Ausschuss berät

Kombilösung bei Kinderbetreuung in Niederdorfelden ist in Sicht

Die Struwwelpeterschule in Niederdorfelden von oben: Im Ausschuss ging es um die künftige Betreuung der Schüler im Pakt für den Nachmittag.
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Die Struwwelpeterschule in Niederdorfelden von oben: Im Ausschuss ging es um die künftige Betreuung der Schüler im Pakt für den Nachmittag.

Die Kinderbetreuung war zum wiederholten Male zentrales Thema in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, in den seit der Kommunalwahl im März nun auch der einstige Sozialausschuss eingebunden ist.

Niederdorfelden – Zunächst lieferte die AWO Perspektiven gGmbH, die von der Gemeinde als Träger der Kinder- und Jugendarbeit betraut ist, ihren Jahresbericht für das Jahr 2020 ab. Das Jahr sei auch bei der Kinderbetreuung von den vielen Einschränkungen und Verboten aufgrund der Corona-Pandemie geprägt gewesen. Mitte März bis Mitte Mai musste die Kinderbetreuung sogar komplett eingestellt werden. Auch danach wurde die Arbeit immer wieder entweder massiv eingeschränkt oder musste in nur ganz kleinen Gruppen stattfinden.

Neue Angebote für Jugendliche geplant

Wegen der vielen Probleme, die in dieser Zeit aufgrund des engen Zusammenlebens und der wegbrechenden sozialen Kontakte in den Familien entstanden sind, bot die AWO Gespräche an, um über die neuen Herausforderungen gemeinsam zu reden. „Jetzt, wenn sich die Situation wieder normalisiert, heißt es, den Raum zurückzugewinnen, der durch die Pandemie verloren gegangen ist“, so die Mitarbeiterin der AWO, Michaela Nisch, zuversichtlich. Dafür seien neue Angebote vor allem für ältere Jugendliche geschaffen worden, beispielsweise ein Treffpunkt im Freien, wo sich die Jugendlichen wieder mit dem notwendigen Abstand und ohne Masken begegnen können.

Auch soll die Präsenz in den sozialen Medien ausgebaut werden. Die Gemeinde lässt sich diese Jugendbetreuung 134 000 Euro im Jahr kosten. Diesem Zuwendungsvertrag mit der AWO wurde im Ausschuss einstimmig zugestimmt. Ebenso billigte der Ausschuss außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 800 Euro zur Anschaffung von Musikinstrumenten durch die AWO.

Gemeinde übernimmt noch einmal Zuschuss an Kinderlobby

Zum Thema „Zuschussgewährung an den Kinderlobby e.V. für das Schuljahr 2021/22“ im Hinblick auf die Umsetzung des Paktes für den Nachmittag konnte Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) nur einen Zwischenbericht geben. „Die Gespräche mit Vertretern des Main-Kinzig-Kreises, dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig (ZKJF), der Kinderlobby sowie den beiden Gemeinden Niederdorfelden und Schöneck sowie der Struwwelpeterschule sind noch in vollem Gange“, berichtete Büttner.

Es scheint aber darauf hinauszulaufen, dass die ZKJF die Trägerschaft für die Betreuung der Schulkinder am Nachmittag übernimmt. Für das kommende Jahr soll übergangsweise noch einmal die Kinderlobby die Betreuung der rund 66 Kinder übernehmen. Die Betreuung in dieser Zeit findet bis 14.30 Uhr in den Räumen der Struwwelpeterschule statt, danach in Räumen der Gemeinde. Diese zahlt für den Zeitraum bis Ende des Schuljahrs 2021/22 an die Kinderlobby für deren Kinderbetreuung noch einmal 127 000 Euro. Aber auch die Eltern müssen weiterhin ihre Beiträge zahlen, und zwar für die Betreuungszeiten ab 14.30 Uhr.

Eingebunden werden in die Betreuung soll weiterhin auch die AWO mit ihrem Angebot vor allem für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Auch diesem Antrag wurde einstimmig vom Ausschuss entsprochen.

Weitere WLAN-Standorte

Zustimmung fand schließlich auch der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, weitere WLAN-Standorte in der Gemeinde einzurichten. Neben den drei bereits bestehenden Standorten Rathaus, Vorplatz Kita 100 Morgenwald und Lindenplatz soll ein neuer Standort am Sportplatz entstehen, der dann sechs Hotspots mit einer Reichweite von je 200 Metern im gesamten Gemeindegebiet versorgt. Von den Kosten in Höhe von 6804,42 Euro werden 6000 Euro gefördert. Umstritten war dann allerdings ein Antrag der Verwaltung auf Aktualisierung der Entschädigungssatzung der Gemeinde. Der Änderungsvorschlag sah vor, alle Mandatsträger und sachkundigen Bürger zukünftig für ihre ehrenamtliche Arbeit höher zu entschädigen. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder lehnte das jedoch ab. Sie genehmigte lediglich eine Erhöhung der Entschädigungsbeträge für sachkundige Bürger, Wahlvorstände und Schriftführer. Bei den Mandatsträgern soll alles beim Alten bleiben.

Zwei Anträge der Grünen sollen zunächst weiter geprüft werden. Zum einen wollten sie die Geschäftsordnung der Gemeinde dahingehend ändern, dass zukünftig auch Bürger Rederecht bei Gemeindevertretersitzungen haben. Dies soll juristisch zunächst erst einmal auf seine Zulässigkeit hin untersucht werden.

Ebenfalls verschoben wurde eine Entscheidung zu dem Antrag auf Bildung von Beiräten und Kommissionen. Die Grünen wollen neben einem Jugendbeirat, dessen Bildung die übrigen Fraktionen ebenfalls befürworten, auch noch eine Kinder- und eine Seniorenkommission einberufen. „Das hatten wir alles schon. Es ist aus Mangel an Interesse dann doch wieder eingeschlafen“, wandte sich auch Büttner gegen diesen Vorschlag. Die Kinder seien im Übrigen durch die Elternbeiräte der verschiedenen Einrichtungen gut vertreten, und die fänden jederzeit das Gehör des Bürgermeisters. Man kam schließlich überein, dass der Antrag noch einmal in allen Fraktionen beraten werden soll. (Jürgen W. Niehoff)

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