Nach Anschlag in Hanau

Nur 13 von 5000: Rückkaufaktion für kleine Waffenscheine im Kreis läuft schlecht

Weniger Waffen: Der Kreis hat einen Rückgang bei den registrierten Pistolen und Gewehren verzeichnet. Für die Kontrollen, ob dieSchießeisen zum Beispiel sicher in einem vorgeschriebenen Schrank aufbewahrt, sei die Zahl der Mitarbeiter in der Kreisweffaenbehörde verdoppelt worden. 
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Der Kreistag hat eine Rückkaufaktion für Waffenscheine beschlossen. Diese läuft bisher äußerst schleppend.

Die Kampagne zur Reduzierung der kleinen Waffenscheine im Kreis ist fast einen Monat nach dem Start alles andere als erfolgreich. „Es sind 17 Anträge angefordert worden. Insgesamt sind 13 kleine Waffenscheine zurückgegeben worden“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Landratsamt in Gelnhausen.

Main-Kinzig-Kreis - Der Kreistag hatte als Reaktion auf den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau vom 19. Februar zu den Themen „Waffenrecht und Amokprävention“ ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen.

Neben einer engeren Zusammenarbeit zwischen Kreiswaffenbehörde und Schützenvereinen gehört dazu auch die Kampagne „Rückgabe Kleiner Waffenschein“, die am Montag, 2. November, gestartet ist.

Main-Kinzig-Kreis zahlt 50 Euro für Rückgabe der Waffenscheine

Offenbar wird die Aktion zur freiwilligen Rückgabe von der Bevölkerung ignoriert. Für die freiwillige Rückgabe der kleinen Waffenscheine, die zum Führen einer Schreckschusswaffe berechtigen, hat der Kreis sogar eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro angeboten.

Angesichts der mehr als 5016 kleinen Waffenscheine (stand Dezember 2019), die kreisweit im Umlauf sind, könnte die Zahl der bisherigen Rückgaben darauf hinweisen, dass sich die auf ein Jahr angelegte Aktion und das „sichtbares Zeichen“, das der Kreistag mit großer Mehrheit setzten wollte, zu einem Flop entwickeln könnte. Als Begründung hieß es in dem Beschluss, dass „die personellen Kapazitäten langfristig gesehen entlastet und bei der Überprüfung von Waffenbesitzern eingesetzt werden“.

Für die Rückkaufaktion wurden sogar zunächst eine befristete Sachbearbeitungsstelle installiert und 50 000 Euro bereitgestellt. Davon sind jetzt gerade einmal 650 Euro als Aufwandsentschädigungen fällig.

Anschlag in Hanau der Auslöser für Rückkaufaktion

Nach dem Anschlag in Hanau hatte der Kreistag die Bürger aufzurufen, über ihren Waffenbesitz generell nachzudenken. „Wir wollen ein Zeichen setzen und dazu anregen, die Anzahl der mitgeführten Waffen in der Öffentlichkeit dauerhaft zu verringern und auf diese Weise auch das Sicherheitsgefühl aller Bürger unseres Landkreises zu stärken“, hatte die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler erklärt. Somit solle ein „Zeichen für ein friedliches Miteinander“ gesetzt werden.

Besitzer von kleinen Waffenscheinen haben weiterhin die Möglichkeit, diesen gegen eine einmalige Rückgabeprämie in Höhe von 50 Euro abzugeben. Dafür verzichten sie auf das Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen mit PTB-Zeichen in der Öffentlichkeit.

Das Rückgabeformular ist weiterhin auf der Website des Kreises abrufbar. Fragen können außerdem auch per E-Mail an kleinerwaffenschein@mkk.de gerichtet werden.

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