Nidderau

Praxisgemeinschaft investiert eine Million Euro in Neuer Mitte

Das Praxisteam um die beiden Inhaber Dr. Ralf Petereit (links) und Regina Mick (Siebte von links) freut sich über neue Kollegen und zusätzliche Patienten. Foto: J. Weber

Nidderau. Die Praxisgemeinschaft Dr. Ralf Petereit und Regina Mick hat durch einen Neubau in der Neuen Mitte ihre Kapazitäten erweitert. Die von der Bevölkerung so oft gewünschten Fachärzte wurden jedoch nicht genehmigt.

Von Jan-Otto Weber

Nidderau. Die ärztliche Versorgung ist nicht nur auf dem flachen Land, sondern auch im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet immer wieder Thema. So referierte gerade eine Expertin beim Neujahrsempfang in Schöneck zur Situation vor Ort, wo derzeit ein gewisser Schwund an Medizinern zu beobachten ist. In Nidderau hingegen konnte nun die Praxisgemeinschaft Dr. Ralf Petereit und Regina Mick durch einen Neubau ihre Kapazitäten erweitern, allerdings ohne Fachärzte.

KV: Region ist mit Fachärzten überversorgt

„Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung sind wir hier mit Fachärzten überversorgt“, berichtet Ralf Petereit. „Einen Augenarztkollegen hat die KV abgelehnt.“ „Ebenso verhält es sich mit einem Gynäkologen“, ergänzt Bürgermeister Gerhard Schultheiß. „Die meisten Menschen im Main-Kinzig-Kreis wohnen zwar im Westen rund um Hanau. Aber für die Berechnungen werden auch Praxen in Gelnhausen oder Bad Orb berücksichtigt.“ Dennoch sei die Stadt froh, dass die hausärztliche Versorgung in allen Stadtteilen sichergestellt sei. „Und wir haben auch keine Signale, dass irgendjemand aufhören will“, so Schultheiß.

Seit Januar fünf Ärzte in Praxis tätig

Immerhin: Auch die Nidderauer Praxisgemeinschaft, in der Petereit und seine Kollegin Regina Mick drei weitere Ärzte beschäftigen, bietet fachliche Schwerpunkte und bringt nun auch zusätzliche räumliche Kapazitäten mit sich. Der Neubau an der Bertolt-Brecht-Straße – hinter dem Einkaufszentrum Nidder Forum gelegen – bietet auf zwei Vollgeschossen mit Aufzug etwa 320 Quadratmeter Praxisfläche mit insgesamt fünf Sprechzimmern und fünf Funktionsräumen. Darunter befinden sich zum Beispiel ein extra Raum zur Blutabnahme und ein Operationsraum, für den gerade noch der Genehmigungsantrag läuft.„Hier können wir zum Beispiel Hautoperationen durchführen“, erläutert Petereit, der einen allergologischen Schwerpunkt hat. Ein Kollege ist auf Dermatologie spezialisiert. „Außerdem bieten wir internistisch die komplette Palette, zum Beispiel Schilddrüsendiagnostik mit Ultraschall, allgemeinmedizinische Gefäßdiagnostik oder Langzeit-EKG.“ Während Petereit eine notfallmedizinische Ausbildung hat, kümmert sich seine Kollegin Mick bei Hausbesuchen auch um geriatrische und bettlägrige Patienten.

KV-Stelle von Angelika Klußmann aus Schöneck besetzt

Mit Bezug des neuen Gebäudes zum 1. Januar 2018 ist Dr. Tina Ahle neu ins Team gekommen. „Sie hat quasi die Stelle übernommen, die im KV-Bezirk Ende 2015 durch das Ausscheiden von Angelika Klußmann in Schöneck freigeworden ist“, erklärt Petereit. Darüber hinaus könnte die Praxisgemeinschaft einen weiteren Kollegen aufnehmen. Solche Entwicklungsmöglichkeiten waren am alten Standort am Pfarrgarten, nur wenige hundert Meter weiter, undenkbar gewesen. Hier war Petereit seit 18 Jahren ansässig, vor13 Jahren stieß Mick hinzu. 2015 folgte Dr. Jörg Rindermann. 2017 ergänzte Dr. Annette Friedrich das Team.

Neuer Standort bietet viele Vorteile

„Die Praxis platzte aus allen Nähten“, beschreibt Petereit die vorherige Situation. „Wir hatten insgesamt nur 138 Quadratmeter und drei Sprechzimmer.“ Der neue Standort am Rande des Wohngebiets biete zahlreiche Parkplätze und eine gute Einbindung in die Infrastruktur des Nidder Forums – inklusive Apotheke, die mit Eröffnung des Einkaufszentrums ebenfalls umgezogen war. „Wir fühlen uns mit Nidderau verwachsen und wollten mit dem Neubau auch unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen“, beschreibt Petereit. Auch wenn die Baukosten durch den vorgeschriebenen Passivhausstandard etwa 30 Prozent höher ausfielen. Immerhin beträgt die Investitionssumme inklusive Grundstück rund eine Million Euro. „Aber von meinem privaten Wohnhaus her weiß ich, dass sich die Energieeinsparung lohnt.“

Quelle: Hanauer Anzeiger

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