Nidderau

Party-Gast überfahren: Prozess gegen 23-Jährigen beginnt

Symbolbild: Pixabay

Nidderau/Hanau. Was sich am Rande einer Geburtstagsfeier an der Brentanostraße in Heldenbergen abgespielt hat, nimmt das Hanauer Landgericht ab Dienstag unter die Lupe. Auf der Anklagebank sitzt dann der 23-jährige E., gegen den die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe erhebt.

Von Thorsten Becker

Die Anklage lautet auf versuchten Mord, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sowie gefährliche Körperverletzung.

Nach den bisherigen Ermittlungen kam es in der Nacht zum 26. Mai vergangenen Jahres zu einem Streit auf der Party. E., der aus Bruchköbel stammt, zuletzt aber wohnsitzlos war, soll sich betrunken ans Steuer seines Wagens gesetzt haben, um den Ort zu verlassen.

Mit Vollgas auf Gruppe zugerast

Das, so Oberstaatsanwalt Dominik Mies, hätten einige Partygäste verhindern wollen. „Zeugen gaben an, dass er plötzlich mit Vollgas auf die Gruppe losgefahren sein soll“, hatte der Pressesprecher der Anklagebehörde kurz darauf berichtet.

Dabei soll E. „den Tod der Personen billigend in Kauf genommen“ haben, heißt es nun in der Anklageschrift. Einige Personen hätten sich in letzter Sekunde durch einen Sprung zur Seite retten können. Nicht so ein 20-Jähriger, dem die Flucht nicht gelang. Er wurde von dem Toyota überrollt und zu Boden geschleudert.

Opfer hat unglaubliches Glück

Danach soll der Angeklagte den Vorwärtsgang sowie den Rückwärtsgang eingelegt und den jungen Mann noch zweimal absichtlich überrollt haben. Der 20-Jährige erlitt trotz des brutalen Vorgehens glücklicherweise nur Prellungen, eine Platz- sowie Schürfwunden.

Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von einer versuchten Tötung mit einem Auto als „gemeingefährliches Mittel“ aus – dies wäre ein Mordmerkmal. Nach der Tat war E. aus Nidderau geflüchtet. Rund einen Monat später war er in der Nähe von Stuttgart festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Für das Verfahren vor der 1. Schwurgerichtskammer, das am Dienstag, 14. Januar, um 9 Uhr beginnt, sind bis Ende Februar insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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