiederherstellen. Für jeden Pulli, den ich verkaufe, wird in Portugal ein Eukalyptusbaum gepflanzt“, erläutert sie ihr Konzept. „Mein Ziel ist es, die Welt mit meiner Marke ein Stück grüner zu machen“, sagt die Pfadfinderin vom Stamm Wartbaum.

Produktion in Portugal

Produzieren lässt die Jungunternehmerin ihre Kleidung bei ihrem Partner Tintex in Portugal. „Der Betrieb nutzt Sonnenenergie, filtert das Wasser, schont die Umwelt, behandelt seine Mitarbeiter fair“, zählt sie auf. Kleidung aus Lyocell sei antibakteriell, atmungsaktiv, schweißabsorbierend und abbaubar. „Polyesterprodukte brauchen 2000 Jahre, bis sie abgebaut sind und stoßen Methangase aus“, erklärt sie. Genäht wird die Dodo-Scholz-Kleidung von einer kleinen Firma in Ungarn. Ihre erste Kollektion ist für Frauen wie Männer geeignet. Die Kapuzenshirts und Hosen gibt es in den Größen XS bis SXL. Zehn Farben hat sie im Angebot. Die Musterproduktion ist abgeschlossen. Nun ist es ihr Ziel, bis Mitte Januar genügend Geld zusammenzubekommen, um die Produktion ihrer ersten Kollektion zu finanzieren.

Crowdfunding

Scholz hat eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext „www.startnext/DodoScholz.com“ zur Finanzierung ihrer Kollektion gestartet. Infos zu Scholz und ihrer Modemarke gibt es auch auf ihrer Website www.dodoscholz.com, auf Youtube unter Dodo Scholz und auf Instagram unter Scholz Company.

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