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TSG Niederdorfelden kämpft um Existenz

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Wohin geht der Weg für die TSG Niederdofelden? Findet sich kein Kassierer, steht der Verein vor dem Aus. Archivfoto: TAP
Wohin geht der Weg für die TSG Niederdofelden? Findet sich kein Kassierer, steht der Verein vor dem Aus. Archivfoto: TAP

Niederdorfelden. Die TSG sucht händeringend nach einem Kassierer. Die Auflösung steht erneut im Raum. Bereits vor einem Jahr stand der Niederdorfelder Sportverein kurz vor dem Aus.

Von Mirjam Fritzsche

Das Schreckgespenst geht wieder um bei der TSG. Es trägt den Namen „Auflösung“. Erst vor einem Jahr stand Niederdorfeldens größter Sportverein vor dem Aus, weil sich niemand fand, der die Verantwortung im Vorstand übernehmen wollte. Auch diesmal gibt es einen Engpass auf der Führungsebene. Es fehlt der dritte Mann im geschäftsführenden Vorstand, der Kassierer.

Die Zeit ist fast abgelaufen

„Letztes Jahr war es zwei Sekunden vor zwölf, nun ist die Zeit abgelaufen, falls sich niemand für dieses Amt finden sollte.“ Mit einem Flyer, der in den kommenden Tagen in Niederdorfelden und Oberdorfelden verteilt werden soll, wollen der Vorsitzende Wolfgang Kurz und sein Stellvertreter Michael Rother die Mitglieder aufrütteln. Sie selbst waren als „Externe“ vor einem Jahr angetreten, um den Verein zu retten.

Dafür bringen sie gute Voraussetzungen mit. Denn mit der Leitung eines Sportbetriebs kennen sich die beiden gut aus. Sie haben bereits bei der Eishockeymannschaft EC Bad Nauheim miteinander gearbeitet. Kurz war Alleingesellschafter der Roten Teufel, Rother Geschäftsführer. Die Mannschaft spielt mittlerweile in der Zweiten Bundesliga. Die Erwartungen an das Duo sind sicherlich groß. „Doch der Profisport ist etwas ganz anderes als die Vereinsarbeit“, erklärt Kurz.

Junge Menschen Motivation für EngagementSeine Motivation, den Chefposten zu übernehmen, seien ganz klar die 240 Kinder und Jugendlichen im Verein. „Sie sollen ihren Spaß haben. Ausgleichssport finde ich ganz wichtig. Ich wollte nicht, dass die Kinder von heute auf morgen auf der Straße stehen“, betont Kurz. Kollege Rother ging es von Anfang an um den Verein. „Ich bin einfach ein Vereinsmensch und wollte nicht einfach zusehen, wie die TSG gegen die Wand fährt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende.

Nur ein Jahr später stehen sie vor der gleichen schwierigen Situation wie ihre Vorgänger. Aus persönlichen Gründen musste Thomas Bender sein Amt als Kassierer vorzeitig niederlegen. Seitdem führen die verbliebenen Vorstandsmitglieder viele Gespräche. Doch bis jetzt hat sich niemand aus den Reihen der TSG bereiterklärt, einzuspringen. Der Flyer ist ihre „letzte Hoffnung“, wie Rother und Kurz sagen. Der erste Aufruf Ende Januar war erfolglos geblieben.

Jahrenhauptversammlung im April bringt EntscheidungUnd die Zeit wird langsam knapp. Mitte April findet die Jahreshauptversammlung statt. Findet sich bis dahin kein neuer Kassierer, wird es richtig eng. Bleibt die zweite Versammlung sechs Wochen später ebenfalls ohne Nachrücker, müsste der Verein die Auflösung beim Amtsgericht beantragen. Ein Schritt, den es unbedingt zu verhindern gilt.

Die TSG ist nicht nur Dorfeldens größter Verein, sie ist mir ihren Abteilungen Fußball, Tischtennis und Turnen/Funsport auch der größte Freizeitanbieter im Ort. Sportlich gesehen ist der Verein erfolgreich. Die erste Fußball-Mannschaft ist im Rennen um den Aufstieg in die Kreisoberliga Hanau. Finanziell steht der Verein ebenfalls gut da. „Wir haben keine Schulden“, betonen Rother und Kurz.

Neue Strukturen sollen entlastenUm die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen, haben die Vorständler neue Strukturen eingeführt. Ein Organigramm regelt nun die Aufgabenverteilung. Auch die Arbeit des Kassierers wurde entschlackt. Für steuerliche Fragen steht eine Fachkraft zur Seite. Die Mitgliederlisten fallen zum Beispiel künftig der Schriftführerin zu.

„560 Mitglieder und keiner ist bereit, das Amt zu übernehmen. Das ist eigentlich unglaublich“, sagt Rother frustriert. Er stelle fest, dass die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, immer weiter sinke. Kurz ergänzt: „Da wir beide schon von außen kommen, wäre es toll, wenn wir einen Mitstreiter aus den Reihen der TSG finden.“ Möglicherweise wären Eltern, deren Kinder im Sportverein trainieren, bereit, sich zu engagieren.Dass manche Mitglieder ihnen unterschwellig Versagen unterstellen, können die beiden TSG-Chefs indes nicht nachvollziehen. „Wir tun, was wir können, und sind weiter bereit, uns weiterhin einzubringen. Aber dafür brauchen wir Unterstützung“, sagt Kurz.

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