Ehrenbürger verstorben

Nidderau: Stadt bereitet Beisetzung von Rudolf Walther auf Windecker Friedhof vor

Rudolf Walther
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Rudolf Walther

Die Stadt trauert um ihren Ehrenbürger Rudolf Walther, der am 22. Dezember 1923 in Windecken geboren wurde und am 17. November im Alter von 96 Jahren an seinem Altersruhesitz im serbischen Subotica verstorben ist.

Nidderau – „Seine berufliche Laufbahn entspricht der klassischen Rolle des Selfmademan“, schreibt die Stadt am Freitag in einer Mitteilung. „Der Möbelverkauf aus einem Transporter heraus wuchs zu einem kleinen Imperium heran. Er ist nicht nur Gründer des Unternehmens Möbel-Walther (heute Höffner in Gründau), sondern er legte auch mit einem Stiftungskapital von über zehn Millionen DM den Grundstein für die Rudolf- Walther-Stiftung, die in aller Welt Kinderdörfer baute, Schulen und Ausbildungseinrichtungen in Mittelamerika und Osteuropa gründete, Straßen- und Waisenkindern half und humanitäre Hilfe leistete.“

Neben zahlreichen Ehrungen wie dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland (1992) wurde ihm 1998 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nidderau verliehen, wo er sich in vielen Bereichen auch finanziell engagierte, um gemeinnützige und bürgerschaftliche Projekte zu unterstützen. So finanzierte er der Stadt den Ankauf der Nidderinsel „Das Wärtchen“ in Windecken, das als kleines Naherholungsgebiet bei den Bürgern beliebt ist.

„Unvergessen ist sein Engagement für die Kurt-Schumacher-Schule in Windecken, der er vor Jahrzehnten ein grünes Klassenzimmer schenkte und den Umbau von Schulräumen im Projekt ‘Schule 2000’ ermöglichte“, so die Mitteilung mit Verweis auf den schon zu Lebzeiten gewidmeten Rudolf-Walther-Platz unmittelbar vor der Schule.

„Immer wieder zeigte er sich gegenüber seiner Heimatstadt verbunden und spendete auf Anfrage größere Beträge“, erinnert die Stadt. So sei Ende der neunziger Jahre auf Anregung von Bürgermeister Gerhard Schultheiß mit einem Grundkapital von 100 000 DM der Nidderauer Sozialfonds ins Leben gerufen worden, der bis heute zur Weihnachtszeit die Schenkung von Gutscheinen für Kleidung und Lebensmittel an Hilfebedürftige, darunter viele Familien mit Kindern, ermögliche. „Ich habe Rudolf Walther als einen geradlinigen, großzügigen und gottesfürchtigen Mann kennengelernt“, würdigt Bürgermeister Schultheiß den Verstorbenen. „Seine Herkunft und die Erlebnisse im Krieg vergaß er nie, sie waren für ihn prägend, wie er in seiner Autobiografie ‘Ein Leben in Gottes Hand?’ ausführt.“

Laut Mitteilung regelte Walther schon zu Lebzeiten mit der Stadt Nidderau die Fragen seiner Beisetzung, die auf dem Friedhof in Windecken stattfinden wird. In enger Abstimmung mit der Familie des Verstorbenen würden nun alle Schritte eingeleitet, die eine würdige Trauerfeier ermöglichen sollen. „In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir keine große Öffentlichkeit herstellen können, aber unser aller Verpflichtung ist es, unserem Ehrenbürger Rudolf Walther ein ehrendes Gedenken zu bewahren“, betont Schultheiß auch im Namen der Bürgerschaft und der politischen Gremien. jow

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