Pakt für den Nachmittag

Kreis übernimmt ab Sommer die Betreuung an der Struwwelpeterschule in Niederdorfelden

Glückliche Gesichter bei Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück und ihrem Niederdorfelder Amtskollegen Klaus Büttner. Der Kreis übernimmt künftig die Hortbetreuung an der Struwwelpeterschule in Niederdorfelden, die Kinder aus beiden Orten besuchen.
+
Glückliche Gesichter bei Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück und ihrem Niederdorfelder Amtskollegen Klaus Büttner. Der Kreis übernimmt künftig die Hortbetreuung an der Struwwelpeterschule in Niederdorfelden, die Kinder aus beiden Orten besuchen.

Aufatmen bei den beiden Bürgermeistern von Schöneck und Niederdorfelden Conny Rück und Klaus Büttner (beide SPD). Der Kreis übernimmt die Ganztagsbetreuung der Schulkinder an der Dorfelder Struwwelpeterschule.

Niederdorfelden/Schöneck –Das Thema Hortbetreuung lässt vor allem die Gemeinde Niederdorfelden nicht los. Jahrelang hatten die dortigen Eltern und alle Parteien für die Betreuung ihrer Schulkinder an der Struwwelpeter-schule in Niederdorfelden gekämpft. Schöneck war mit im Boot, nachdem die Schulverwaltungsgrenzen geändert wurden und dadurch die Kinder von Oberdorfelder der Struwwelpeterschule in Niederdorfelden zugeordnet worden waren.

Seit dem Jahr 2008 folgt eine Notlösung auf die andere (wir berichteten). Auch wenn sich die Gemeindevertreter aller Fraktionen darüber einig waren, dass man die berufstätigen Eltern nicht im Regen stehen lassen kann, so ist man doch unzufrieden mit der Situation. Räume wurden in Kitas, in der Feuerwehrwache oder im Rathaus genutzt. Und auch Niederdorfeldens Rathauschef Büttner ärgert sich immer wieder darüber, dass es in der Struwwelpeterschule am Nachmittag eigentlich freie Raumkapazitäten gab, diese aber nicht genutzt wurden, weil man in der Schule lange Zeit an einem Konzept für eine Ganztagsschule arbeitete.

Schluss mit Hin und Her

Angedacht war eine Betreuung nach den Regeln von Profil I oder II, also nur einige Tage in der Woche. Keine echte Lösung für die Eltern. Also nahm die Gemeinde erneut Geld in die Hand und errichtete für viel Geld, die Rede ist von 300 000 Euro, Container für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder auf dem Schulgelände. Und das, obwohl sie dafür gar nicht zuständig ist, weil die Betreuung von Schulkindern nicht zu ihren originären Aufgaben zählt, sondern allenfalls für sie eine freiwillige Leistung ist.

Die Betreuung wurde von dem Verein „Kinderlobby“ übernommen. Und noch im September vergangenen Jahres verkündete Bürgermeister Büttner in der Gemeindevertretersitzung, dass die Gemeinde die Schule bei der Nachmittagsbetreuung mit 116 000 Euro unterstützen wolle. Mit diesem Hin und Her soll nun endgültig Schluss sein. Nachdem durch den Gesetzgeber hessenweit der Ausbau des Ganztagsbetriebs für Grundschüler bis zum Jahr 2025 beschlossen wurde, müssen auf lokaler Ebene nun auch die Kommunen ihre Kinderbetreuung anpassen.

Neuer Träger für die Betreuung

Dem ist der Kreistag des Main-Kinzig-Kreises zuvorgekommen und hat noch im vergangenen Herbst die Übernahme der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern unter anderem auch in Niederdorfelden festgeschrieben. In einer Videokonferenz, an der vor wenigen Tagen neben dem Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Winfried Ortmann (CDU), Schulleiter Harald Schramm, die Bürgermeister Conny Rück und Klaus Büttner sowie mit Ursule Conen für den bisherigen Träger Kinderlobby und Volker Klug, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft ZKJF für den neuen Träger der zukünftigen Betreuung an der Struwwelpeterschule teilnahmen, wurde vereinbart, dass die Betreuung in der Struwwelpeter-Schule ab dem 1. August starten wird und dass der Main-Kinzig-Kreis dafür die Lasten trägt.

Enlastung für den Gemeindehaushalt

Für die Gemeinde Niederdorfelden kommt die Übernahme der Schulkinderbetreuung zur rechten Zeit. „Das entlastet unseren Gemeindehaushalt. Und das ist wegen der wegbrechenden Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie bitternotwendig“, so Büttner.

Auch die Schönecker Bürgermeisterin Rück äußert sich zufrieden über die Zusage des Kreises. Allerdings hat sie noch ein Problem mit dem Schulweg ihrer Oberdorfelder Schüler. Hier wünschen sich die Eltern weiterhin einen Schulbus, der die beiden Ortsteile verbindet.

(Jürgen W. Niehoff)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare