Viele Frage bei Bürgerversammlung

Verkehrsthemen brennen Nidderauern unter den Nägeln

Zur Spielstraße soll nach Wunsch einiger Anwohner die Alexandra-Harder-Straße werden. Bürgermeister Andreas Bär will der Anregung nachgehen. Er wies jedoch auch auf die damit verbundenen Konsequenzen hin.
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Zur Spielstraße soll nach Wunsch einiger Anwohner die Alexandra-Harder-Straße werden. Bürgermeister Andreas Bär will der Anregung nachgehen. Er wies jedoch auch auf die damit verbundenen Konsequenzen hin.

Einen bunten Strauß von Fragen präsentierten rund 80 Bürger ihrer Rathausspitze auf der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Kultur- und Sportzentrum von Heldenbergen.

Nidderau – Bürgerversammlungen sind alljährlich wiederkehrende Veranstaltungen, bei denen Bürger das Recht haben, der Verwaltungsspitze der Stadt Löcher in den Bauch zu fragen. Ganz so dramatisch war es in diesem Jahr allerdings nicht, denn mit den 13 Fragen, neun davon waren zudem zuvor schriftlich im Rathaus eingegangenen, hatten Bürgermeister Andreas Bär (SPD) und sein Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) kaum ernsthafte Probleme bei der Beantwortung.

Hauptsächlich waren es Verkehrsdinge, zu denen die Bürger an diesem Abend ihre Fragen stellten. Beispielsweise wollte der Heldenberger Bürger Norbert Kögler Auskunft zu der Verkehrssituation um die Abfahrt von der Umgehungsstraße in Richtung Emil-Nolde Straße/Beethovenallee. Trotz Bauminseln, mit denen der Verkehr eigentlich abgebremst werden soll, wird in diesem Bereich immer noch viel zu schnell gefahren. Auch andere Bürger sprangen ihm bei: „Außerdem hält der Bus an der völlig falschen Stelle. Da kommt dann kaum noch ein anderes Auto vorbei“, schimpfte ein Anlieger.

Seit Öffnung der Auf- und Abfahrt auf die Umgehungsstraße sei es vorbei mit der Ruhe in dieser Gegend. Die Gefahr liege nicht in der Höhe des Verkehrsaufkommens, sondern vor allem in der Geschwindigkeit, mit der manche Autofahrer durch die Wohngegend führen. Bär versprach, sich der Sache anzunehmen. Sobald der neue Haushalt genehmigt sei, wolle er für Smiley-Geschwindigkeitsmesser sorgen und dass in diesem Bereich öfters geblitzt werde.

Wunsch: Alexandra-Harder-Straße soll Spielstraße werden

Auch der Anregung, die Alexandra-Harder-Straße in eine Spielstraße umzuwandeln, will Bär nachgehen, warnte aber in diesem Zusammenhang auch vor den Konsequenzen: „Auf einer Spielstraße ist das Parken aber nur auf markierten Flächen möglich. Davon werden viele Anlieger gar nicht erfreut sein.“

Auch den Wunsch, die drei Pflanzkübel auf der Beethovenallee, die den Verkehr wesentlich behindern würden, etwas auseinander und vom Kreuzungsbereich zu entfernen, will er prüfen lassen. Mit Fragen zur Bepflanzung der Verkehrsinseln im Stadtgebiet, beispielsweise an der Abfahrt von der Umgehungsstraße zur Allee-Süd oder auf der Konrad-Adenauer-Allee, ging es dann weiter. Sie böten kein schönes Bild für die Stadt. Das spielte in den Zuständigkeitsbereich des Ersten Stadtrats hinein. „Hierzu haben wir den Landschaftspflegeverband Main-Kinzig hinzugezogen und dessen Vorschläge werden in den nächsten Wochen umgesetzt“, so Vogel.

Bei Hochwasserschutz gut aufgestellt

Schon jetzt gut aufgestellt seien hingegen die Stadt und die örtliche Feuerwehr im Hinblick auf Hochwassersituationen. „Die Feuerwehr bereitet sich auf derartige Katastrophensituationen vor. Und mit Fotos werden auch die Hochwasserkarten des Landes fortlaufend aktualisiert“, erklärte Vogel.

„Anders als in anderen Städten funktionieren außerdem bei uns noch die Sirenen auf den Dächern. Und auch für Sammelpunkte im Katastrophenfall ist gesorgt. Dafür stehen in allen Stadtteilen die Feuerwehrwachen zur Verfügung“, ergänzte Bär. Gegen Starkregenereignisse hingegen sei keine spezielle Vorsorge möglich. Da seien dann auch die Hausbesitzer und Grundstückseigentümer gefragt.

Weiter ging es mit dem Wunsch nach Tempo 30 an einzelnen neuralgischen Punkten im Stadtgebiet. Doch da mussten Bär und Vogel passen. „Für übergeordnete Straßen ist die Verkehrsbehörde des Kreises zuständig und die hält sich an ihre Regeln: Wenn kein Gefahrenpunkt und kein zu großer Lärm, dann auch kein Tempo 30. Da haben wir als Stadt keine Chance.“

Zur Thema Glasfaser sagte der Bürgermeister: „Eine flächendeckende Glasfaserverlegung sieht die kreiseigene Breitband MainKinzig Gesellschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre vor.“

Der Heldenberger Bürger Norbert Kögler hatte Fragen zur Verkehrssituation rund um die Abfahrt zum Wohngebiet Allee-Süd.

Zur Planung Windecker Marktplatz erläutert Bär, dass dieser so umgestaltet werden soll, dass auch spezielle Märkte wieder auf ihm stattfinden können. Und auch der Schülerverkehr von Erbstadt nach Heldenbergen war Thema an diesem Abend. „Wir können die Beschwerden nur weiterleiten, denn wir sind nicht Herr des Geschehens. Das ist der Main-Kinzig Kreis. Alle Fraktionen im Stadtparlament sollten sich deshalb gemeinsam an den Kreis wenden und beispielsweise um Verstärkerbusse bitten“, so Bär.

Den Abschluss der Bürgerversammlung bildete dann wiederum ein Verkehrsproblem und zwar der Engpass auf der Obergasse in Eichen. „An dieser Stelle muss eine neue Verkehrsregelung her“, forderte der Anwohner Christoph Kaiser. Doch auch in diesem Fall kann Bürgermeister Bär nur auf die übergeordnete Verkehrsbehörde verweisen. „Hier handelt es sich um eine übergeordnete Ortsdurchfahrt. Und da kann die Stadt eigenständig keine Regelung erlassen“, bedauerte er.

Knapp zwei Stunden dauerte die Bürgerversammlung und sie verlief alles in allem einvernehmlich. (Jürgen W. Niehoff)

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