Stadtplanung

Niederdorfelden: Details für Investorenwettbewerb für Baugebiet „Im Bachgange“ vorgestellt

Das Baugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden aus der Vogelperspektive. Die Aufnahme ist im Januar entstanden. Bei der Ausschusssitzung am Dienstagabend ging es unter anderem um den Investoren-/Architektenwettbewerb für das künftige Entree (farblich markiert).
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Das Baugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden aus der Vogelperspektive. Die Aufnahme ist im Januar entstanden. Bei der Ausschusssitzung am Dienstagabend ging es unter anderem um den Investoren-/Architektenwettbewerb für das künftige Entree (farblich markiert).

„2:0 für England“, ruft Stani Czmok in die Runde. Die Ausschussmitglieder nehmen es kurz zur Kenntnis und beschäftigen sich weiter mit dem, für das sie am Dienstagabend den Platz vor dem Fernseher gegen einen Stuhl im Bürgerhaus eingetauscht haben. Fußball-EM hin oder her: Wichtige Themen stehen auf der Tagesordnung für die erste große Ausschusssitzung der neuen Wahlperiode.

Niederdorfelden – Es geht um das Neubaugebiet „Im Bachgange“ – aktuell der Garant dafür, dass die kleine Kommune auch in Corona-Zeiten finanziell gut über die Runden kommt.

Angesichts des Ergebnisses hält sich das Bedauern, die zweite Halbzeit des Deutschlandspiels verpasst zu haben, an diesem Abend sowieso in Grenzen. Einstimmig werden zunächst die neuen Ausschussvorsitzenden gewählt. Den Planungs-, Umwelt und Kulturausschuss leitet künftig Horst Schmidt (Dorfelder Liste), sein Stellvertreter ist Louis Keppler (SPD). Den Vorsitz im Haupt-, Finanz- und Sozialausschuss übernimmt Dirk Bischoff (SPD), unterstützt von Matthias Zach (Grüne) als Stellvertreter.

Im Anschluss findet eine gemeinsame Sitzung der beiden Gremien statt. Dort werden drei wichtige Projekte beziehungsweise Bauvorhaben aus dem Baugebiet „Im Bachgange“ vorgestellt. Zunächst präsentiert Städtebauarchitektin Elisabeth Schade die Planungen für den Investoren-/Architektenwettbewerb. 2019 hatten die Gemeindevertreter den Entschluss gefasst, die 5800 Quadratmeter große Fläche, die für einen Rathausneubau vorgesehen war, nicht selbst zu nutzen. Das Verwaltungsgebäude soll in der Ortsmitte bleiben (wir berichteten).

Filetstück im Baugebiet

Schade erläutert das Prozedere und die Beurteilungskriterien. „Die Fläche ist das letzte verbliebene Filetstück im Baugebiet. Dafür wollen wir einen guten Preis und ein gutes Konzept“, sagt sie. Zu den von ihr vorgeschlagenen Beurteilungskriterien gehören unter anderem: familienfreundliche Grundrisse, architektonische Gestaltung, sozialer Wohnungsbau, Effizienzhaus-Varianten oder der Einsatz innovativer Techniken. „Die Konzeptqualität bewerten wir mit 60 Prozent, den Preis mit 40 Prozent“, erläutert sie. Für die erfüllten Kriterien können die Teilnehmer Punkte sammeln.

Der Wettbewerb wird europaweit öffentlich ausgeschrieben. Die Bewertung soll ein Preisgericht mit unabhängigen Fachpreisrichtern wie Architekten und Sachverständige übernehmen. „Jede Fraktion könnte Vertreter zu der Jurysitzung entsenden und mitdiskutieren. Sie hätten aber kein Stimmrecht“, erläutert Schade. Die Architektin stellt den möglichen „Rahmen“ für den Wettbewerb vor. Zum zeitlichen Ablauf: „Würden wir die Ausschreibung sofort veröffentlichen, könnten wir im November einen Gewinner haben.“ Sie gehe aktuell davon aus, dass es im Frühjahr soweit sein werde. Die Wettbewerbsdetails müssen zunächst in der Gemeindevertretung beschlossen werden, bevor es losgehen kann.

Pflegeheim mit 85 Plätzen geplant

Ein weiteres großes Projekt, das an diesem Abend vorgestellt wird, sind die Planungen für das Pflegeheim und das Betreute Wohnen. Sonja Steffen vom Unternehmen Schneider Bau erläutert den Ausschussmitgliedern den aktuellen Stand der Planungen. In dem Pflegeheim sollen 85 Pflegeplätze entstehen. Es werde ausschließlich Einzelzimmer geben. Die Zimmer würden nicht rechts und links von einem langen Flur abgehen, sondern sollen in kleinen Einheiten in einer Art Wohngemeinschaft zusammengefasst werden. In der hauseigenen Küche werden die Bewohner mit Essen versorgt. „Sie wird aber auch offen für Gäste sein, die für ihre Mittagspause ein warmes Essen wünschen“, so Steffen. Im Pflegeheim wird es zudem ein Angebot für die Tagespflege geben.

Für das Betreute Wohnen sollen zwei Häuser mit insgesamt 41 Wohneinheiten entstehen. Zwölf werden rollstuhlgerecht und barrierefrei sein. Im Haus 1 soll es ein Café geben, im Haus 2 ist Platz für eine Arztpraxis. Hier kann auch eine U3-Kita mit zwölf Kindern untergebracht werden. Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) betont, dass beim Betreuten Wohnen Bürger aus Niederdorfelden bevorzugt werden. Weitere Details zum Pflegeheim sollen der Öffentlichkeit in Kürze vorgestellt werden, so Büttner.

Keine Tiefgarage für Tegut-Komplex

21 Mietwohnungen sollen in dem Komplex entstehen, in den der Tegut einziehen wird. Frederik Hohnstein von der Werner Projektentwicklung GmbH stellt die Pläne vor, die sich zu den Ursprungsentwürfen unterscheiden. Grund: Der dm-Drogeriemarkt wird doch nicht kommen (wir berichteten). Tegut, bisher im Gewerbegebiet angesiedelt, wird seine Verkaufsfläche auf 1600 Quadratmeter erweitern und in seinem Laden Pflege- und Hygieneprodukte anbieten. Eingeplant sind zudem ein Blumenladen und eine Bäckerei mit Café.

Trotzdem bleibt im Erdgeschoss mehr Platz als gedacht. Eine Tiefgarage ist für das Gebäude nicht mehr notwendig. Damit fällt ein großer Kostenpunkt weg. „Die Anwohner können im Erdgeschoss parken. Für die Besucher des Einkaufsmarkts gibt es ausreichend Parkplätze vor dem Gebäude“, erläutert Hohnstein.

Die Erdarbeiten für das Projekt haben in dieser Woche bereits begonnen. Die Werner Projektentwicklung GmbH geht davon aus, dass die Fertigstellung im ersten oder zweiten Quartal 2023 erfolgen wird. Die Wohnungen folgen Mitte des gleichen Jahres.

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