Verbundschule geplant

Wichern-Schule Nidderau-Ostheim und Diesterweg-Schule Maintal-Hochstadt arbeiten eng zusammen

Künftiger Hauptsitz der Verbundschule soll die Johann-Hinrich-Wichern-Schule in Ostheim werden. Hier erhalten 240 Schüler mit Förderbedarf berufs- und lebensorientierten Unterricht.
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Künftiger Hauptsitz der Verbundschule soll die Johann-Hinrich-Wichern-Schule in Ostheim werden. Hier erhalten 240 Schüler mit Förderbedarf berufs- und lebensorientierten Unterricht.

Es ist jetzt gut vier Jahre her, als bei einer großen Veranstaltung in der Klosterberghalle in Langenselbold die Weichen in Richtung Inklusion in den Schulen des Kreises gestellt wurden. Unter anderem wurde ein Inklusives Schulbündnis West (ISW) gegründet, dem die Johann-Hinrich-Wichern-Schule in Nidderau-Ostheim und die Adolph-Diesterweg-Schule in Maintal-Hochstadt angehören.

Nidderau/Maintal/Gelnhausen –„Beide Schulen haben in ihren unterschiedlichen pädagogischen Ausrichtungen einen sehr guten Ruf bei den Eltern und sollen deshalb auch eigenständig erhalten werden“, stellen Schulleiterin Ute Weigold (kommissarisch seit eineinhalb Jahren) und Schulleiter Olaf König (kommissarisch seit dreieinhalb Jahren) im Gespräch mit unserer Redaktion fest. Wann die Verbundschule offiziell den Segen des Kreistags bekommt – geplant war zum Start des Schuljahres 2021/2022 – steht noch in den Sternen. Die entsprechende Beschlussvorlage ist noch im Geschäftsgang, teilte kürzlich die Kreispressestelle mit.

Beide Einrichtungen ergänzen sich perfekt

Die beiden Schulen für Lernhilfe arbeiten mit unterschiedlichen Ansätzen und ergänzen sich dadurch perfekt. Die Diesterweg-Schule ist ein Regionales Beratungs- und Förderzentrum, das nur noch einen kleinen stationären Bereich mit dem Namen „ZeitRaum“ unterhält und emotional verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche betreut. Ansonsten sind die Lehrkräfte mit der Betreuung von Schülerinnen und Schülern beschäftigt, die an den verschiedensten Regelschulen unterrichtet werden. Bei der Wichern-Schule liegen die Schwerpunkte auf berufs- und lebensorientierenden Lehrgängen sowie Schülerfirmen und sie arbeitet mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung.

Ziel der im Aufbau befindlichen Verbundschule der beiden Einrichtungen ist nun, die noch bessere Vernetzung der beiden Förderschwerpunkte und eine damit einhergehende noch bessere Versorgung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Defiziten. Der Betreuungsaufwand sei sehr unterschiedlich, deshalb können im Rahmen von Inklusion vor allem körperbehinderte Schüler ganz gut an Regelschulen unterrichtet werden.

Die Schulleiter Ute Weigold (Wichern-Schule Ostheim) und Olaf König (Diesterweg-Schule Hochstadt) treffen sich einmal pro Woche zur Besprechung.

Bei anderen Defiziten sei das nicht so einfach möglich, weshalb die Wichern-Schule in Ostheim auf stationären Unterricht ausgerichtet ist. „Wir unterrichten hier 240 Schüler“, stellt Ute Weigold fest, während die Schülerbetreuung der Lehrkräfte der Diesterweg-Schule von der Grundschule bis zum Gymnasium und Beruflichen Schulen alle Schulformen umfasse, fügt Olf König hinzu. Die Kooperation zwischen den beiden Schulen sei schon weit fortgeschritten. Zum Beispiel gebe es einen wöchentlich Jour fixe der Schulleiter, wo alle anstehenden Themen besprochen werden. Auch die Durchlässigkeit der Aufgabenbereiche für die insgesamt 41 Lehrkräfte zwischen stationären und aufsuchenden Einsatzgebieten sei sehr groß, was bei den Kollegen wegen der möglichen Abwechslung gut angenommen werde, betonen Weigold und König.

Weiteres Ziel der künftigen Verbundschule mit einer Schulleitung mit Hauptsitz Ostheim und Stellvertretern in den beiden Schulen ist die Grundversorgung für Maintal, Nidderau, Schöneck, Niederdorfelden und Bruchköbel sicherzustellen. Wobei der Lehrkräftemangel auch nicht vor den beiden Schulen Halt macht, bedauern die beiden Pädagogen. Die Elternschaft, so die Schulleiter, stehe ebenfalls hinter den Verbundschulplänen, jetzt müsse die Politik den noch nicht fortgeschriebenen Schulentwicklungsplan verabschieden, dann sei der Weg frei für die förmliche Umsetzung der Verbundschule.

Alle notwendigen Vorgespräche sind abgeschlossen

In der Tat steht das auch so in der Beschlussvorlage für den Kreistag vom 26. Oktober 2020. Mit der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans soll die Verbundschule realisiert werden, alle notwendigen Vorgespräche hierfür seien abgeschlossen. Die Eckpunkte der Verbundschule definiert die Beschlussvorlage ebenfalls: „Die Adolph-Diesterweg-Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Erziehungshilfe wird der regionale Beratungs- und Förderzentrumsstandort mit Auszeitklasse mit teilstationärem Angebot für die emotionale und soziale Entwicklung. Die Johann-Hinrich-Wichern-Schule wird Förderschulstandort für die Förderschwerpunkte Lernen und Sprachheilförderung. Ein gemeinsames System mit nur einer Schulleitung wird eingeführt. Beide Standorte werden erhalten. Hauptstandort wird die Johann-Hinrich-Wichern-Schule, Nebenstandort die Adolph-Diesterweg-Schule.“

Nun sind also der Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Partnerschaften und anschließend der Kreistag in der Pflicht, damit der Schulträger Main-Kinzig-Kreis auch formell „weiterhin ein differenziertes und qualitativ hochwertiges Schulangebot garantieren kann“. (Thomas Seifert)

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