Thema im Ausschuss

Ortsübergreifende Initiative für ein politisches Café für Jugendliche aus Nidderau, Schöneck und Niederdorfelden

Laura Merz
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Laura Merz engagiert sich für ein Jugendcafé.

Die Jugend meldet sich zu Worte. Mit einem eigenen Jugendbeirat und einem politischen Jugendcafé möchte sie ihrer Stimme Gewicht verleihen.

Nidderau – Dass aus dem bisherigen Beirat für Jugend und Familie zukünftig ein separater Familienbeirat und ein eigener Jugendbeirat entstehen sollen, das wurde von der Stadtverordnetenversammlung vor Kurzem bereits abgesegnet. Nun aber meldet sich die Jugend zu Wort und möchte nicht nur ihren Jugendbeirat selber gestalten, sondern zusätzlich auch noch ein Jugendcafé einrichten. Dieser Jugendtreff soll politische Themen aufgreifen, und zwar sowohl aus dem kommunalen Bereich wie aus der Bundes- oder Landespolitik.

„Dabei soll es aber parteiunabhängig sein und keine Untergruppierung einer bestehenden Partei-Jugendorganisation“, erklären Laura Merz aus Schöneck und Oscar Heitzel aus Niederdorfelden in der jüngsten Sitzung des Nidderauer Jugend- und Sozialausschusses am Dienstagabend. Weil sich erfahrungsgemäß nur höchstens zehn Prozent der Jugendlichen an solchen Veranstaltungen beteiligen, haben die Initiatoren des Jugendcafés den Wirkungskreis auf die drei Kommunen Nidderau, Schöneck und Niederdorfelden ausgedehnt.

Jugendliche wünsche sich eine Plattform

Wie Laura Merz auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet, ist sie im Kommunalwahlkampf vielen Jugendlichen begegnet, die sich für eine solche Plattform ausgesprochen hätten. Denn die 22-Jährige ist Fraktionsvorsitzende der Grünen in Schöneck. Es seien aber auch Mitglieder von Jugendorganisationen anderer Parteien wie den Jusos und natürlich auch Jugendliche dabei, die keiner Partei nahestünden.

Nach Vorstellung der beiden Organisatoren Merz und Heitzel soll das Alter der Angesprochenen zwischen zwölf und 21 Jahren liegen. Themen, die besprochen werden sollen, können sowohl tagesaktuelle Dinge sein wie aber auch schulische. Beispielsweise, ob Religionsunterricht heute noch zeitgerecht ist. Dasselbe gilt für die Aufteilung der Schulen in Haupt-, Realschulen und Gymnasien. Auch eine eigene Internetplattform wollen sie sich geben. „Denn Facebook ist unter Jugendlichen mega out“, so Merz lachend. Abgelehnt vonseiten der Jugendlichen wird auch eine Begleitung oder Aufsicht des Jugendcafés von der Verwaltung. „Das hemmt nur. Und außerdem wollen die dann doch irgendwie nur beeinflussen“, meint Heitzel. Da das Vorhaben noch in den Vorbereitungen steckt, werden für die Initiative noch Ideen gesammelt und vor allem Mitstreiter gesucht.

Waldkita denkt über zweite Gruppe nach

Im Ausschuss schloss sich der Tagesordnungspunkt Kinderbetreuung – Bedarfsplan 2021 an. Dieser wird im Rhythmus von zwei Jahren erstellt. Er gibt Aufschluss über den aktuellen Stand der Kinderbetreuung und einen Ausblick auf die Entwicklung der kommenden Jahre. Demnach kommen im Personalbereich schwierige Jahre auf die Stadt zu – und das nicht nur wegen der neuen Gruppen in der Kita-Eichen, sondern auch wegen des Neubaus einer Kita in Heldenbergen. Mehr als 15 Planstellen müssten in den kommenden Jahren neu besetzt werden. „Doch der Personalmarkt ist wie leer gefegt“, berichtete die Mitarbeiterin des Sozialreferats Lisa-Marie Dewald. Der Ausschuss nahm den Bericht lediglich zur Kenntnis, es wurde kein Beschluss gefasst.

Dasselbe geschah mit dem Bericht der Ausschussvorsitzenden Nicole Stahlberg (Grüne) aus der Wald- und Naturkita. Sie ist seit Herbst 2020 in Betrieb. Zurzeit werden elf Kinder von zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin betreut. „Die Einrichtung wird dermaßen gut angenommen, dass schon über die Bildung einer zweiten Gruppe nachgedacht wird“, berichtete Stahlberg. Und das, obwohl sich die Kinder derzeit Corona-bedingt fast ausschließlich auf dem Kitagelände aufhalten.

Revierförster besorgt wegen Schäden durch Borkenkäfer

Ganz andere Sorgen hat der kommissarische Revierförster für den Nidderauer Stadt- und Bürgerwald, Alexander Zens. Er präsentierte in der Sitzung seinen Forstwirtschaftsplan 2021 und tat dabei kund, dass er in diesem Jahr immer noch mit den Schäden durch den Borkenkäfer zu kämpfen habe. Deshalb könne er auch noch nicht sagen, wie viel Nutz- und wie viel wertloses Schadholz er fällen werde. Zwischen 500 und 1500 Festmetern würden es am Ende werden. Da sich die Ausschussmitglieder erst einmal ein Bild vor Ort machen wollen, wurde eine Waldbegehung für den 22. Juni festgelegt.

Beschlossen wurde hingegen die Renaturierung des in die Jahre gekommenen Nidderwehrs in Windecken. 60 000 Euro sollen die Maßnahmen kosten und die Stauzone zu einem kleinen Erlebnis- und Aufenthaltsbereich aufwerten. 85 Prozent davon würden vom Land gefördert.

Erneut abgelehnt wegen eines zu hohen Verwaltungsaufwandes und wegen zu geringer Effektivität wurde hingegen der Antrag der FWG auf Erstellung einer Baumschutzsatzung. In Nidderau gibt es bereits ein Baumkataster für Bäume im öffentlichen Bereich. Und weil der private Bereich tabu sei, sei eine Baumschutzsatzung ein teurer Papiertiger von kaum messbarem Nutzen, so die allgemeine Meinung. (Jürgen W. Niehoff)

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