Altenpflegezentrum an der Höchster Straße in Eichen

SPD Nidderau will runden Tisch zu geplantem Seniorenheim

So könnte die Höchster Straße in Eichen mit einem Seniorenzentrum (oben links) aussehen: Das Büro Heitzenröder Architekten aus Hanau hat unter anderem diese Variante erarbeitet. Für den dortigen Spielplatz bliebe so noch die größte Fläche übrig. 
GRAFIK: Heitzenröder Architekten
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So könnte die Höchster Straße in Eichen mit einem Seniorenzentrum (oben links) aussehen: Das Büro Heitzenröder Architekten aus Hanau hat unter anderem diese Variante erarbeitet. Für den dortigen Spielplatz bliebe so noch die größte Fläche übrig. GRAFIK: Heitzenröder Architekten

Über eine Einrichtung für seniorengerechtes Wohnen in Eichen wird in Nidderau spätestens seit Februar 2017 diskutiert. Der geplante Standort an der Höchster Straße geriet im Bürgermeisterwahlkampf zum großen Streitpunkt. Nun schlägt die SPD einen runden Tisch zum Thema vor.

Nidderau – Im Jahr 2017 bewilligte die rot-grüne Mehrheit gegen die Stimmen der CDU und bei Enthaltung der FWG 25 000 Euro für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Thema „Betreutes Wohnen in Eichen“. Mitte Dezember 2019 – nach Vorstellung der Machbarkeitsstudie – stimmte die Mehrheit von SPD und Grünen (eine Enthaltung) mit einer zusätzlichen Ja-Stimme aus der CDU-Fraktion im Stadtparlament für eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit den Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises zur Umsetzung des Dependance-Modells an der Höchster Straße. Die Festlegung auf den von Beginn an umstrittenen Standort geschah in dieser Sitzung erst auf Änderungsantrag der SPD-Fraktion unter ihrem Vorsitzenden Andreas Bär.

Doch der Standort polarisierte die Eicher zunehmend, vor allem im Bürgermeisterwahlkampf. Initiativen gründeten sich, die Stadt bot den Bürgern Gelegenheit, sich mit Fragen und Anregungen zu beteiligen. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Und wie der inzwischen designierte Bürgermeister Andreas Bär und die SPD Eichen kurz vor Weihnachten mitteilten, sehen sie nun die Chance, die aktuelle Diskussion hinsichtlich des geplanten Alten- und Pflegezentrums (APZ) in Eichen zu „versachlichen“.

SPD: „Behauptungen der letzten Monate gerade gerückt“

„Die Antworten zu den Fragen der Bürgerschaft bieten in Kombination mit den Entwurfsplänen eine solide Diskussionsgrundlage“, heißt es in der Mitteilung. „Da Großveranstaltungen weiterhin unmöglich sind, schlage ich die Einrichtung eines runden Tisches mit den beteiligten Gruppen vor. Dieser könnte aus meiner Sicht den sachlichen Dialog und das Verständnis für die Positionen des Gegenübers stärken“, so Bär.

„Viel zu lange schwelte in Eichen eine Diskussion, die mit Gerüchten die Polarisierung im Ort weiter verstärkte“, finden Bär und Harry Bischoff, Vorsitzender der SPD Eichen. Im Übrigen freue man sich über die Stellungnahme der Verwaltung, „die manche Behauptung der letzten Monate gerade rückt“.

Kommunalwahl wirft ihre Schatten voraus

Eichens Ortsvorsteher Sam Pfeifer (SPD) benennt in der Mitteilung mögliche Beteiligte für einen runden Tisch: „Dieser böte die Chance, dass Vertreterinnen und Vertreter der Parteien, des Eicher Ortsbeirats, aber auch der beiden Initiativen und dem Arbeitskreis Dorferneuerung, sich jenseits von konkreten Beschlussvorlagen mit den vorliegenden Fakten auseinandersetzen.“

Dass die SPD nun mit einem runden Tisch um die Ecke kommt, mag einerseits daran liegen, dass der künftige Bürgermeister gemäß seiner Ankündigung, Bürgermeister für alle Nidderauer zu sein, den Standortgegnern die Hand reichen möchte. Andererseits wirft die Kommunalwahl ihre Schatten voraus. Und so hat auch die CDU Eichen ebenfalls vor Weihnachten ihre bereits bekannte Position zur Dorfentwicklung noch einmal bekräftigt, und zwar vor der SPD-Mitteilung zum runden Tisch.

CDU will Altenzentrum in Mischgebiet jenseits der B521

„Auf der Gemeinbedarfsfläche in Eichen gibt es einen alternativen Standort zum Bau einer Alten- und Pflegeeinrichtung, um die pflegerische Versorgung vor Ort zu gewährleisten“, so die CDU. Wie der Pressebeauftragte Klaus Knapp auf Nachfrage erläuterte, sei damit nicht nur das seit vielen Jahren geforderte Mischgebiet jenseits der B 521 gemeint, sondern die ebenfalls dort gelegenen Flächen nördlich der Straße nach Erbstadt. Neben der günstigen Verkehrsanbindung für die Seniorenresidenz bliebe den Kindern und Jugendlichen so weiterhin die Möglichkeit, den naturnah gestalteten Spielplatz an der Höchster Straße zu nutzen, auch nach dem Ausbau der Kita um zwei Kindergartengruppen.

Im Mischgebiet wiederum könnte sich neben zusätzlichen Wohnungen auch Gewerbe ansiedeln, das die Nahversorgung der Eicher Bürger verbessere. Auch wäre es möglich, ein Ärztezentrum mit ausreichend Parkflächen aufzubauen. „So soll es dem ortsansässigen Arzt ermöglicht werden, ein Ärztehaus in Eichen zu bauen, damit dieser eine moderne, barrierefreie Arztpraxis anbieten kann und dadurch langfristig dem Stadtteil Eichen erhalten bleibt. Sollte ihm dies nicht ermöglicht werden, wird er in eine Nachbargemeinde abwandern, und im Stadtteil Eichen wäre kein Arzt mehr ansässig“, befürchtet die CDU.

Selbstbedienungsladen wird geprüft

Die Planung eines Selbstbedienungsladens im Dorf ohne Personal zur Beratung, wie jüngst in der Stadtverordnetensitzung von SPD und Grünen zur Prüfung vorgeschlagen, hält die CDU für nicht zielführend. Ein Vollsortimenter im Mischgebiet hingegen würde Eichern und Erbstädtern nach Ansicht der CDU lange Einkaufswege ersparen und die Verkehrssituation in der Stadtmitte entlasten. Welche Chancen ein runder Tisch unter diesen Voraussetzungen in Wahlkampfzeiten hat, wird sich zeigen.

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