Nidderau

CDU nominiert Phil Studebaker als Bürgermeisterkandidaten

Erfreut und stolz nimmt Phil Studebaker neben seiner Frau Simone (links) die Ovation der CDU-Mitglieder nach seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten entgegen. Foto: Thomas Seifert

Nidderau. Der CDU-Stadtverband hat einen neuen Hoffnungsträger und der heißt Phil Studebaker. Ein Nominierungsparteitag wählte mit überwältigender Mehrheit am Montagabend den 39-Jährigen zum Bürgermeisterkandidaten der Christdemokraten und möchte damit einen „Umbruch in der Politik in Nidderau“ einleiten.

Von Thomas SeifertSeit Dezember 2018 hat der Stadtverbandsvorstand mehrere mögliche Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft und in diesem Findungsprozess Kriterien wie Berufserfahrung, Bekanntheitsgrad, Vernetzung, Führungsqualitäten und Teamfähigkeit angelegt, berichtete Stadtverbandsvorsitzender Otmar Wörner den 77 Mitgliedern, die in die Willi-Salzmann-Halle gekommen waren. „Letztlich sind zwei gleichwertige Bewerber übrig geblieben, die sich ohne Einmischung des Vorstands auf Phil Studebaker als Kandidaten geeinigt haben, um eine Kampfabstimmung beim Nominierungsparteitag zu vermeiden“, berichtete Vorstandsmitglied Erich Lauer.

Diesem Prozedere hätte der Vorstand Ende August einstimmig zugestimmt und empfehle deshalb den Mitgliedern, Phil Studebaker zu nominieren.

In seiner Bewerbungsrede betonte Studebaker, dass er während der drei Jahre als Ortsverbandsvorsitzender in Windecken viele Meinungen, Erfahrungen und Ideen von Mitstreitern aufgenommen habe und dieses Prozedere als möglicher künftiger Bürgermeister von Nidderau genauso beibehalten wolle. „Ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte, aber auch für Verbesserungsvorschläge würden die Bürger bei mir finden“, kündigte der 39-Jährige an.

Wahlprogramm noch nicht in Stein gemeißelt

Natürlich sei sein Programm für den Wahlkampf noch nicht in Stein gemeißelt und müsse noch detailliert ausgearbeitet werden, er habe aber bereits sieben Themenbereiche definiert, die er als Rathauschef besonders beackern und zur Chefsache machen wolle. Obwohl es der Stadt recht gut gehe, läge noch viel Potenzial brach. Hierzu seien „neue, frische Ideen“ notwendig, so der CDU-Bewerber. Zum Beispiel im Bereich Finanzen, wo Sparsamkeit die eine Maxime sein sollte, andererseits eine florierende Wirtschaft gefördert werden müsse. „Junge Familien zu überzeugen, nach Nidderau zu ziehen, ist ein weiteres Ziel“, betonte Studebaker, dafür müsse aber auch Geld für Kindergarten- und Betreuungsplätze in die Hand genommen werden.

Für Senioren gäbe es in der Stadt viel zu wenig Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten,hier will der CDU-Kandidat Abhilfe schaffen. Ob alle Baumaßnahmen in der Neue Mitte wirklich notwendig gewesen wären, stellte Studebaker in Frage, besser wäre gewesen, den Fokus auf die Entwicklung von mehr Mischgebieten zu setzen.

„Die Anbindung nach Frankfurt ist katastrophal, hier muss die Stadt viel mehr Druck auf den RMV ausüben“, forderte der 39-Jährige.

Für Behinderte im Rollstuhl – sein amerikanisch-stämmiger Vater gehört zu dieser Gruppe – sei die Mobilität in der Stadt immer noch sehr eingeschränkt, der Kandidat möchte schnell Verbesserungen umsetzen. „Die hässlichen Kreisel müssen hübsch bepflanzt werden, überhaupt könnte die Stadt mehr Grün vertragen, was auch dem Klima zugute kommen würde“, betonte Studebaker. Um die „enormen Kosten“ für das Einsammeln von illegal abgelagertem Müll entgegen zu wirken, möchte der CDU-Kandidat das Wiegesystem bei der Müllentsorgung abschaffen.

Ordnungsamt sei überlastet

„Das Ordnungsamt ist völlig überlastet, es müssen mehr Ordnungshüter eingestellt werden“, forderte der 39-Jährige, der sich besorgt über die „vielen Einbrüche und Autoaufbrüche“ zeigt und mit der Stationierung eines Polizeipostens in der Stadt liebäugelt.

„Wir werden gewinnen“ zeigte sich Phil Studebaker überzeugt, dafür werde er sich nach einer Wahl durch die Mitglieder zu 100 Prozent hineinknien. Er sei stolz, dass der Nominierungsparteitag eine solche große Resonanz erfahre, auch das zeuge von einer Aufbruchstimmung, die in der CDU herrsche und die man über die Bürgermeisterwahl hinaus bis zur Kommunalwahl aufrecht erhalten müsse, um die Christdemokraten nach Jahrzehnten in der Opposition im Parlament endlich in die Verantwortung bringen zu können.

Unterstützung erhielt Studebaker nicht nur vom Stadtverbandsvorstand, auch Landtagsabgeordneter Max Schad, Fraktionsvorsitzender Andreas Frenzel und Ehrenmitglied Helmut Weider sprachen sich für den 39-Jährigen als Bürgermeisterkandidaten der CDU aus. Die Unterstützer betonten unisono, dass ein Machtwechsel im Rathaus nur über die absolute Geschlossenheit der Partei zu erreichen sei, in anderen Ortsverbänden im Kreis habe man das warnende Beispiel vor Augen, was Zerstrittenheit anrichten könne.

Nach einer Panne im ersten Wahlgang konnte CDU-Kreisgeschäftsführer Martin Fischer dann das Ergebnis der Abstimmung kundtun: Von 77 Mitgliedern stimmten 70 mit Ja, eines mit Nein, es gab vier Enthaltungen und zwei ungültige Stimmzettel. Das entspricht einer Zustimmung von 90,9 Prozent. Somit wird Studebaker voraussichtlich im Frühjahr 2021 als Kandidat der Christdemokraten auf dem Stimmzettel der Bürgermeisterwahl stehen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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