Jahresrückblick

Niederdorfelden kann sich in der Krise behaupten

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Baugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden ist groß.
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Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Baugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden ist groß. Die Einnahmen aus dem Baugebiet dienen der Gemeinde als Puffer in der Pandemie.

Wir werfen einen Blick auf das vergangene Jahr – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Corona überlagert alles, aber es gibt auch andere Themen, über die unsere Redaktion 2021 aus Niederdorfelden berichten kann.

Niederdorfelden - Es sind die Rücklagen aus dem Baugebiet „Im Bachgange“, die Niederdorfelden einen Handlungsspielraum geben. In der letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres kritisieren die Grünen zwar, dass der „Sparstrumpf“ immer dünner wird, doch die Mehrheit im Parlament ist anderer Meinung. „Wenn nicht jetzt, wann dann, ist die richtige Zeit, um Erspartes für den Ort einzusetzen?“, betonen sie.

In der als „wohlhabend“ geltenden Kommune sprudeln die Steuereinnahmen längst nicht mehr so wie noch vor zwei Jahren. Gerade im Bereich der Gewerbesteuer gibt es massive Einbrüche. Doch bis jetzt kommt die kleine Gemeinde, die stolz auf ihre Eigenständigkeit ist, gut zurecht. Die Hebesätze für die Grundsteuer sind aktuell stabil. Die vorhandenen Mittel sollen vor allem dafür eingesetzt werden, den Jugendlichen im Ort mehr zu bieten. Im Gespräch sind eine Skateranlage, ein Bolzkäfig und ein Ninja-Warrior-Park.

Angebote und Mitsprache für Kinder und Jugendliche

Ein neu gegründeter Kinder- und Jugendbeirat setzt sich künftig für die jüngsten Bewohner im Dorf ein und wird eine beratende Funktion einnehmen, wenn es darum geht, die richtigen Entscheidungen im Sinne der jungen Leute zu treffen.

Politisch hat sich einiges getan in Niederdorfelden. Die CDU tritt nicht mehr zur Kommunalwahl an, die neu gegründete „Dorfelder Liste“ zieht auf Anhieb mit fünf Frauen und Männern ins Parlament ein. Die SPD bleibt jedoch die Hausmacht im Ort.

Weiter voran geht es im Neubaugebiet. Die erster Bewohner sind Anfang des Jahres eingezogen und fühlen sich wohl. Eine Sache, die dort und in der gesamten Gemeinde nicht gut läuft ist die Müllentsorgung über die Firma Weisgerber. Im Rathaus stehen an manchen Tagen die Telefone nicht mehr still. Die Bürger haben im November Unterschriften gesammelt und diese mit einem Schreiben an Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) übergeben.

Müllentsorgung verursacht großen Ärger

Das Problem: Niederdorfelden kann ich einfach zum Vorgänger, der Firma Spahn aus Maintal, zurückkehren, selbst wenn man sehr zufrieden mit dem Service war. Die Kommune ist vom Rechnungsprüfungsamt des Main-Kinzig-Kreises auf die gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen worden, die Entsorgung europaweit auszuschreiben. Gewonnen hatte die Ausschreibung im Jahr 2018 schließlich die Firma Weisgerber. Der Vertrag läuft noch bis Ende kommenden Jahres. Büttner hofft, dass sich mit der Neuausschreibung eine Verbesserung ergibt.

Der Ideenwettbewerb für das letzte verblieben Filetstück im Baugebiet wird auf den Weg gebracht. Am Pflegeheim wird bereits fleißig gebaut. Ein weiteres Projekt, das auf den Weg gebracht wird, ist die Modernisierung der Kläranlage von Niederdorfelden und Schöneck. Nach dem offiziellen Spatenstich soll es nun zügiger vorangehen. Die Gemeindevertreter beschließen zudem, dass eine Fischtreppe künftig dafür sorgen soll, dass die Tiere in der Nidder die Stufen gefahrlos überwinden können. Die Gespräche mit der Mühleninhaberin laufen bereits. (Von Mirjam Fritzsche)

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