Nidderauer Politik ist sich einig

Unfallschwerpunkt B45: Parteien fordern weitere Tempolimits

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Bauarbeiten auf der vor fünf Jahren eröffneten Umgehungsstraße: Aufgrund zahlreicher teils tödlicher Unfälle wird am Abzweig zur K246 nach Karben derzeit eine Ampel errichtet, die Ende Mai in Betrieb gehen soll.

Die CDU Nidderau und ihr Bürgermeisterkandidat Phil Studebaker begrüßen in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Umsetzung der Baumaßnahme zur Errichtung einer Ampelanlage an der Ortsumgehung Nidderau im Bereich B45/K246 Abzweig Karbe.

Sie erhoffen sich eine erhebliche Erhöhung der Vekehrssicherheit. Dennoch wäre es nach Einschätzung der CDU erforderlich und auch möglich gewesen, die Maßnahmen deutlich früher und nicht erst auf erheblichen Druck von Angehörigen der Unfallopfer sowie aller Nidderauer Fraktionen und der Presse umzusetzen. „Dies kann nur ein erster Schritt für weitere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung sein“, so die Mitteilung.

Tempolimits an mehreren Abzweigen gefordert

„Nicht nur am Abzweig Neue Mitte, sondern auch am Abzweig Siemensstraße/Am Lindenbäumchen und am Abzweig B45/L3009 Baumarkt Hack muss es zu Geschwindigkeitsreduzierungen kommen. Auch hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen. Es ist nicht im Sinne der Verkehrsteilnehmer, auf Unfälle zu warten und erst nach diesen üblen Erfahrungen eine Geschwindigkeitsreduzierung umzusetzen.“

Ferner sieht die Nidderauer CDU Defizite bei der Planung. Der Fokus habe wohl auf geringem Verbrauch von Baugrund gelegen, „sonst hätte man gefährliche Abzweigungen von Beginn an über einen Kreisverkehr geregelt“. 

Auch SPD und Grüne fordern weitere Maßnahmen

Sozialdemokraten und Grünen aus Nidderau reagieren auf die laufenden Maßnahmen an der Umgehungsstraße erleichtert: „Sowohl die Errichtung der Ampel an der Abzweigung nach Karben als auch die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung an der Ausfahrt Allee Süd sind Maßnahmen, die die Sicherheit auf der Umgehungsstraße verbessern“, so Andreas Bär, Bürgermeisterkandidat und SPD-Fraktionsvorsitzender.

„Nun bedarf es weiterer Maßnahmen, um auch an weiteren Gefahrenpunkten die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Mindestens an den Abzweigungen zur Siemensstraße in Heldenbergen und am Windecker Ortseingang sind ebenfalls Geschwindigkeitsreduzierungen notwendig, da es hier bereits mehrfach zu Unfällen und brenzligen Situationen kam. Hier setze ich auf ein gemeinsames Vorgehen aller Nidderauer Parteien und der Stadt.“

Tempolimit wird schon seit Jahren diskutiert

Gerrit Rippen, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erinnert an die parlamentarische Historie. Bereits 2016 habe die rot-grüne Koalition die Einführung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Umgehungsstraße gefordert, im September 2017 folgte der Antrag auf Einrichtung einer Ampel. „Die FWG ergänzte seinerzeit den Antrag um den Wunsch nach einer Ampel an der Auffahrt Allee-Süd“, so Rippen.

„Der Wunsch nach einer Ampel an der Ausfahrt Karben wurde nach weiteren Verkehrsunfällen erneut durch einen Antrag der FWG in der Stadtverordnetenversammlung im September 2019 einstimmig bekräftigt.“

Kritik an Straßenplanung

Sowohl Magistrat als auch die örtlichen Landtagsabgeordneten hätten in den vergangenen Jahren bei der Landesregierung auf entsprechende Maßnahmen hingewirkt. Vinzenz Bailey, Kreistagsabgeordneter und SPD-Vorsitzender, kritisiert die Planung:

„Viele der aktuellen Probleme hätten mit einer besseren Planung der Straße verhindert werden können. Sinnvolle Vorschläge der Stadtverordnetenversammlung wie das Beibehalten einer Ausfahrt am Wartbaum wurden leider nicht berücksichtigt. Auch im aktuellen Fall hätten wir einen Kreisel einer Ampel vorgezogen, was jedoch wohl nicht kurzfristig umsetzbar gewesen wäre.“ jow

Quelle: Hanauer Anzeiger

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