Nidderau

Zentrale Sportanlage: Hier soll in Zukunft der Ball rollen

Nidderau. Die Weichen für eine zentrale Sportanlage in Nidderau sind gestellt. Sowohl der Sport- und Kultur- sowie der Bau- und Strukturausschuss folgten am Montag in ihrer gemeinsamen Sitzung unter Zuladung des Arbeitskreises der Empfehlung der Verwaltung, die Planungen weiter zu verfolgen.

Von Jan-Otto Weber„Wir müssen jetzt die Fläche definieren, um mit den übergeordneten Stellen weitere Gespräche zu führen“, erläuterte Schultheiß den Hintergrund zur Abstimmung in diesem frühen Planungsstadium. Bei der ersten Sitzung des eigens gegründeten Arbeitskreises Zentrale Sportanlage hätten alle interessierten Vereine dem Standort zugestimmt. Bereits im September habe ein Ortstermin mit dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und dem Regierungspräsidium Darmstadt stattgefunden.

„Prinzipiell ist eine Nutzung der vorgesehenen Fläche als Sportanlage möglich“, erläuterte Schultheiß im Ausschuss. Ein entsprechendes Änderungsverfahren für den Regionalen Flächennutzungsplan würde etwa ein Jahr beanspruchen. Bis tatsächlich zum ersten Mal der Ball rollt, könnten „locker fünf bis sechs Jahre“ an Planungs- und Bauzeit vergehen.

Prüfen der alten Sportanlage

Zudem müsste für die alten Sportanlagen geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen sie umgewidmet werden könnten. Denn – und das machte Schultheiß ebenfalls deutlich: „Das gesamte Projekt ist nur finanzierbar, wenn die Vereine ihre bisherigen Sportstätten einbringen.“ Für Windecken wäre unter Berücksichtigung der Emissionen der benachbarten Kläranlage Wohnbebauung möglich. Ebenso für den Sportplatz Ost‧heim. Das Areal in Heldenbergen dürfe lediglich zu Gewerbeflächen umgewandelt werden. Für den Sportplatz in Eichen würde sich wegen seiner abgeschiedenen Lage im Wald keine alternative Nutzung anbieten, erklärte Schultheiß. Der KSV Eichen, der vor gut zwei Jahren erst sein Sportheim saniert hat, sei sich ohnehin noch unschlüssig. Die SKG Erbstadt habe kein Interesse an der Nutzung der Zentralen Sportanlage.

Der Main-Kinzig-Kreis wolle eine finanzielle Beteiligung an der Anlage prüfen, die auch dem Schulsport der Bertha-von-Suttner-Schule dienen könnte. Auch die Tennisclubs und vor allem der Turnverein Windecken zeigten großes Interesse. TVW-Vorsitzender Roland Beck erklärte sich im Ausschuss auch dazu bereit eine verbindliche Erklärung zu unterschreiben. Auch Holger Nau von der SV Viktoria Heldenbergen signalisierte Zustimmung. „Wir haben eher Sorge, dass es zu lange dauern könnte. Unsere Sportstätten sind am Ende ihrer Lebensdauer und müssten aufwändig saniert werden. Für unsere Nachwuchsarbeit in der JSG Nidderau ist es nicht mehr zeitgemäß, die Kinder im Herbst und Winter auf einen gefrorenen Hartplatz zu schicken. Da gehen Knochen und Kleidung kaputt. Wir sind weit und breit die einzigen ohne Kunstrasen.“

Verbindliche Erklärung der Vereine

Eine verbindliche Erklärung der Vereine zum Verzicht auf ihre Sportstätten hatte die FWG-Abgeordnete Anette Abel gefordert und dazu einen Ergänzungsantrag gestellt. „Bei Gesamtkosten von sieben Millionen Euro werden zehn Prozent Planungskosten angesetzt. Ich bin aber nicht bereit, 700 000 Euro auszugeben, ohne eine schriftliche Vereinbarung.“

SPD-Vertreter erklärten hingegen, die Grundstücke seien ohnehin Eigentum der Stadt und in Erbpacht vergeben. Ein Willenserklärung in Form eines „letter of intent“ (Helmut Brück) sei ohnehin nicht einklagbar. Man solle den Vereinen vertrauen.

Schultheiß betonte, es gehe zunächst darum, Planungsrecht zu schaffen. Erst dann gehe es um die Umwidmung der Grundstücke. „Als nächster Schritt muss dann ein Finanzierungskonzept aufgestellt werden.“ Der Ergänzungsantrag der FWG wurde abgelehnt, die Verwaltungsvorlage beschlossen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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