„Fußballkäfig“ im Gespräch

Freizeitangebote für Jugendliche in Niederdorfelden sollen ausgebaut werden

Zeigen, wo der Zugang zum Fußballkäfig hinter dem Schützenhaus in Niederdorfelden liegen könnte (von links): Bauhof-Vorarbeiter Alexander Horné, Bürgermeister Klaus Büttner und Bauamtsleiter Carsten Breitbach.
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Zeigen, wo der Zugang zum Fußballkäfig hinter dem Schützenhaus in Niederdorfelden liegen könnte (von links): Bauhof-Vorarbeiter Alexander Horné, Bürgermeister Klaus Büttner und Bauamtsleiter Carsten Breitbach.

Kinder und junge Erwachsene gehören zu der Personengruppe, die während der Corona-Pandemie besonders zu leiden haben. Kontaktbeschränkungen und Homeschooling sorgen bei vielen Jugendlichen zu großem Frust. In der Gemeinde Niederdorfelden wird nun überlegt, wie man attraktive Angebote für die junge Generation im Ort schaffen kann.

Niederdorfelden – Die Pläne konzentrieren sich aktuell auf das Schützenhaus. Im Haushalt sind bereits 15 000 Euro für eine Halfpipe eingeplant, die vor dem Gebäude entstehen soll. Zudem hat Niederdorfelden bei dem Wettbewerb „Mainova bewegt die Region“ 5000 Euro erlaufen, die in einen Unterstand für den Grillplatz neben dem Schützenhaus investiert werden sollen. Auch freies WLAN ist über das Programm „Digitale Dorflinde“ für den Grillplatz in Planung (wir berichteten).

Nun gibt es einen weiteren Vorschlag: Auf der Rasenfläche hinter dem Gebäude könnte ein so genannter „Fußballkäfig“ gebaut werden. Die Grünen hatten die Idee ins Spiel gebracht, in direkter Nachbarschaft zur TSG Niederdorfelden einen Platz für Freizeitkicker anzulegen, da der Fußballplatz des Vereins nur von den Mitgliedern genutzt werden darf. Eine andere Möglichkeit wäre, einen umzäunten und überdachten Bolzplatz anzulegen. „Das hätte den Vorteil, dass der Ball nicht rausfliegen kann“, erläutert Bürgermeister Klaus Büttner (SPD), der sich mit Bauhof-Vorarbeiter Alexander Horné und Bauamtsleiter Carsten Breitbach dieser Tage vor Ort ein Bild machte. Eine gute Voraussetzung: Das Grundstück gehört der Gemeinde. Für den Zugang müssten nur ein paar Sträucher entfernt werden. So könnten die Jugendlichen zum „Fußballkäfig“ gehen, ohne das Gelände der TSG betreten zu müssen, die erst kürzlich schlechte Erfahrungen mit Vandalismus gemacht hatte (wir berichteten). Das Modulsystem könne auch abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, betont Horné. Ein wichtiger Aspekt, denn im Raum steht immer noch ein möglicher Umzug des gesamten Sportgeländes in den kommenden Jahren. Das Areal ist eine Option als Erweiterungsfläche für den Arzneimittelhersteller Engehard. Aktuell ist dies jedoch kein Thema.

Angebote einholen und Fördermöglichkeiten prüfen

Ganz billig wird solch eine eingehauste Fußballanlage aber nicht. Der Bürgermeister rechnet mit Kosten von um die 100 000 Euro. „Man kann einen Tartan-Belag oder Kunstrasen verwenden“, erläutert Bauhof-Vorarbeiter Alexander Horné. Seiner Meinung nach sei Tartan die bessere Wahl, da er leichter zu pflegen sei. Nun gehe es darum, Angebote einzuholen und Fördermöglichkeiten auszuloten.

Denn beschlossene Sache ist der neue Bolzplatz mit Deckel noch nicht. Das letzte Wort hat wie immer das Gemeindeparlament. Büttner rechnet damit, dass der Platz 2022 gebaut werden könnte.

Finanziell steht Niederdorfelden nach wie vor gut da. Das liegt aber nur an den Rücklagen aus dem Baugebiet „Im Bachgange“. Denn die kleine Gemeinde, die bisher wegen seiner hohen Gewerbesteuereinnahmen als wohlhabend gilt, muss mit starken Einbrüchen kämpfen. Wie Kämmerin Ute Klingelhöfer unserer Zeitung berichtet, rechnet sie in diesem Jahr mit zwei bis drei Millionen Euro weniger Einnahmen in diesem Bereich. „Wir überleben nur wegen des Baugebiets“, betont Bürgermeister Büttner. Ohne die Rücklagen hätte man die Grundsteuer B auf 1620 Prozentpunkte erhöhen müssen.

Jugendgremium in Planung

Für die Jugendlichen wolle man aber trotz allem Geld in die Hand nehmen. Ihr Wohlergehen ist den Lokalpolitikern wichtig. Überlegt wird gerade, ein eigenes Gremium für Kinder und Jugendliche einzurichten, um den jungen Menschen ein Mitspracherecht einzuräumen. Die Grünen hatten bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung Ende April vorgeschlagen, eine Kinderkommission und einen Jugendbeirat ins Leben zu rufen. Die Idee soll demnächst im Ausschuss diskutiert werden.

(Mirjam Fritzsche)

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