Gemeindevertreter Niederdorfelden treffen Entscheidung zur Umsetzung des Ganztagsbetriebs in Grundschulen

Außenansicht der Kita Pusteblume in Niederdorfelden.
+
Außenansicht der Kita Pusteblume in Niederdorfelden.

Am Donnerstag haben die Gemeindevertreter aus Niederdorfelden über die Umsetzung des Ganztagsbetriebs bis 2025 beraten. Dabei wurden einige interessante Entscheidungen getroffen.

Niederdorfelden – Weil der Gesetzgeber den Ausbau des Ganztagsbetriebs für Grundschüler bis zum Jahr 2025 beschlossen hat, müssen nun auf lokaler Ebene die Kommunen ihre Kinderbetreuung anpassen. So auch in Niederdorfelden.

Der am Donnerstagabend der Gemeindevertretung in Niederdorfelden vorgelegte Entwicklungsplan hat den Anspruch, Grundlagen für die politische Steuerung und die Erfüllung des öffentlichen Auftrags der Kindertagesbetreuung in Niederdorfelden zu bieten. Mit ihm werden demografische Entwicklungen dokumentiert und Bestand und Bedarf der Kinderbetreuung abgeglichen.

Zwei Komponenten kommen in Niederdorfelden zusammen, die die Anpassung des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Kinderbetreuung notwendig machen. Das sind zum Einen die Einführung des Kita-Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetzes, gültig ab dem 1. August 2020, und zum Anderen die Fertigstellung des Neubaugebiets „Im Bachgange“ in den kommenden zwei Jahren.

Zahl der benötigten Kita-Plätze wird bis 2025 auf 165 steigen

Weil bis zum Jahr 2025 allein die Zahl der benötigten U-Plätze von derzeit 120 auf dann geschätzte 165 ansteigen wird und auch eine größere Anzahl von Kitaplätzen für Kinder zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr benötigt wird, wie dies dem neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Kinderbetreuung zu entnehmen ist, der am Donnerstag der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorlag, muss die Gemeinde nun reagieren.

„Kitaplätze haben wir zwar genug auch mit den eingerechneten Neuzugängen aus dem Neubaugebiet. Aber die müssen dann auch frei sein“, so Bürgermeister Klaus Büttner (SPD). Er rechnet mit zirka 60 Neuzugängen aus dem Neubaugebiet, 22 Kinder unter drei Jahren und 38 Kinder über drei Jahren.

Da derzeit einige Räume, die eigentlich der Kinderbetreuung zur Verfügung stehen sollten, zur Betreuung von Schulkindern genutzt werden, vor allem in der Kita Pusteblume, die direkt neben der Grundschule liegt, sollte das Problem eigentlich lösbar sein. „Ich habe mit der Schulleitung in letzter Zeit auch schon mehrfach Gespräche wegen der Einführung der Ganztagsschule in Niederdorfelden geführt. Allerdings bisher noch ohne konkretes Ergebnis“, so Büttner.

Ganztagsschule soll Räume der Hortkinder wieder freigeben

Mit der Einführung der Ganztagsschule würden dann die Hortkinder die Räume in der Kita wieder freigeben. Kopfzerbrechen bereitet dem Rathauschef auch noch die durch das Gesetz vorgeschriebene Anhebung des Betreuungsschlüssels. Dadurch werden sieben neue Stellen im U3-Bereich und fünf weitere Stellen im Ü3-Bereich benötigt. „Platz für die Kinderbetreuung haben wir also genug. Der muss nun nur noch freigeräumt werden. Was uns fehlt, sind Betreuerinnen“, so Büttner weiter.

Aber auch da habe er bereits eine Idee. Mit besser bezahlten Ausbildungsstellen wolle er sich den „Nachwuchs“ in diesem Bereich selber heranziehen.

Der Bedarfs- und Entwicklungsplan wurde von der Gemeindevertretung ohne größere Aussprache anschließend einstimmig genehmigt.

Summe an örtliche AWO soll ähnlich hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr

Zugestimmt wurde auch der Verlängerung des Vertrages mit der örtlichen AWO zur Durchführung ihrer kommunalen Jugendarbeit. 143 659 Euro hat die Gemeinde der AWO im vergangenen Jahr an Unterstützung zukommen lassen. Ähnlich hoch soll die Zuwendung auch in diesem Jahr wieder erfolgen.

Allerdings wurde in der Gemeindevertretersitzung auch gleich eine Besonderheit abgesegnet. Weil die AWO aufgrund der Corona-Krise über einen Monat die Betreuung einstellen musste, wurde vereinbart, dass sie an die Gemeinde 10 000 Euro zurückerstattet.

Zugestimmt wurde bei der Sitzung der Gemeindevertreter auch der Vereinbarung über die Aufstellung eines gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirks mit den Gemeinden Ronneburg, Limeshain und Hammersbach (unsere Zeitung berichtete bereits) sowie der Anpassung der Vereinbarung mit der Nachbargemeinde Schöneck wegen der Erweiterung der gemeinsamen Kläranlage. Die Kosten von nun annähernd zwölf Millionen Euro werden nach dem Verteilerschlüssel zu 75 Prozent auf Schöneck und 25 Prozent auf Niederdorfelden aufgeteilt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare