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Gemeindeverwaltung informiert über Baugebiet, Finanzen und Müllprobleme in Niederdorfelden

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Das Pflegeheim mit seinem Bereich Betreutes Wohnen, hier ein aktuelles Bild der Baufirma Schneider, bildete einen Schwerpunkt der Bürgerversammlung. Repro: Jürgen w. Niehoff
Das Pflegeheim mit seinem Bereich Betreutes Wohnen, hier ein aktuelles Bild der Baufirma Schneider, bildete einen Schwerpunkt der Bürgerversammlung. Repro: Jürgen w. Niehoff © Repro: Jürgen W. Niehoff

Eine Bürgerversammlung mit gerade einmal acht Bürgern – den Verantwortlichen war die Enttäuschung am Donnerstagabend deutlich anzusehen. „Immerhin sind dieses Mal mehr Bürger als im vergangenen Jahr dabei“, sagte die Gemeindevorsteherin Kristina Schneider (SPD). 2020 gab es keine Gäste im Bürgerhaus. Während andere Kommunen im Umland die Bürgerversammlungen zu der Zeit aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen ließen, fand die Veranstaltung in Niederdorfelden online statt.

Niederdorfelden – Mitverantwortlich für den schwachen Besuch in diesem Jahr waren sicherlich die wieder ansteigenden Zahlen der Corona-Infizierten und das gleichzeitig stattfindende Fußball-Länderspiel, aber auch die erneute Live-Übertragung der Veranstaltung im Internet wird einen Anteil an dem schwachen Besuch vor Ort gehabt haben. Im Netz sollen immerhin 380 Bürger „eingeschaltet“ haben. Die Niederdorfelder waren im Vorfeld zum Online-Mitwirken aufgerufen worden und konnten so vorab und von zu Hause aus Fragen stellen.

Rücklagen sichern Haushalt für das Jahr 2022

Mit seinem Bericht aus der Gemeinde eröffnete Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) den Reigen der Berichte. Er sprach über die Entwicklung des Baugebietes „Im Bachgange“, für das er die Fertigstellung spätestens Anfang 2023 ankündigte, genauso wie über die Finanzlage der Gemeinde.

Hier zwingen die zurückgehenden Einnahmen aufgrund der Corona-Krise die Gemeinde zum Griff in die Rücklagen, um so ein Minus in der Haushaltsbilanz und damit neue Kreditaufnahmen zu vermeiden. Trotz dieses unverschuldeten Engpasses zeigte sich Büttner erfreut, dass er nicht zu Steuererhöhungen greifen muss und so bei der Haushaltserstellung das Niveau sowohl der Grundsteuer als auch der Gewerbesteuer auf demselben Stand wie im vergangenen Jahr halten konnte. Und auch die Kita-Gebühren, einer der größten Posten im Haushalt, müssten lediglich um fünf Prozent erhöht werden (wir berichteten).

Kletterparcours für Jugendliche geplant

Ganz besonders stolz ist Büttner über die Anschaffungen für die Jugendlichen. So werden in Kürze neben dem Schützenhaus ein Soccer-Platz und ein Kletterparcours entstehen. Letzterer soll sogar einmalig in Hessen sein. Am Ende seines Berichtes ging er dann noch auf die immer öfter zutagetretenden Abfallentsorgungsprobleme im Ort ein (wir berichteten). Die würden jedoch voraussichtlich mit der Neuausschreibung der Müllentsorgung ab dem Jahr 2023 verschwinden, gab sich Büttner hoffnungsvoll.

Dem Bericht des Bürgermeisters folgte der Bericht des IT-Fachmannes der Gemeinde, Adin Kovacevic. Er ist der neue Digitalisierungsbeauftragte der Gemeinde und er führt nach eigener Aussage nicht nur die Gemeindeverwaltung in das neue Zeitalter der Digitalisierung, sondern verspricht den Bürgern auch viele Erleichterungen durch Online-Dienste für die ansonsten üblichen Behördengänge.

Nachfrage bei neuem Pflegeheim groß

Anschließend folgten die Berichte zum Neubau eines Pflegeheims mit Betreuten Wohnungseinrichtungen. Das Pflegeheim, mit dessen Fertigstellung Ende nächsten Jahres gerechnet wird, hat 85 Betten, alle in Einzelzimmern, und umfasst insgesamt 3395 Quadratmeter auf drei Etagen. Der Bereich „Betreutes Wohnen“ bietet 41 Wohneinheiten, von Einzimmer-Appartements bis zu Dreizimmer-Wohnungen.

Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft erklärte Betreiber Christian Weinz, dass die Nachfrage nach diesen Wohnungsangeboten sehr groß sei, dass er aber noch keine Angaben zu den Preisen machen könne, da das Servicepaket, das in der Miete enthalten sein soll, noch nicht endgültig feststehe. Für den Komplex sind außerdem noch ein öffentliches Café mit Mittagstischangebot, eine Kita mit zwölf Plätzen für Kinder unter drei Jahren sowie eine Arztpraxis geplant.

Auch dazu gab es eine Nachfrage über das Internet und zwar, ob es sich um einen vorhandenen Arzt handelt, der nur umziehen wolle. Die Antwort lautete, dass für die Praxis kein Arzt aus der Gemeinde gesucht würde. Gewünscht sei ein zusätzlicher Mediziner.

Themenangebot möglicherweise zu groß

Nun hatten die Bürger noch einmal die Möglichkeit Fragen zu stellen. Beispielsweise, wann die Straßen im Neubaugebiet fertiggestellt würden. Warum der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr abgesagt worden sei, anstatt nur die Fläche zu vergrößern, und ob Niederdorfelden demnächst mit Schöneck zusammengelegt werde.

Büttners Antwort: „Die Straßenfertigstellung im Neubaugebiet hängt vom Baufortschritt der größeren Bauvorhaben ab.“ Zur Absage Weihnachtsmarkt meinte er, dass er sich keinen derartigen Markt mit Abstandsregeln und Hygienevorgaben vorstellen könne. Für die Frage zur Zusammenlegung der Nachbarkommunen hatte er nur ein knappes, aber eindeutiges „Nein“ übrig.

Zwei Stunden 15 Minuten dauerte die Bürgerversammlung. Am Ende waren nur noch drei Bürger im Raum. Fraglich ist auch, ob die rund 380 Bürger zu Hause, die die Live-Übertragung an diesem Abend angeschaltet hatten, die ganze Zeit dabei waren. Vielleicht war das Themenangebot einfach zu groß. (Jürgen W. Niehoff)

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