Bürgermeister sieht Gemeinde gut gerüstet

Geringes Risiko in Niederdorfelden bei Hochwasserereignissen

Rekordpegel an der Nidder in Büdesheim. Im Februar war der Schönecker Ortsteil von Hochwasser betroffen. In Niederdorfelden ist das Risiko von Überflutungen geringer. Trotzdem wollen die Gemeindevertreter Experten befragen. Archiv
+
Rekordpegel an der Nidder in Büdesheim. Im Februar war der Schönecker Ortsteil von Hochwasser betroffen. In Niederdorfelden ist das Risiko von Überflutungen geringer. Trotzdem wollen die Gemeindevertreter Experten befragen. Archiv

Welche Auswirkungen hat Starkregen auf die Nidder und den Feldbach und welche Risiken bestehen dabei für die Kläranlage, die Rendeler Brücke, die Mühle und die Häuser im Ort? Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat Bürger und Politiker für das Thema Hochwasserschutz sensibilisiert. Sowohl die Grünen als auch die SPD hatten zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend entsprechende Anträge eingebracht.

Niederdorfelden – Sie wünschen sich Fließpfadkarten für Niederdorfelden. Einen kurzen Überblick über die Situation konnte Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) an diesem Abend bereits geben. Er beantwortete eine Anfrage der Dorfelder Liste zum Hochwasserschutz aus dem August.

Keine Wohnbebauung auf Überschwemmungsgebieten

Das Gemeindeoberhaupt sieht den Ort gut vorbereitet. „Einen 100-prozentigen Schutz kann niemand versprechen, aber die Niederdorfelder Bürger können sich halbwegs sicher fühlen“, betont Büttner. Das Risiko sei überwiegend relativ gering. Er führte aus, dass Flächen, die statistisch gesehen einmal in hundert Jahren überschwemmt werden können, als Überschwemmungsgebiete in amtlichen Karten ausgewiesen sein müssen. „In der Karte von Niederdorfelden befindet sich keine Wohnbebauung im Überschwemmungsgebietsbereich“, führt er aus.

Aktuell als Vorsorgemaßnahme geplant sei die Renaturierung von Teilbereichen der Nidder. Das Projekt solle im kommenden Jahr umgesetzt werden. Des Weiteren finde gegenwärtig eine Erweiterung der Gruppenkläranlage Schöneck/Niederdorfelden statt (wir berichteten).

Die Kapazität der Kanalisation sei ausreichend. Die teilweise 60 Jahre alten Kanalleitungen in Niederdorfelden würden im Bedarfsfall gemäß dem heutigen DWA-Regelwerk hydraulisch angepasst. Die von den beiden Fraktionen gewünschte Fließpfadkarte sei bereits Anfang August beantragt worden. Die Fertigstellung sei für Ende September in Aussicht gestellt worden.

Im Ausschuss sollen Schutzmaßnahmen ausführlich besprochen werden

Sirenen sind in ausreichender Zahl vorhanden. „Pläne für den Katastrophenfall liegen vor. Das Bürgerhaus könnte als Notunterkunft dienen“, informiert Büttner. „Niederdorfelden ist gut ausstaffiert.“

Die Gemeindevertreter wollen sich dennoch – sobald die bestellten Fließpfadkarten vorliegen – noch einmal intensiver mit dem Thema Hochwasserschutz auseinandersetzen. Im Ausschuss wollen sie, möglicherweise unter Hinzuziehung von Experten, die Schlüsse aus dem Wissen ziehen, wo im Ernstfall Wasser hinfließen würde. „Auch wenn es keine Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten gibt, sind vollgelaufene Keller und Straßen in Niederdorfelden keine Unbekannten“, betont Matthias Zach (Grüne).

Auch Juliane Frey (SPD) hält eine Diskussion im Ausschuss für sinnvoll. „Vielleicht kann an den bestehenden Katastrophenplänen ja auch noch nachgebessert werden“, gibt sie zu bedenken. (Mirjam Fritzsche)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare