Ortsbeirat begrüßt Entwurf für Umgestaltung

Thema Bahnhof Ostheim strapaziert die Geduld

Marodes Gebäude, keine Barrierefreiheit, keine direkte Busanbindung: Der Bahnhof in Ostheim ist seit Jahren das Sorgenkind des Stadtteils.
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Marodes Gebäude, keine Barrierefreiheit, keine direkte Busanbindung: Der Bahnhof in Ostheim ist seit Jahren das Sorgenkind des Stadtteils.

Die Einrichtung einer Bushaltestelle vor dem Ostheimer Bahnhof wird wohl noch ein wenig dauern. Zu diesem Eindruck gelangt der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung nach Vorstellung der aktuellen Möglichkeiten für eine Umgestaltung des Geländes, die vergangene Woche bereits Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung waren (wir berichteten).

Nidderau –Seit Jahren ist die unhaltbare Situation auf dem Bahnhofsgelände in Ostheim ein zentrales Thema. Wichtiger Punkt dabei ist neben der fehlenden Barrierefreiheit und dem insgesamt verwahrlosten Zustand die zugehörige Bushaltestelle. Die war zuletzt in der Ringstraße angesiedelt. Dann wurde sie aufgrund der zahlreichen Beschwerden der Anlieger in die Eisenbahnstraße verlegt.

Stadt hat Gelegenheit, Gelände zu erwerben

Doch auch dieser Standort stieß auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung, nicht zuletzt, weil Fahrgäste von dort noch 200 Meter zu Fuß bis zum Bahnhof laufen müssen. Deshalb ist das Interesse der Stadt an einer Umgestaltung des Bahnhofsgeländes mit direkt angebundener Bushaltestelle groß.

Seit vielen Jahren versucht die Verwaltung nach Auskunft der städtischen ÖPNV-Beauftragten Katja Adams eine Verbesserung für das Bahnhofsgelände zu erreichen. Viele Gespräche seien dazu mit der Deutschen Bahn, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) geführt worden. Dabei habe die Bahn zumindest schon einmal die Bereitschaft durchblicken lassen, das Gelände nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten an den Gleisanlagen verkaufen zu wollen. Ein erster Anlauf zur Versteigerung des Areals war bereits einmal verschoben worden, da die Bahn die Flächen noch für Bauarbeiten an der Strecke benötigte. Doch nun gibt es offenbar erneut Gelegenheit für die Stadt, das Gelände zu erwerben.

Erste Entwürfe liegen vor

Die Vorbereitungen im Rathaus laufen bereits. Im Doppelhaushalt 2021/22 sind Gelder für den Ankauf des Geländes vorgesehen. Auch für die Einrichtung der Bushaltestelle sind Mittel eingestellt. Selbst der RMV habe bereits nachgefragt, wie es um die Umgestaltungspläne des Bahnhofsumfeldes bestellt sei, wie Adams erläuterte. Er hatte angeboten, 50 Prozent der Planungskosten für eine Entwurfsplanung samt Kostenschätzung für eine Beantragung im Förderprogramm von Hessen Mobil mitfinanzieren zu wollen. Aufgrund dieses Angebots hat die Stadt sodann ein Ingenieurbüro mit den ersten Planungen beauftragt. Erste Entwürfe liegen inzwischen vor. Sie haben ergeben, dass ein mobilitätsgerechter Ausbau des Bahnhofs samt Bushaltestelle mit Buswendekreis auf dem Gelände möglich ist. Der Wendeplatz müsste aus Platzgründen allerdings im hinteren Teil des Bahnhofsgeländes entstehen, Richtung der Firma Dillmann. Die Haltestelle dagegen könnte direkt gegenüber des Bahngebäudes Platz finden.

Weil aber noch nicht feststeht, wann der Kauf des Geländes über die Bühne gehen kann und die Zeit drängt, wurde in der Sitzung angeregt, doch eine Interimslösung anzustreben, die schnell eingerichtet und auch schnell wieder beseitigt werden könne. „Das hat die Bahn wiederum abgelehnt. Sie will erst ihre Baustelle abschließen“, macht Adams alle Hoffnung zunichte.

Auch der marode Zustand des Bahnhofsgebäudes ist den Ostheimern ein Dorn im Auge. „Das befindet sich inzwischen in Privathand, und da haben wir keinen Einfluss“, so Ortsvorsteher Klaus Mehrling (SPD). Der Planungsentwurf für eine groß angelegte Umgestaltung wird am Ende der Diskussion zwar von allen Ortsbeiratsmitgliedern gutgeheißen, jedoch müsse man auf dessen Umsetzung weiter warten.

Zehn weitere Wohncontainer für Flüchtlinge

Erneut zur Sprache kommt dann die Forderung einzelner Bürger nach Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Vorderstraße. Doch auch in diesem Falle kann Mehrling wenig Hoffnung machen. Geschwindigkeitsmessungen hätten ergeben, dass alles im Lot sei. Dem Hinweis des Bürgers Georg Brodt, dass die Marköbler Straße mittlerweile regelrecht als Durchgangsstraße von der Vorderstraße am Friedhof zur Hanauer Straße genutzt werde, will der Ortsbeirat bei einem Ortstermin in Kürze nachgehen, genau wie der Frage nach geeigneten Standorten für historische Grabsteine auf dem Friedhof.

Beschlossen wird an diesem Abend ebenfalls, dass die Stadtverwaltung gebeten wird, die Aufstellung von zehn weiteren Wohncontainern für Flüchtlinge auf dem Gelände neben dem Sportplatz noch einmal überprüfen zu lassen. Sollte sich jedoch kein geeigneterer Standort finden lassen, so würde der Ortsbeirat der Aufstockung der 30 Container um weitere zehn Einheiten zustimmen. Dieser Beschluss wurde mehrheitlich gefasst.

Gewählt werden an diesem Abend schließlich noch die Wirtschaftsinformatikerin Silke Witter für die Neubesetzung des Schiedsamtsbezirks Ostheim und der Verwaltungsangestellte Björn Schütz als neuer Ortsgerichtsschöffe. (Jürgen W. Niehoff)

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