Neuer Krimi spielt in Cornwall

Niederdorfelden: Autorin Karin Schrey veröffentlicht zweiten Teil ihrer Trilogie um drei mutige Frauen

Niederdorfelder Autorin Karin Schrey mit dem zweiten Teil ihrer Romanserie „Paradis Green“.
+
Niederdorfelder Autorin Karin Schrey mit dem zweiten Teil ihrer Romanserie „Paradis Green“.

Klara, Gina und Hanni ermitteln wieder auf eigene Faust. Die drei sympathischen Frauen aus Karin Schreys erstem Kriminalroman „Lago Blu“ hat es diesmal nach Cornwall verschlagen. Der zweite Teil der Trilogie, der unter dem Titel „Paradis Green“ erschienen ist, behandelt ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: In der Idylle Südenglands ist eine unbekannte Seuche ausgebrochen. Geht es bei der bisher unbekannten Erkrankung am Ende um biologische Kampfstoffe?

Niederdorfelden – Corona hat bei der Themenfindung keine Rolle gespielt, wie die Autorin im Gespräch mit unserer Zeitung betont. „Die Idee für die Reihe entstand bereits vor zehn Jahren im Kreis von Familie und Freunden“, so Schrey. Die 71-Jährige verbrachte damals mehrere Monate im italienischen Stresa. Sie hatte ihren Mann, der als Kraftwerk-Ingenieur in Arona zu tun hatte, nach Italien begleitet. „Ich hatte viel Zeit, und so habe ich mir mit zwei Freundinnen die Kriminalgeschichte ausgedacht“, erzählt Schrey. Die beiden spielen übrigens auch eine wichtige Rolle in den Büchern. Im ersten Teil „Lago Blu“ können sie einigen Gangstern in Italien das Handwerk legen. Da wird auch schon mal die Hacke des Stilettos zur Selbstverteidigungswaffe umfunktioniert.

Mehr als reine Frauen-Urlaubs-Krimis

„Die Plots für die drei Teile standen von Anfang an fest. Ich habe für jeden ein Exposé angelegt und eine Figurenkartei“, erklärt die Niederdorfelderin. Das Besondere an ihren drei Bänden: „Sie sprengen den Rahmen der üblichen Frauen-Urlaubs-Krimis – was auch immer man sich darunter vorzustellen hat“, sagt sie. Denn die Fachjournalistin und Museumspädagogin hat ein großes Interesse an wissenschaftlichen Themen. Mit Ratschlägen steht ihr dafür ihr Neffe Olaf zur Seite, der beim Fraunhofer Institut arbeitet. „Ich hatte zunächst Bedenken, ob man in diesen Zeiten ein Buch, das sich mit der Herstellung von biologischen Waffen befasst, auf den Markt bringen kann“, schreibt sie im Nachwort. Alles, was sie in „Paradis Green“ behandele, sei definitiv Stand der Technik. Fiktion sei gut, aber die Fakten müssten fundiert sein, so die Autorin mehrerer Sachbücher.

Leser müssten sich jedoch keine Sorgen machen, dass der Krimi zu trocken und wissenschaftlich sein könnte: „Es wird spannend und heiter zugleich“, verspricht Schrey. Diesmal begleiten Gina und Klara ihre Männer, beide Ingenieure und Kollgen, nach England, wo in den Midlands ein neues Kraftwerk gebaut wird. Die Freundinnen wollen während dieser Zeit Urlaub in Cornwall machen. Sie treffen dort auch Hanni wieder, die mit ihrem Mann die berühmten Gärten Cornwalls besucht. Doch über der zauberhaften Landschaft liegt ein Schatten. Immer wieder findet man dort Leichen mit allen Anzeichen einer unbekannten Krankheit.

Italienische Ermittler aus „Lago Blu“ sind mit von der Partie

Und auf ein weiteres Wiedersehen dürfen sich Fans freuen. Denn neben Klara, Hanni und Gina kommen auch zwei weitere bekannte Figuren wieder vor. Europol schickt die „fähigsten Polizisten Europas“ nach Cornwall, um den Fall aufzuklären. Zu ihnen gehören die den Lesern aus „Lago Blu“ bereits vertrauten Ermittler Vice Questore Ivan di Mattei und Commissario Capo Fausto Contarini aus Stresa am Lago Maggiore. „Für mich ist es so, als würden diese erfundenen Charaktere wirklich leben“, berichtetet Schrey. Das erneute Aufeinandertreffen der Polizisten mit den drei toughen Frauen sei eine der witzigsten Stellen im Buch, sagt sie.

„Meine Krimis haben starke autobiografische Züge. Ich bin nur nicht so mutig wie meine Hauptfiguren“, sagt Schrey. Die Handlungsorte sind kein Zufall. „Seit 45 Jahren verbringen wir immer wieder unsere Urlaube in Cornwall“, erzählt sie. Viele Orte im Krimi sind real, andere existieren zumindest so ähnlich. Sie habe Steinkreise, Zinnminen, Adelssitze und Kultstätten zusammengeknüpft, die über ganz Cornwall verteilt sind, so Schrey. Mythologie wird wieder eine wichtige Rolle spielen.

Rezepte für Scones und Cornish Pastys im Anhang

Der dritte Teil wird in Griechenland spielen, auch dort verbringt das Ehepaar regelmäßig seine Urlaubszeit. „Wenn ich in Cornwall an den Klippen stehe, denke ich immer, es sieht aus wie in Griechenland, es ist nur kälter. Wenn ich in Griechenland bin, denke ich das gleiche, nur umgekehrt“, sagt die Autorin.

Und weil es gut zu einem Frauenroman passt, hat Karin Schrey auch wieder Rezepte aus „Klaras Küche“ angehängt, beispielsweise für Scones, Carrot Quiche und Cornish Pastys.

Der dritte Teil der Romantrilogie ist bereits in Arbeit. Er soll Anfang kommenden Jahres unter dem Titel „Vulcano Red“ erscheinen.

Der Krimi „Paradis Green“ ist im Arachne Verlag erschienen: ISBN 978-3-932005-90-9. Das Taschenbuch ist für 14,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

Von Mirjam Fritzsche

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare