„Im Bachgange“ in Niederdorfelden

Nur noch ein Grundstück ist übrig: Einnahmen aus Baugebiet stopfen Corona-Loch

Nur noch ein Grundstück im Angebot: Das Neubaugebiet „Im Bachgange“ ist fast ausverkauft.
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Nur noch ein Grundstück im Angebot: Das Neubaugebiet „Im Bachgange“ ist fast ausverkauft.

Niederdorfelden – Das Baugebiet „Im Bachgange“ ist für die kleine Gemeinde Niederdorfelden zum Sicherheitsnetz geworden. Die Kommune, die wegen ihrer hohen Gewerbesteuereinnahmen als abundant gilt und in den Topf des Kommunalen Finanzausgleichs einzahlen muss, rechnet ab kommenden Jahr mit Steuerausfällen in Millionenhöhe.

„Dieses Jahr kommen wir noch gut über die Runden“, sagt Bürgermeister Klaus Büttner (SPD). Das Land zahlt als Corona-Hilfe einen Ausgleich in Höhe von 740 000 Euro an Niederdorfelden. Ab 2021 wird es schwierig, glaubt Büttner. „Verschiedene Gewerbesteuerzahler haben mir bereits von Problemen berichtet. Uns werden Millionen fehlen“, prognostiziert der Rathauschef.

Zum Glück kann Niederdorfelden auf die Einnahmen aus dem Baugebiet „Im Bachgange“ setzen. Zehn Millionen Euro konnte Büttner dieser Tage bereits als Gewinn auf das Konto der Gemeinde buchen lassen. „Damit wir keine Strafzinsen auf das Guthaben zahlen müssen, habe ich es für drei Jahre angelegt und bekomme sogar ein paar Euro Zinsen dafür“, erläutert der Bürgermeister.

Das Geld kann die Gemeinde gut gebrauchen. Nicht nur als Polster in Corona-Zeiten. Erst vor Kurzem hat die Gemeinde die Straßenausbaubeiträge abgeschafft. Zudem steht die Sanierung des in die Jahre gekommenen Rathauses an.

Auch in den kommenden Jahren kann Niederdorfelden mit einer Finanzspritze aus dem Baugebiet hoffen. Das Interesse an den Bauplätzen ist groß. „Bis auf eines sind jetzt alle Grundstücke verkauft“, sagt Büttner. Seit März vergangenen Jahres laufen auf dem rund 11,2 Hektar großen Gelände zwischen Bischofsheimer Straße und der Landesstraße 3008 die Erschließungsarbeiten.

Insgesamt 123 Eigenheime sowie mehrere Mehrfamilienhäuser mit einer Reihe bezahlbarer Wohnungen für maximal acht Euro Wohnungsmiete pro Quadratmeter und ein Seniorenzentrum mit Arzt- und Physiotherapiepraxen sollen dort entstehen (unsere Zeitung berichtete). Für das Projekt „Die Zwei“ des Bauträgers Kleespies rechnet Büttner bereits im Oktober mit dem Baustart. Entstehen sollen zwei Wohngebäude mit insgesamt 59 Eigentumswohnungen von 29 bis 119 Quadratmeter. „Die ersten Wohnungen sind bereits verkauft. Niederdorfelder Bürger werden bevorzugt, sie erhalten einen Rabatt auf die Maklercourtage“, erklärt Büttner.

Anfang kommenden Jahres sollen die Arbeiten für den Bau der 42 seniorengerechten Mietwohnungen des Bauträgers Schneider Bau beginnen. Der Rathauschef rechnet für beide Vorhaben mit einer zweijährigen Bauzeit. Für beide Projekte sind Tiefgaragenplätze vorgesehen.

Entstehen soll zudem ein Seniorenwohnheim mit 61 Zimmern. Auch dafür sei bereits ein Partner gefunden, so Büttner. Das Projekt werde demnächst ausführlicher vorgestellt.

Noch offen ist, was genau mit der Fläche passieren soll, die einst für den Neubau des Rathauses vorgesehen war und nun bebaut werden soll. Dazu läuft aktuell ein Investoren-Wettbewerb. Die Idee dahinter: Das Entree zum Baugebiet soll besonders schön gestaltet sein. Ein Kombination von Wohnraum und Büros für Dienstleister ist im Gespräch.

Der aktuelle Sachstand zum Baugebiet „Im Bachgange“ wird auch bei der nächsten Sitzung des Niederdorfelder Gemeindeparlaments am Donnerstag, 10. September, im Bürgerhaus Thema sein. Beginn ist um 20 Uhr. Die Sitzung wird im Internet übertragen.

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